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Die private Windkraftanlage

veröffentlicht am 4. Januar 2021

Die private Windkraftanlage

Strom mit einer Photovoltaikanlage selbst zu erzeugen ist heute längst keine Seltenheit mehr. Doch mittlerweile gibt es durchaus auch andere Möglichkeiten, um Strom zu produzieren. Beispielsweise mit einer eigenen kleinen Windkraftanlage.

Gerade in den vergangenen Jahren sind die Kosten für Strom und Heizung noch einmal deutlich gestiegen. So müssen deutsche Haushalte heute durchschnittlich 32% mehr für ihren Strom bezahlen also noch vor zehn Jahren. Betrachtet man die Preisentwicklung seit der Jahrtausendwende, liegt die Steigerung des Strompreises sogar bei 125%. Im bundesweiten Schnitt kostet eine Kilowattstunde Strom momentan 31,47 Cent. Damit ist Strom derzeit so teuer wie nie zuvor. Um von den massiven Preissteigerungen in Zukunft verschont zu bleiben, entscheiden sich immer mehr Hausbesitzer dafür, ihren Strom selbst zu erzeugen. Das funktioniert beispielsweise relativ kostengünstig, umweltschonend und platzsparend mit einer privaten Windkraftanlage.

 

Definition

Wie beim Prinzip der großen Windkraftanlagen nutzen auch kleine private Anlagen die Kraft des Windes zur Erzeugung von Strom. Dafür maßgeblich ist der Generator. Dieser wiederum nutzt die Bewegung, die aus der Drehung des jeweiligen Rotors entsteht, um Strom zu produzieren. Errichtet wird die private Windkraftanlage dafür entweder im eigenen Garten oder direkt auf dem Dach des Wohnhauses. Diese Kleinkraftanlagen leisten in der Regel nicht über 30 kW, sind nicht höher als 30 Meter und haben einen Rotordurchmesser von maximal 16 Metern. In den meisten Fällen fallen sie jedoch deutlich kleiner und platzsparender aus.

 

Ausführungen

Grundsätzlich unterscheidet man im Bereich der Windkraftanlagen zwischen zwei Formen, den horizontalen und den vertikalen Windkraftanlagen. Diese unterscheiden sich, wie schon der Name sagt, durch die Lage der Rotorachse. Horizontale Rotorachsen gibt es sowohl im privaten wie auch im gewerblichen Bereich. Da sie vor allem für große Windräder verwendet werden, prägen sie das für uns typische Bild einer Windkraftanlage. In den meisten Fällen weisen private Windkraftanlagen jedoch keine horizontale, sondern eine vertikale Rotorachse auf. Von diesen gibt es für den privaten Markt mittlerweile eine Vielzahl an unterschiedlichen Bauformen und technischen Konzepten. Sie wiederum sorgen für eine enorme Auswahl im Design und Aussehen. Eine ausführliche Beratung durch einen Experten ist daher nahezu unumgänglich um die passende Anlage zu finden.

Voraussetzungen

Der ausschlaggebende Faktor bei der Planung einer eigenen kleinen Windkraftanlage ist das vor Ort herrschende Windpotential. Denn nur an einem windigen Standort lässt sich die Anlage sinnvoll zur Stromerzeugung nutzen. An vielen Orten gibt es eine eindeutige Hauptwindrichtung, aus der über das Jahr gesehen am häufigsten der Wind weht. Aus dieser Richtung sollte dementsprechend die freie Anströmung des Windes gegeben sein. Da Mitteleuropa in der Westwindzone liegt, in der der Wind in den meisten Fällen aus westlicher Richtung kommt, empfiehlt sich diese Richtung grundsätzlich. Da der Wind im Einzelfall aber durchaus auch aus einer anderen Richtungen wehen kann, ist für eine effiziente Anlage eine genaue Messung unausweichlich. Zumal grundsätzlich die Regel gilt: Die Erträge steigen mit wachsender Windgeschwindigkeit überproportional an. 

Außerdem sollte sich die Anlage in unmittelbarer Nähe zum Verbraucher befinden und nach Möglichkeit keine potenziellen Windstopper, wie Bäume, Häuser oder andere Gebäude, in direkter Umgebung haben. Von Vorteil ist daher, wenn sich das Gebäude und somit auch die spätere Anlage in Einzellage oder zumindest am Siedlungsrand befindet. Denn dort gibt es häufig deutlich weniger natürliche Windstopper und Nachbarn, die sich im Zweifelsfall auch durch die entstehenden Geräusche gestört fühlen könnten.

