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Unfallflucht

veröffentlicht am 2. November 2020

Unfallflucht

Wer einen Unfall verursacht oder daran beteiligt ist, muss sich melden. Ansonsten begeht er Unfallflucht und damit eine Straftat mit zum Teil drastischem Strafmaß.

Bei der Fahrerflucht, auch Unfallflucht genannt, handelt es sich statistisch gesehen um einen der häufigsten Delikte im Straßenverkehr. Die Bandbreite reicht dabei vom leicht zerkratzten Kotflügel aufgrund eines leichten Parkremplers über den Schaden an Bäumen oder Leitplanken am Straßenrand bis hin zur Flucht nach einem Verkehrsunfall, bei dem ein oder mehrere Menschen verletzt oder sogar getötet wurden.

 

Das Wichtigste kurz zusammengefasst

  • Nach einem Unfall eine angemessene Zeit auf den Geschädigten warten und den Schaden direkt bei ihm oder alternativ bei der Polizei melden.
  • Je nach Höhe bzw. Schwere des Schadens droht bei einer Unfallflucht eine Geldbuße, ein Fahrverbot, Punkte in Flensburg bis hin zu Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren.
  • Kann der Schadenverursacher trotz Fahrerflucht ermittelt werden, übernimmt die Versicherung des Unfallverursachers den Schaden des Geschädigten. Im Fall eines Regresses holt sich der Versicherer das Geld bis zu einer Höhe von 5.000 Euro jedoch im Anschluss wieder vom Täter zurück.
  • Bleibt der Täter unbekannt, zahlt die Vollkasko den entstandenen Schaden des Opfers.
Paragraph 142 StGB

 

Was ist im Fall eines Unfalls zu tun?

Alle Beteiligten eines Unfalls sind laut Straßenverkehrsordnung dazu verpflichtet unverzüglich anzuhalten, die Unfallstelle zu sichern und Verletzten erste Hilfe zu leisten. Kümmert sich ein Beteiligter oder ein Zeuge nicht um einen Verletzten, macht er sich der unterlassenen Hilfeleistung schuldig. Zudem sind alle Beteiligten und gegebenenfalls auch wichtige Zeugen dazu verpflichtet, ihre persönlichen Daten den anderen Beteiligten und/oder der Polizei zu nennen.

 

Wie verhält man sich als Verursacher eines Schadens richtig?

Die einzig richtige Antwort lautet: Den Schaden unverzüglich, spätestens jedoch nach einer „angemessenen Wartezeit“, melden. Und zwar entweder direkt beim Geschädigten oder alternativ bei der Polizei. Der Passus der „angemessenen Wartezeit“ ist jedoch nicht gesetzlich definiert. Dementsprechend ist eine Zeitangabe, welche exakt einzuhaltend ist, nicht möglich. Die Wartezeit kann somit durchaus zwischen 10 Minuten bis hin zu einer ganzen Stunde variieren. Ein Zettel an der Windschutzscheibe oder eine hinter die Scheibenwischer geklemmte Visitenkarte reichen allerdings definitiv nicht aus. Und auch wenn ein vermeintlich unsichtbarer Parkrempler oder eine nur leicht verkratzte Leitplanke im ersten Augenblick nur einen geringen Schaden, einen sogenannten Bagatellschaden, vermuten lassen, befreit das den Verursacher nicht von seiner Pflicht diesen zu melden. Den entstandenen Schaden übernimmt dann in der Regel die Kfz-Versicherung.

Zettel mit Kontaktdaten des Unfallverursachers hinter der Windschutzscheibe

Die einzige Ausnahme stellt die unbemerkte Fahrerflucht, auch Fahrerflucht ohne Vorsatz genannt, dar. Denn bei dieser Variante der Unfallflucht hat der Verursacher vom entstandenen Schaden tatsächlich nicht bemerkt und ist sich somit keiner Straftat bewusst. Ein solcher Fall wäre beispielsweise das Touchieren eines anderen Fahrzeugs beim Ausparken, während das Autoradio voll aufgedreht ist. Die Musik übertönt das entstandene Kratzgeräusch und die Berührung ist so gering, dass der Fahrer während des Parkvorgangs nichts bemerkt. Kommt es allerdings aufgrund einer Zeugenaussage zu einer Anzeige, wird ein Kfz-Sachverständiger den Unfallhergang noch einmal genauestens überprüfen. Kann dem Verursacher in diesem Zug das Gegenteil bewiesen werden und die Verheimlichung als reiner Selbstschutz nachgewiesen werden, droht ihm ebenfalls eine Strafe wegen Fahrerflucht.

Ab wann spricht man vom Tatbestand der Unfallflucht?

Wer sich unerlaubt vom Unfallort entfernt, begeht laut §142 Strafgesetzbuch Fahrerflucht oder anders bezeichnet Unfallflucht. Eine Unfallflucht ist immer dann anzunehmen, wenn sich ein Unfallbeteiligter ohne Feststellung seiner Personalien vom Unfallort entfernt. Egal ob es sich dabei um den Schadenverursacher, den Geschädigten, die Mitinsassen oder einen vermeintlich unbeteiligten Radfahrer oder Fußgänger handelt. Denn laut Gesetz gilt jeder als Unfallbeteiligter, dessen Verhalten nach den Umständen zur Verursachung des Unfalls beigetragen haben kann. Hat ein Radfahrer beispielsweise den Unfallverursacher vorher geschnitten oder ein Fußgänger unvorsichtig die Straße überquert und damit zur Entstehung des Unfalls beigetragen ist er genauso Unfallbeteiligter wie jeder andere. Somit müssen auch sie sich unverzüglich melden und ihre Personalien angeben, da sonst der Straftatbestand der Unfallflucht besteht. Das gilt sowohl bei Sachschäden, beispielsweise einer verbeulten Stoßstange, wie auch für Unfälle mit Personenschäden.

Angefahrenes Auto

 

Was passiert, wenn der Verursacher des Unfalls nicht zu ermitteln ist?

Für den Fall, dass der Verursacher des Unfallschadens nicht auffindbar ist, muss das Opfer selbst für den Schaden aufkommen. Außer der Geschädigte verfügt über eine Vollkaskoversicherung, denn sie übernimmt in einem solchen Fall die Kosten. Eine Teilkasko- oder Haftpflichtversicherung reichen dafür hingegen nicht aus. Hat der Versicherte im Rahmen der Vollkasko eine Selbstbeteiligung vereinbart, bleibt er allerdings trotz Versicherung auf den Kosten in entsprechender Höhe sitzen. Zudem kann die Versicherung den Geschädigten nach der Regulierung des Schadens beim Schadensfreiheitsrabatt zurückstufen.

 

Mildert eine nachträgliche Selbstanzeige das Strafmaß?

Wer sich im Fall einer Unfallflucht innerhalb von 24 Stunden bei der Polizei meldet und Selbstanzeige erstattet kann vor Gericht mit mildernden Umständen rechnen. Bei einem geringen Schaden, kann der Täter in diesem Fall sogar straffrei ausgehen. Anders verhält es sich jedoch bei der Regulierung des Schadens durch die Vollkaskoversicherung. Sie kann die Übernahme trotzdem ablehnen. Denn der Versicherte ist verpflichtet, einen Schaden sofort und nicht erst nachträglich bei der Versicherung zu melden. Nur so ist gewährleistet, dass der Unfallhergang komplett überprüft wird und der Fahrer den Unfall nicht beispielsweise unter Alkohol- oder Drogeneinfluss verursacht hat.

 

 

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Quellen: adac.de, verkehrsunfall.org, stock.adobe.com

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