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Kurzarbeit – Auswirkungen auf Steuer und Rente

veröffentlicht am 4. Januar 2021

Kurzarbeit – Auswirkungen auf Steuer und Rente

Millionen Beschäftigte sind momentan in Kurzarbeit. Es ist während der Corona-Krise eines der wichtigsten Instrumente, um Arbeitnehmer vor Arbeitslosigkeit zu schützen. Doch welche Folgen hat der Bezug des Kurzarbeitergelds auf die Steuererklärung und die spätere Rente? Was Arbeitnehmer jetzt dazu wissen sollten…

Das Passagieraufkommen ist 73 % geringer als im Vorjahreszeitraum. In den ersten drei Quartalen wurden 61 % weniger Starts und Landungen durchgeführt. Diese Zahlen verdeutlichen, die Auswirkungen der Coronapandemie haben auch den Flughafen München hart getroffen. Mittlerweile ist sogar das Terminal 1 geschlossen und alle Abflüge und Ankünfte erfolgen nur noch im Terminal 2. Weniger Flugverkehr bedeutet dementsprechend auch weniger Arbeit. Daher mussten aufgrund des massiven Einbruchs in der kompletten Luftfahrtbranche auch zahlreiche Mitarbeiter/innen in Kurzarbeit geschickt werden. Und wie es im neuen Jahr weitergeht, steht wie in vielen anderen Betrieben auch beim Flughafen München momentan noch in den Sternen…

Flugzeuge parken auf dem Rollfeld des Flughafens

Wann wird Kurzarbeitergeld gezahlt?

Grundsätzlich gilt, wenn ein Unternehmen aufgrund von temporären Schließungen oder massiven Auftragseinbußen seinen Mitarbeitern kein Gehalt mehr zahlen kann, springt die Agentur für Arbeit ein und bezahlt den Beschäftigten Kurzarbeitergeld. Dafür muss der Betrieb allerdings offiziell Kurzarbeit anmelden. Das wiederum setzt voraus, dass der Arbeitsausfall nicht zu vermeiden ist und das Unternehmen alles getan hat, um diesen so gering wie möglich zu halten bzw. zu vermeiden. Da durch die Zahlung des Kurzarbeitergeldes weniger Lohnkosten anfallen, trägt das entsprechend zur finanziellen Entlastung des Betriebs bei. So muss der Arbeitgeber seine Angestellten nicht entlassen und kann bei steigendem Auftragsvolumen sofort reagieren. In diesem Fall holt er seine Mitarbeiter wieder aus der Kurzarbeit und fährt die Produktion entsprechend hoch. Ausführlichere Informationen zum Thema Kurzarbeit und Kurzarbeitergeld während Corona sind auf den Seiten der Bundesregierung sowie der Agentur für Arbeit zu finden.

 

Welche Auswirkungen hat das Kurzarbeitergeld auf:

  • die Steuer?

Da es sich beim Kurzarbeitergeld um eine Lohnersatzleistung handelt, ist es grundsätzlich steuerfrei. Es unterliegt allerdings dem Progressionsvorbehalt. Das bedeutet, es wird zusammen mit dem steuerpflichtigen Einkommen zur Berechnung des persönlichen Steuersatzes herangezogen. Dieser wird dann auf das zu versteuernde Einkommen angewendet. Das Kurzarbeitergeld selbst bleibt aber weiterhin steuerfrei. Die Berechnung dafür erfolgt jedoch erst im Rahmen der Steuererklärung. Daher ist sie für alle Arbeitnehmer, die in einem Jahr mehr als 410 Euro Kurzarbeitergeld bezogen haben, verpflichtend. Dementsprechend kann der Arbeitgeber den erhöhten Steuersatz nicht auf den monatlichen Lohnsteuerabzug anwenden. Die Wahrscheinlichkeit für eine spätere Steuernachzahlung des Kurzarbeiters ist daher relativ hoch. Ob eine Nachzahlung tatsächlich anfällt, hängt allerdings von unterschiedlichen Faktoren ab. Beispielsweise wie viel Lohnsteuer hat der Arbeitnehmer im gesamten Jahr gezahlt, wie viel Prozent war er in Kurzarbeit, hat der Arbeitgeber das Kurzarbeitergeld freiwillig aufgestockt und wie viel Werbungskosten kann er geltend machen.

Für eine erste Einschätzung, wie sich der Progressionsvorbehalt auf die persönliche Steuerlast auswirkt, bietet das Bayerische Landesamts für Steuern auf ihrer Seite einen entsprechenden Progressionsvorbehaltsrechner.

Wegweiser Kurzarbeitergeld und Steuernachzahlung
  • die Rente?

Grundsätzlich sind Arbeitnehmer, die Kurzarbeitergeld beziehen, weiterhin gesetzlich versichert. Sowohl in der Renten-, wie auch in der Kranken-, Pflege- oder Arbeitslosenversicherung. Die abgeführten Beiträge errechnen sich allerdings auf der Basis des tatsächlich gezahlten, jedoch reduzierten, Verdienstes. Dementsprechend hat das Kurzarbeitergeld auch Einfluss auf die spätere Rente. Die Beiträge zur Rentenversicherung zahlen normalerweise Arbeitgeber und Arbeitnehmer je zur Hälfte. In diesem speziellen Fall ist das jedoch anders. Denn um den negativen Effekt abzumildern, ist der Arbeitgeber verpflichtet, die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung aufzustocken, und zwar für 80 % des Verdienstes, der aufgrund der Kurzarbeit ausfällt. Durch diese Aufstockung werden also auch bei 100% Kurzarbeit zumindest 80% der bisherigen Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt. Ein Nachteil entsteht also durchaus, jedoch deutlich geringer als zunächst vielleicht befürchtet.

 

Das sollten Arbeitnehmer jetzt tun

Jeder Arbeitnehmer, der Kurzarbeitergeld bezogen hat oder es immer noch tut, sollte sich ein ausreichendes finanzielles Polster für eine später durchaus mögliche Steuernachzahlung zulegen. Wer hingegen nicht rechtzeitig etwas Geld zur Seite legt, dem fehlt es im Monat der Rückzahlung zusätzlich zum ohnehin schon geringeren Verdienst. Etwa 10 bis 15 Prozent des Kurzarbeitergeldes sollten betroffene Arbeitnehmer daher monatlich sparen. Zudem sollte jeder Arbeitnehmer seine eigene Rente nicht nur auf die gesetzliche, sondern auch auf eine private Altersvorsorge stützen. 

 

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Quellen: deutsche-rentenversicherung.de, vlh.de, t-online.de, n-tv.de, stock.adobe.com

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