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Sabbatical – das Sabbatjahr – Teil 2

veröffentlicht am 1. Juni 2021

Sabbatical – das Sabbatjahr – Teil 2

Ein afrikanisches Sprichwort sagt: „Die Europäer haben die Uhr, wir haben die Zeit.“ Das wirkt auf den ersten Blick doch recht ernüchternd. Aber was sagen wir Europäer – oder zumindest wir Deutschen – denn so? „Zeit hat man nicht, Zeit nimmt man sich.“ Und jetzt sind wir wieder beim Thema: „Sabbatical – Das Sabbatjahr“.

 

Ein kurzer Rückblick

Im ersten Teil zum „Sabbatical“ haben wir uns mit dem Begriff an sich und mit dem „Warum überhaupt?“ beschäftigt. Dazu gehörte dann auch die damit verbundene Zeit und die Frage „Habe ich eigentlich Anspruch auf eine Auszeit?“.

In diesem zweiten Teil der Ausgabe „Sabbatical“ beschäftigen wir uns unter anderem mit den Themen Urlaubsanspruch, Sozialversicherung und natürlich auch mit den Kosten.

 

An dieser Stelle sei noch erwähnt

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

Des Weiteren findet die aktuelle Situation, also die Corona Pandemie, keine Berücksichtigung. Alle beschriebenen Inhalte setzen voraus, dass Sie Ihr Sabbatjahr in entsprechender Sicherheit leben und durchführen können.

Sabbatical - Das Sabbatjahr

 

Also: Was kostet ein Sabbatjahr?

 

Die Frage nach der Finanzierung eines Sabbaticals steht natürlich ganz oben auf der Frageliste. Denn grundsätzlich bekommen Sie natürlich von Ihrem Arbeitgeber keinen Lohn während Ihrer Auszeit.

Karrierebibel.de hat hierzu recherchiert und kommt auf durchschnittliche Kosten von 15.000 Euro bis 30.000 Euro für ein (Sabbat)Jahr. Grundsätzlich wird hier die Empfehlung ausgesprochen: Das Sabbatical muss zu Ihnen und Ihrem persönlichen Lebenslauf passen.

Das heißt ein Sabbatjahr sollten Sie einlegen, weil es Sie in Ihrer Entwicklung weiterbringt. Weil Sie dadurch inspiriert werden und Motivation erhalten. Nur, weil die Auszeit gerade „IN“ ist, sollte kein Grund für die Umsetzung sein.

Was kostet ein Sabbatjahr?

 

Die Finanzierung

Die Finanzierung hängt grundsätzlich von Ihren Vorstellungen ab. Natürlich könnten Sie einfach Ihren Job kündigen, Haus und Hof verkaufen und dann in Rüdiger Nehbergs Fußstapfen treten und Ihr Sabbatjahr als Survivaltraining quer durch Deutschland, Europa oder weltweit bestreiten. Wie es dann anschließend weitergeht mit Arbeitsplatz, Schlafplatz und in finanzieller Hinsicht, steht unter Umständen bis dahin in den oftmals zitierten Sternen.

Das muss nun nicht schlecht sein – es gibt aber auch anderen Möglichkeiten. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstitut Fittkau & Maaß im Auftrag von Wimdu hat ergeben, dass 72 Prozent der Menschen in Deutschland ihr Sabbatical mit Rücklagen und Ersparnissen finanzieren würden. Das bedeutet dann also, dass die Auszeit mit einigem Vorlauf geplant und entsprechende Rücklagen gebildet werden muss.

Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstitut Fittkau & Maaß im Auftrag von Wimdu hat ergeben

Für die Finanzierung des Sabbatjahres gibt es im Wesentlichen drei Varianten – und bei allen dreien geht der Auszeit eine meist längere Arbeits- und Ansparphase voraus. Die drei Hauptversionen sind:

  • Im Vorfeld auf Teile des Gehalts verzichten
  • Überstunden ansammeln
  • Freistellung beziehungsweise unbezahlten Sonderurlaub nehmen

 

Es kommt also erst mal auf Ihren Arbeitgeber an, welche Variante er Ihnen anbietet. Gehaltsverzicht und Überstunden ansammeln wird am häufigsten angeboten und akzeptiert. Dabei ist dann auch das Sabbatjahr bezahlt und die Sozialversicherung gesichert.

Möchten Sie Ihr Sabbatical „eigenfinanzieren“, sollten Sie unbedingt mit spitzem Bleistift rechnen und folgendes berücksichtigen:

  • Ihre Laufenden Versicherungen oder möglicherweise Hypotheken
  • Mögliche Reparaturen an Auto oder Wohnung oder anderen Dingen
  • Wenn Sie vorhaben unterwegs zu sein: Reise- und Verpflegungskosten
  • Wenn Sie hauptsächlich zu Hause sein werden: Erhöhte Energie-, Heiz- und vielleicht auch Telefonkosten

 

Anschließend gehen Sie am besten auf Nummer sicher und erhöhen den von Ihnen berechneten Bedarf um 20 Prozent. Das ist für die Blackbox – denn wer weiß schon genau, was die Zukunft bringt.

