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Wichtige Informationen rund ums Homeoffice

veröffentlicht am 1. Oktober 2020

Wichtige Informationen rund ums Homeoffice
Wegen der Corona-Krise verlagern immer mehr Menschen ihren Arbeitsplatz in die eigenen vier Wände. Aber was spricht eigentlich für und was gegen das Arbeiten von Zuhause und wie steht es um den Versicherungsschutz, wenn das Home zum Office wird?

Von zu Hause aus zu arbeiten ist für viele Arbeitnehmer eine ganz neue Erfahrung. Denn früher war ein Heimarbeitsplatz in vielen Betrieben eher die Ausnahme als die Regel. Mittlerweile sind jedoch viele Firmen dazu übergegangen ihren Mitarbeitern das mobile Arbeiten von Zuhause zu ermöglichen. Sogar in Branchen, in denen es vorher niemand für möglich gehalten hätte, funktioniert es mittlerweile reibungslos und ohne Abstriche. Sogar Lehrer, Bänker oder Vertriebsmitarbeiter arbeiten ganz oder zumindest teilweise aus dem Homeoffice. Durch die guten Erfahrungen der letzten Monate haben manche Firmen ihre Büroräume jetzt sogar komplett aufgegeben. Dort arbeiten die Mitarbeiter künftig nur noch im Homeoffice. Und für wichtige Besprechungen und Teammeetings trifft sich das Team einfach online per Videokonferenz.

Aber gerade, weil das Thema Heimarbeitsplatz für viele Arbeitnehmer komplett neu ist, haben sie sich bisher weder mit den Vor- und Nachteilen dieser Arbeitsweise noch mit dem dort geltenden Versicherungsschutz auseinandergesetzt. Aber das ändert sich jetzt. Unter anderem dank der Meinung und der Erfahrungswerte zweier Homeoffice-Arbeiter.

 

Pro Homeoffice

Stefan berichtet: Als Grafikdesigner bin ich relativ flexibel, was Arbeitsort und Arbeitszeit betrifft. Daher war es bei uns in der Firma auch kein Problem, als ich im Frühjahr nach einem Homeoffice-Arbeitsplatz gefragt habe. Ich arbeite zwar noch nicht lange von Zuhause aus, aber die Vorteile weiß ich bereits jetzt sehr zu schätzen.

Höhere Flexibilität 

Gerade wenn es um das flexible Arbeiten geht, lässt sich ein Heimarbeitsplatz in keinster Weise mit der Arbeit im Büro vergleichen. Das hat sich gerade jetzt während der Corona-Krise gezeigt. Denn, dass ich von Zuhause arbeiten konnte, war ein Riesenvorteil für mich und meine Familie. Meine Frau arbeitet in der Verwaltung eines Krankenhauses, daher war sie während der letzten Monate extrem gefordert. Deshalb habe hauptsächlich ich mich um unsere beiden Kinder gekümmert. Ich gebe zu, die letzten Monate waren nicht einfach, sondern eine echte Herausforderung, aber zusammen haben wir sie gemeistert. Auch dank der Möglichkeit, meine Arbeit von Zuhause und vor allem zeitlich flexibel zu gestalten. So konnte ich früh morgens, noch bevor die Kinder aufgestanden sind, bereits drei Stunden arbeiten und mich dann am Vormittag ganz dem Thema Homeschooling widmen. Mittags habe ich dann noch für die ganze Familie gekocht.

Bessere Konzentration

War meine Frau dann wieder da, habe ich mich nochmal an den Computer gesetzt und oft bis in die Nacht gearbeitet. Denn gerade während der Abendstunden kann ich mich am besten konzentrieren. Und da ich Zuhause alleine im Büro sitze, gibt es dort auch keine Ablenkung. Anders als im Firmenbüro. Dort läuft doch öfter einmal ein Kollege auf dem Gang vorbei oder das Telefon des Kollegen gegenüber klingelt. So etwas gibt es Zuhause eben nicht.

Mann arbeitet konzentriert im Homeoffice
Zeit- und Kostenersparnis

Außerdem spare ich mir jeden Tag ungefähr zwei Stunden Zeit und jede Menge Geld für Benzin und Fahrkarten, weil ich nicht mehr nach München pendeln muss. Ich hoffe, dass unser Chef uns auch künftig die Möglichkeit gibt, weiterhin im Homeoffice zu arbeiten. Ich würde mich auf jeden Fall sehr darüber freuen!

 

Contra Heimarbeitsplatz

Martin erklärt: Ich arbeite im Controlling eines großen Automobilherstellers. Dementsprechend ist meine Arbeit nicht an einen bestimmten Ort bzw. ein Büro gebunden. Einen Homeoffice-Arbeitsplatz habe ich bereits seit über einem Jahr, nutze ihn allerdings maximal ein bis zwei Tage in der Woche. Denn anders als viele meiner Freunde bin ich eher ein Gegner von Heimarbeitsplätzen. Und dies aus vielerlei Gründen.