 

Rentabilität – Anschaffungspreis vs. Ertrag

Beim Anschaffungspreis ist sowohl bei der horizontalen wie auch bei der vertikalen Windkraftanlage der Hersteller sowie das gewählte Modell ausschlaggebend. Denn es herrschen durchaus deutliche Preisunterschiede. Pro Kilowatt installierter Leistung bewegt sich der Anschaffungspreis zwischen 3.000 und 10.000 Euro. Wie viel Leistung die eigene Windkraftanlage haben sollte, hängt dann ganz entscheidend vom eigenen Stromverbrauch ab. Durchschnittlich liegt dieser bei 1500 kWh pro Person und Jahr, kann aber durchaus auch deutlich höher oder niedriger ausfallen. Wie hoch der eigene Stromverbrauch tatsächlich ist, können Verbraucher der Stromabrechnung entnehmen. Je nachdem, wie viel Strom benötigt wird, sollte die Anlage entsprechend groß oder klein ausfallen. Eine Einspeisung ins öffentliche Netz ist hingegen, wie auch in anderen Bereichen, nicht unbedingt wirtschaftlich.

Der Ertrag einer Anlage hängt, wie auch die Anschaffungskosten, von unterschiedlichen Faktoren ab. Je nach Ausrichtung der Rotorachse, dem Rotordurchmesser und der Leistung der Anlage sowie den Windverhältnissen und der damit verbundenen Windgeschwindigkeit kann die Anlage mehr oder weniger Strom produzieren. Allgemeine Aussagen zum Ertrag der einzelnen Anlage sind somit äußerst schwierig. Ein guter Standort sollte allerdings eine durchschnittliche Windgeschwindigkeit von mindestens vier Metern pro Sekunde aufweisen. Ist diese gegeben, ergibt sich je nach Nennleistung der Anlage ein Jahresertrag zwischen 1270 kWh, bei einer 1,5kW Anlage, bis hin zu 9.000 kWh, bei einer Anlage mit 10 kW Leistung. Um den persönlichen Ertrag einer Anlage zu berechnen ist der entscheidende Faktor der vor Ort herrschende Wind.  Allgemeine Angaben des Herstellers sind also durchaus kritisch zu hinterfragen.

Zusammengefasst lässt sich damit sagen, eine kleine Windkraftanlage ist immer dann wirtschaftlich, wenn die Gestehungskosten (Installation und Betrieb der Anlage) des selbst produzierten Stroms niedriger sind als den Strom aus dem öffentlichen Netz zu beziehen.

kleine Windkraftanlage

Finanzierung

Die KfW bietet mit ihrem Förderprodukt „Erneuerbare Energien – Standard“ die Möglichkeit, den Bau der eigenen Windkraftanlage zu finanzieren. Dieses Programm wurde speziell dafür entwickelt, den Bau oder Erwerb einer Anlage zur Erzeugung von Strom und Wärme durch Photovoltaik, Wasser, Wind oder Biogas zu unterstützen. Beantragt kann es allerdings nur über die eigene Hausbank werden. Nähere Informationen sowie den direkten Link zur Terminvereinbarung finden Interessierte hier.

 

Das sollten Sie beachten

Weltweit gibt es über 300 Hersteller kleiner Windkraftanlagen. Neben zahlreichen hochwertigen, ausgereiften Anlagen gibt es auf dem Markt für privaten Windkraftanlagen jedoch auch viel schlechte Qualität. Zudem wird eine Vielzahl an Produkten, die sich eigentlich noch im Pilotstadium befinden, bereits als marktreife Produkte angeboten. Dieses Phänomen ist typisch für einen noch relativ jungen Markt. Daher gilt es, sich vor dem Kauf einer Anlage umfassend zu informieren.

Außerdem sollten künftige Windkraftanlagenbesitzer genau abwägen, welche Installationsform am besten für sie geeignet ist. Denn sowohl die Dach- wie auch die Mast-Installation haben durchaus positive wie negative Aspekte. Bei einer Dachinstallation gilt es beispielsweise die Statik des Daches zu beachten sowie die durch das Windrad auf dem Dach entstehenden Geräusche zu berücksichtigen. Wohingegen die Mast-Installation einen Teil des eigenen Gartens belegt und dort als ziemlicher Fremdkörper wirkt. Wer mit dem Gedanken spielt, sich eine eigene Anlage zu kaufen, sollte sich zudem vorab genau informieren, ob dafür eine Baugenehmigung erforderlich ist. Denn das hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Aufschluss darüber kann ein Blick in die Bauordnung der jeweiligen Region geben oder ein Gespräch mit der örtlichen Bauaufsichtsbehörde.

 

 

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Quelle: windkraftanlagen.com, energie-fachberater.de, pro-energy-solutions.de, stock.adobe.com

 

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