  • Eine Checkliste für die Errechnung Ihres Finanzierungsbedarfs finden Sie hier.
Welches Arbeitszeit-Auszeit-Modell passt zu mir und meinem  Sabbatical?

 

Welches Arbeitszeit-Auszeit-Modell passt zu mir und meinem  Sabbatical?

 

Für die Finanzierung stehen Ihnen in der Regel verschiedene Varianten zur Verfügung. Schauen wir uns also an, was das sein könnte.

 

Sabbatical und die unbezahlte Freistellung

Das ist sicherlich die einfachste Variante. Als Mitarbeiter werden Sie von der Arbeit freigestellt und bekommen in diesem Zeitraum natürlich auch kein Gehalt. Während der Freistellungsphase ruht Ihr Arbeitsverhältnis. Theoretisch kann so eine Phase „ewig“ dauern – aber das ist ja nicht im Sinne des Erfinders. Außerdem bedeutet das auch, dass Ihr Arbeitgeber während Ihrer Auszeit keine Rentenversicherungs-, Arbeitslosenversicherung und Krankenversicherungsbeiträge für Sie bezahlt. Sie müssen sich also selbst darum kümmern. Für Ihren Arbeitgeber ist das zugleich die günstigste Variante, denn er bezahlt dafür nichts.

 

Auch eine Möglichkeit: Lohnverzicht

Bei dieser Variante wird Ihr Sabbatjahr ganz einfach über Lohnverzicht finanziert. Das könnte dann zum Beispiel so aussehen: Sie erhalten sechs Jahre lange nur sechs Siebtel Ihres Vollzeitgehalts für den Geldbeutel – Sie verzichten also pro Monat auf ein Siebtel und dieses wird dann angespart. Im siebten Jahr machen Sie dann Ihre Auszeit und erhalten weiterhin sechs Siebtel Lohn; also den Betrag, den Sie sechs Jahre lang angespart haben. Dies hätte dann gleich drei Vorteile:

  • Das Arbeitsverhältnis bleibt bestehen
  • Die Sozialversicherung wird weiterbezahlt
  • Mit 85% Gehalt kann man während der Auszeit wahrscheinlich ganz gut auskommen

 

Sonderurlaub für das Sabbatjahr

Angenommen Ihr Sabbatical soll zwei Monate dauern, dann könnte Ihr Chef Ihnen vier Wochen Sonderurlaub genehmigen. Dazu kommen dann noch vier Wochen Ihres Jahresurlaubs und schon können Sie zwei Monate … was auch immer … . Der Vorteil hierbei ist: die Sozialversicherungsbeiträge für die vier Wochen Sonderurlaub übernimmt Ihr Arbeitgeber. Länger als vier Wochen ist dies allerdings nicht möglich, denn dann gilt das Arbeitsverhältnis als unterbrochen und die Sozialversicherungsbeiträge würden nicht mehr vom Unternehmen bezahlt werden.

Sonderurlaub für das Sabbatjahr

 

Sabbatical per Teilzeitmodell

Bei dieser Variante vereinbaren Sie vor der Auszeit mit Ihrem Arbeitgeber eine Teilzeitbeschäftigung. Das bedeutet, dass Sie dann für ein entsprechend niedrigeres Gehalt weiterhin Vollzeit arbeiten. Das Geld, das damit „angespart“ wird, erhalten Sie dann während der Zeit Ihres Sabbaticals als „Lohn“. Um dieses Modell anwenden zu können schreibt das Teilzeitgesetzt vor, dass Sie mindestens sechs Monate im Unternehmen beschäftigt sind und es müssen mehr als 15 Personen dort arbeiten. Letztendlich muss Ihr Chef dann natürlich auch noch zustimmen, denn aus betrieblichen Gründen kann er den Teilzeitanspruch auch ablehnen.

 

Ein Sabbatjahr mit Arbeitsguthaben

Das ist die derzeit wohl am häufigsten verwendete Methode. Als Grundlage sparen Sie auf einem Arbeitszeitkonto Überstunden an – das geht dann meist über mehrere Jahre. Wenn genug Überstunden – also ausreichend Zeit für Ihr Sabbatjahr – vorhanden sind, feiern Sie diese am Stück ab. Heißt also: je mehr Überstunden Sie haben, um so länger dauert Ihre Auszeit. Vielleicht sagt Ihnen Ihr Arbeitgeber ja auch ein paar Negativstunden zu, die Sie dann nach dem Sabbatjahr wieder reinarbeiten. Der absolute Vorteil beim Arbeitsguthaben ist, dass Sie während Ihrer gesamten Auszeit volle Bezüge erhalten und auch komplett sozialversichert sind. Einen Haken hat diese Variante allerdings: Die Überstunden müssen detailliert erfasst werden. Vertrauensarbeitszeit funktioniert hier also leider nicht.

