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Das Klima ist im Wandel

veröffentlicht am 1. Februar 2021

Das Klima ist im Wandel

… mit diesen Worten – das Wort „Welt“ durch das Wort „Klima“ ersetzt – beginnt der erste Film des Tolkien-Kult-Klassikers „Herr der Ringe“. Gesprochen von Galadriel, Herrin von Lothlórien, in einer Epoche, weit vor unserer Zeit. Und es ist nur eine Geschichte, veröffentlicht in den Jahren 1954 und 55. Es geht um die Wahrnehmung einer anstehenden, weitgreifenden Veränderung, die alle betrifft.

 

Wie gesagt, nur eine 70 Jahre alte Geschichte – aber doch so nah, denn was mit ein paar Sätzen zu Wahrnehmung und Veränderung in einer ausgedachten Story beginnt, ist jetzt und hier aktueller denn je. Unser Klima ist im Wandel; und somit ist es die Welt auch, denn beider Schicksal ist unweigerlich miteinander verbunden und somit auch das Schicksal unser aller.

 

Das Klima ist im Wandel – oder: Die Welt ist im Klimawandel

 

2020 sind gemäßigte, lang anhaltende Regenfälle fast ganz ausgeblieben. Das ist schon seit drei Jahren so. Die Äcker sind ausgelaugt, die Ernte ist um ein Drittel gefallen. Viele Bäche und Flüsschen sind verschlammt oder ausgetrocknet. Nadelbäume im Ort sind eingegangen. Ein Bild wie in der trostlosen Steppe. Doch der Besucher steht nicht in der Ödnis der Mongolei – nein, er besucht Artern, ein Örtchen mitten in Deutschland. 

Der Vergleich mit dem asiatischen Steppenland ist nicht aus der Luft gegriffen. Beispiel Thüringen: Dort regnet es inzwischen so selten wie in der Mongolei. Und solche Extreme werden zusehends zur Normalität in Deutschland, in Europa, weltweit. Monatelange Trockenheit und Waldbrände, Starkregen und Überschwemmungen, schmelzende Gletscher und sinkende Grundwasserspiegel – der Klimawandel ist überall.

>> So wird der Klimawandel Europa schaden

 

Anleger fördern den Klimaschutz

„Die Umwelt befindet sich an einem Scheidepunkt“, sagt Hans Bruyninckx. Er ist Exekutivdirektor der Europäischen Umweltagentur und drängt auf ein massives Gegenlenken. Sonst werden noch viel mehr EU-Regionen staubtrocken wie die Sahara oder überschwemmt wie Bangladesch im Monsun. Eine Gefahr, die auch viele Bürger genauso sehen und deshalb für mehr Klimaschutz demonstrieren.

Außerdem handeln die Menschen auch immer mehr als Anleger. Vermögensbildung mit dementsprechender Zielrichtung hat kräftig zugelegt, zeigt eine Studie des Forums Nachhaltige Geldanlagen. Allein im Vergleich 2019 zu 2020 um mehr als 20 Prozent. Das Volumen dieser Wertpapiere, darunter auch viele im Bereich Klimaschutz, erreicht inzwischen fast 270 Milliarden Euro.

Klimaschutz hat Konjunktur, das hat auch die Politik verstanden und den European Green Deal in Gang gesetzt. Er hat das Ziel, dass die 27 Staaten der Europäischen Union bis 2050 komplett klimaneutral sind.

Alle Wirtschaftssektoren sollen dazu einen aktiven Beitrag leisten. Zum Beispiel in neue, umweltfreundliche Technologien investieren, umweltfreundlichere, kostengünstigere und gesündere Formen des privaten und öffentlichen Verkehrs entwickeln, den Energiesektor abgasfrei und Gebäude energieeffizienter machen. Im Ergebnis soll das dann auch Europas Industrie fitter für eine erfolgreiche Zukunft machen – und seine Unternehmen zu Meistern der Nachhaltigkeit.

 

Die zehn wichtigsten Punkte des European Green Deal

 

European Green Deal

 

Mitgliedsländer, die am stärksten mit dem Übergang zu einer umweltfreundlichen Wirtschaft zu kämpfen haben, können finanzielle und technische Hilfe erwarten. Ziel ist es, im Zeitraum 2021 bis 2027, in den am meisten betroffenen Regionen mindestens 100 Milliarden Euro zu mobilisieren. Brüssel will damit auch Umweltstandards für den Rest der Welt setzen.

 

Wer erfolgreich sein will, steuert um

Und das ist eine Herkulesaufgabe. Aber es ist eine, mit der die Europäer nicht allein dastehen. So wollen auch die Chinesen bis 2060 klimaneutral leben, allein das hätte einen Effekt von 0,3 Grad weniger Temperaturanstieg, so Niklas Höhne vom New Climate Institute in Köln. Gleichzeitig wird weltweit den Verbrennungsmotoren der Kampf angesagt. Das Nicht-EU-Mitglied Norwegen will Benzin- und Dieselautos bereits ab 2025 verbieten. Israel und Indien planen dies für 2030; nebst einigen EU-Staaten wie Dänemark, Irland, Schweden oder die Niederlande. Norwegen ist Vorreiter.

Norwegen ist Vorreiter

Glücklich ist, wer als Anleger bereits frühzeitig in die Hersteller von Elektroautos oder Batterietechnik investiert hat. Die Kurse von Tesla oder BYD haben beispielsweise in den vergangenen Jahren deutlich stärker zugelegt als der Markt. Doch auch seit Jahrzehnten etablierte Marken investieren längst in klimafreundlichere Produkte und somit in deren nachhaltige Produktion, Belieferung und Logistik. Damit werden auch diese Unternehmen zunehmend für nachhaltig orientierte Anleger interessant.

Und wer mit Fonds oder ETFs gezielt in Firmen mit einer klimafreundlichen Agenda investiert, kann den nachhaltigen Umbau der Wirtschaft so befördern.

 

Was der Verbraucher will

Auch bedeutende Player der Wirtschaft haben diesen Wunsch der Verbraucher erkannt. So hat zum Beispiel „HeidelbergCement“ sein ursprüngliches CO2-Emissionsziel für 2030 auf 2025 vorgezogen. Und der BMW-Konzern weitet seine Elektropläne aus. Die Manager in diesen und in vielen anderen Unternehmen sind genau wie die Investoren überzeugt: Wenn der Klimaschutz auf einem zukunftsweisenden Kurs ist, bewegt sich auch der Kurs ihrer Aktien, und damit die Geldanlage für den Anleger, langfristig in eine nachhaltig ertragssichere Richtung.

Auch andere Konzerne, wie Siemens oder Volkswagen,  haben bereits große Schritte getätigt, um bis 2050 klimaneutral zu werden. Und das in allen Aktivitäten auf der ganzen Welt. Allein VW steht dabei, gemessen am Jahr 2016, mit seinen über 100 Fabriken für mehr als zwei Prozent der globalen Emissionen. Das entspricht der Menge, die die ganze Bundesrepublik Deutschland im selben Jahr emittiert hat.

 

Gewinner und Verlierer des Klimaschutzes

Schon jetzt ist klar: Der Klimawandel wird unter manchen Unternehmen und deren Anlegern auch Verlierer schaffen. Eine Studie der Investoren-Initiative „Principles for Responsible Investment (PRI)“ hat prognostiziert, dass die 100 klimaschädlichsten Unternehmen im Weltindex MSCI in den kommenden fünf Jahren rund 43 Prozent ihrer bisherigen Bewertung verlieren werden. Das sind 1,4 Billionen US-Dollar, die den Anlegern mit diesen Firmen verloren gehen könnten.