 

Zeitwertguthaben

Diese Sabbatjahr-Variante funktioniert wie das „Arbeitsguthaben“ – nur, dass hier zu den gesammelten Überstunden auch noch Zusatzzahlungen wie zum Beispiel das Weihnachtsgeld oder Boni angerechnet werden. Außerdem kommen auch nicht verwendete Urlaubstage in den „Zeittopf“. Wichtig ist bei dieser Variante, dass Sie sich gegen eine Firmenpleite absichern, denn wenn dieser Fall eintritt, sind Ihre angesparten Werte futsch. Auch bei diesem Modell bleiben Sie sozialversichert.

 

Die radikalste Variante für Ihr Sabbatical: Kündigung

Sie kündigen also Ihren Job. Nehmen sich Ihre Auszeit so lange Sie wollen und suchen sich danach einen neuen Arbeitsplatz. Diese im ersten Moment doch recht krasse Vorgehensweise verliert etwas an ihrer Radikalität, wenn man in Betracht zieht, dass man sich sowieso beruflich verändern möchte und dies dann, nach dem Sabbatical, entsprechend umsetzt.

Sie kündigen also Ihren Job.

Beachten sollten Sie hierbei unbedingt, dass nicht alle Ersparnisse verplant werden, weil nach der Auszeit die Bewerbungsphase durchaus länger dauern kann, als angedacht. Um die Sozialversicherung müssen Sie sich bei dieser Vorgehensweise selbstverständlich selbst kümmern.

 

Und was ist mit Urlaub?

Egal, für welches Model Sie sich entscheiden. Ist die Vereinbarung getroffen, ist Ihr Arbeitgeber daran gebunden. Ihr Chef kann das genehmigte Sabbatical also nicht mehr zurücknehmen und verbieten. Ausnahme: Kündigung – aber das ist selbstredend.

Und was ist mit Urlaub?

Wenn Sie eine einjährige Auszeit nehmen besteht auch weiterhin der gesetzliche Mindestanspruch von 24 Werktagen Urlaub. Dabei spielt es keine Rolle, ob Ihr Sabbatical bezahlt oder unbezahlt ist. Diese 24 Urlaubstage kommen also noch zu Ihrer freien Zeit dazu. Fazit: besteht das Arbeitsverhältnis formell weiter, gehört dazu auch der gesetzliche Urlaubsanspruch.

 

Ganz wichtiger Aspekt für Sie: Die Sozialversicherung

Wie schon mehrmals bei den verschiedenen Sabbatical-Modellen angedeutet, gibt es einige Varianten, bei denen die Sozialversicherung bestehen bleibt und vom Arbeitgeber weiterbezahlt wird. Voraussetzung dafür ist eine Lohnfortzahlung. Dies gilt auch für unbezahlten Sonderurlaub bis zu maximal einem Monat. Dennoch müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein, damit Sie auch wirklich sozialversichert bleiben:

  • Die Wertgutvereinbarung – das sind Ihre Geld- und Zeitguthaben – muss unbedingt schriftlich festgehalten werden
  • Sie dürfen das vorhandene Guthaben nur für den vereinbarten Zweck verwenden: also für Ihr Sabbatjahr. Die Freistellung als flexible Arbeitszeitgestaltung ist nicht zulässig
  • Ihr Guthaben wird ausschließlich im vereinbarten Zeitraum ausbezahlt und ist höher als 450 Euro monatlich

 

Wird Ihr Arbeitsvertrag aber während Ihres Sabbaticals stillgelegt oder ruht er, gibt es noch eine 1-monatige Nachversicherungsfrist. Anschließend müssen Sie sich selbst kranken- und rentenversichern.

Wenn Sie Ihre Auszeit im Ausland verbringen, prüfen und klären Sie unbedingt den Umfang Ihres Versicherungsschutzes. Wenn Sie sich in Europa aufhalten werden, bleiben Sie meist gesetzlich krankenversichert. Außerhalb Europas ist dann sehr wahrscheinlich eine spezielle Auslandskrankenversicherung von Nöten.

Zwischenfazit

 

Zwischenfazit

Sie sehen, es ist gar nicht so schnell erledigt sich für ein Sabbatjahr zu entscheiden und es dann auch vorzubereiten. Also, wichtig ist: Planung ersetzt Zufall durch Irrtum. Und im dritten Teil unserer Sabbatical-Serie beschäftigen wir uns dann unter anderem mit:

  • Wie sag ich‘s meinem Chef?
  • Alles außer Weltreise: Ideen für Ihr Sabbatjahr
  • Ihre Rückkehr

 

Also bis dann – wir lesen uns. Und darüber, wie Sie sich finanziell bereits heute auf Ihr Sabbatjahr vorbereiten können, informieren Sie sich hier.

 

 

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Schauen Sie auch in die Rubriken: Geld – Wohnen –Familie –Freizeit

 

 

Qellen: wikipedia.org, Karrierebibel.de, avantgarde-experts.de, sabbatjahr.org, personio.de, focus.de, arag.de

Bilder: Adobe

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