Besonders schwer gebeutelt werden nach dieser Analyse Kohleunternehmen, Öl- und Gas-Produzenten sowie Firmen, die mit der großflächigen Abholzung von natürlich gewachsenen Wäldern ihr Geld verdienen wollen. Aber auch Rindfleisch-Produzenten, in deren Auftrag klimaschädigende Monokulturen entstehen, zum Beispiel der Sojabohnen-Anbau, werden laut PRI im Durchschnitt 15 Prozent ihres aktuellen Börsenwertes verlieren.

Doch wo Schatten ist, da ist auch Licht. Und dieses strahlt für andere Anleger. Dieselbe Untersuchung besagt nämlich, dass die 100 Unternehmen im MSCI, die am besten hinsichtlich Klimaschutz performen, in den kommenden fünf Jahren rund ein Drittel an Wert zulegen werden. Und daran partizipieren dann auch die Anleger. Mit Anteilen von Firmen, die beispielsweise stark auf erneuerbare Energien, umweltfreundliche Antriebe oder für den Klimaschutz notwendige Mineralstoffe setzen, können sie um 700 Milliarden US-Dollar reicher werden. Selbstverständlich gibt es bei solchen Investitionen immer auch die Risikoseite, die es zu beachten gilt.

 

 

Klimafreundliche Investitionen zahlen sich aus

Davon ist auch die EU-Politik überzeugt. Darum kämpft sie gleichzeitig auch für den Schutz gegen Schmutzfinken. Dies meint, dass klimaignorante Billigimporteure aus Asien oder Amerika unter dem European Green Deal leiden sollen. Denn künftig werden auswärtige Konkurrenten eine Art CO2-Zoll an der europäischen Außengrenze zahlen müssen. Importe, wie etwa Soja aus Brasilien oder Stahl aus China, werden dann, je nach ihrem CO2-Gehalt, verteuert. Nur Lieferanten, die nachweislich genauso klimafreundlich produzieren wie die Europäer, können die Abgabe vermeiden. Zudem sollen europäische Exporteure einen Zuschuss erhalten, damit sie ihre Waren auf dem Weltmarkt trotz hoher Klimaschutzkosten wettbewerbsfähig anbieten können.

Auch unabhängige Wissenschaftler, wie Sonja Peterson, Klimaexpertin am Institut für Weltwirtschaft, befürworten einen solchen „Grenzausgleichsmechanismus“. Er sei gerecht, marktkonform und bringe noch mehr Staaten dazu, unter anderem in den Emissionshandel einzusteigen. China beispielsweise verkaufe darum inzwischen CO2-Emissionsrechte gegen Bares an die Unternehmen des Landes. Denn das Klima ist im Wandel und verdient Besseres – das hat auch das Reich der Mitte erkannt.

 

Und Sie? Individuelle Möglichkeiten für Ihre nachhaltige Geldanlage lesen hier.

 

 

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Quelle: fondsmagazin.de

Bilder: fondsmagazin.de, Sparkassenverband, pixabay.de

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Kommentare


K. KEMNITZ schreibt am 03.02.2021 um 13:00 Uhr:

Dabei werden die Menschen vergessen, die schon seit vielen Jahren ihre Häuser mit
Photovoltaikanlagen und Thermie in Richtung
Co2 Einsparungen gebracht haben, denn die
werden trotzdem die Co2 Bepreisung mitbezahlen, da hier KEINE Aufrechnung erfolgt.
Einen " Herzlichen" Dank auch an die jeweiligen Entscheidungsträger.


Antwort von Matthias Linder am 09.02.2021 um 11:34 Uhr:

Sehr geehrte Familie Kemnitz, vielen Dank für Ihren Kommentar. Es ist wohl leider in der Tat so, dass immer wieder Aktivitäten durch „das Raster“ fallen und bei entsprechenden Entscheidungen nicht berücksichtigt werden. Bleibt zu hoffen, dass sich dies entsprechend zeitnah ändert. Alles Gute für Sie.


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