Höhere Kosten

Zwar hatte ich das Glück, dass mein Arbeitgeber die Ausstattung meines Homeoffice-Arbeitsplatzes übernommen hat, in meinem Bekanntenkreis gab es allerdings auch genügend Fälle, bei denen es anders war. Viele haben sich selbst um einen PC, einen Drucker sowie einen Scanner kümmern müssen, um dann damit von zu Hause aus arbeiten zu können. Das hat selbstverständlich erst einmal ein Loch in die Haushaltskasse gerissen. Homeoffice hat in vielen Fällen also nicht unbedingt nur finanzielle Vorteile. Zumal das Arbeiten von Zuhause auch zwangsläufig höhere Strom, Heiz- und Wasserkosten verursacht und unter Umständen sogar höhere Telefon- oder Internetkosten nach sich zieht.

Mehr Ablenkung

Außerdem braucht es durchaus eine gehörige Portion Selbstdisziplin um von Zuhause aus richtig effizient zu arbeiten. Denn das Arbeitsleben strikt vom Privatleben zu trennen ist teilweise auch für mich eine Herausforderung. Allzu leicht lässt man sich da von vermeintlich wichtigen Arbeiten im Haushalt, dem Partner oder den eigenen Kindern ablenken. Denn vor allem für den Nachwuchs ist es oft vollkommen unverständlich, warum ich scheinbar keine Zeit für sie habe, sondern anscheinend lieber am Computer sitze.

Vater im Homeoffice wird von Töchtern abgelenkt
Höheres Arbeitspensum

Einige meiner Kollegen arbeiten im Homeoffice nahezu rund um die Uhr. Nur nochmal kurz in den Abendstunden oder am Wochenende die E-Mails checken oder ein Projekt gleich noch schnell abschließen, das ist für sie mittlerweile schon fast normal geworden. Denn dadurch, dass der Zugang zur Arbeit im Homeoffice nahezu immer möglich ist, können sie nicht mehr richtig abschalten und kriegen auch nach Feierabend den Kopf nicht frei vom Arbeitsalltag. Und rufen der Chef oder die Kollegen außerhalb der offiziellen Arbeitszeit noch auf dem Handy an, nimmt man den Anruf selbstverständlich auch entgegen. Dadurch arbeitet man im Endeffekt deutlich mehr Stunden als im Büro. Das Gleiche gilt für die gesetzlich vorgeschriebenen Pausen- und Ruhezeiten. Allzu oft werden sie nicht eingehalten, sondern es wird durchgearbeitet. Denn die Zeit für eine richtige Mittagspause nehmen sich nur die wenigsten. Lieber essen sie zwischendurch viele kleine, meist ungesunde Snacks oder eben den ganzen Tag nichts. Dass das auf die Dauer nicht gesund sein kann, ist, denke ich, jedem klar.

Frau arbeitet spät abends noch im Homeoffice
Isolation von Kollegen

Und auch der soziale Aspekt leidet im Homeoffice. Denn wer Zuhause arbeitet, bleibt zwangsläufig oft außen vor. Das ist auch bei uns so. Und genau von diesem kollegialen Miteinander lebt das Arbeitsleben doch erst. Von daher nutze ich meinen Homeoffice-Arbeitsplatz zwar gerne, wenn ich sehr konzentriert an einer Auswertung arbeiten muss, den Rest der Zeit verbringe ich aber nach wie lieber im Büro bei meinen Kollegen.

 

Wie steht es um den Versicherungsschutz im Homeoffice?

Bei einem Unfall

Auch im Homeoffice ist der Arbeitnehmer gesetzlich unfallversichert. Allerdings nur, wenn der Unfall in unmittelbarem Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit steht. Die exakte Abgrenzung zwischen privatem und beruflichen Bereich ist jedoch gerade bei der Arbeit Zuhause sehr schwierig. Denn oft verschmilzt dort beides miteinander. Allerdings nicht beim Versicherungsschutz! Stürzt ein Arbeitnehmer beispielsweise während der Arbeitszeit Zuhause die Treppe hinunter und bricht sich ein Bein, greift nicht automatisch die gesetzliche Unfallversicherung. Ausschlaggebend ist in diesem Fall, warum er die Treppe benutzt hat. Wollte er sich ein Glas Wasser in der Küche holen besteht kein Versicherungsschutz. War er hingegen auf dem Weg Dokumente aus dem Drucker im Obergeschoss zu holen, ist die gesetzliche Unfallversicherung zuständig. Auch der Weg von und zur Toilette ist im Homeoffice nicht versichert, im Büro hingegen schon. Ähnlich verhält es sich bei Wegeunfällen. Wird das Kind auf dem Weg zum Büro an der Kita abgesetzt, besteht ganz normal der gesetzliche Unfallschutz. Bringt der Arbeitnehmer das Kind allerdings in den Kindergarten und verletzt sich auf dem Rückweg zu seinem Homeoffice-Arbeitsplatz besteht kein Versicherungsschutz. Entsprechend sollten all diejenigen, die auch am Heimarbeitsplatz wert auf eine ausreichende Unfallabsicherung legen, zusätzlich eine private Unfallversicherung abschließen.

Frau nach Treppensturz
Bei Beschädigung des Arbeitsmaterials

Ähnlich gestaltet sich der Fall, wenn Betriebseigentum im Homeoffice beschädigt wird, beispielsweise der Laptop oder das Diensthandy. Bei leichter Fahrlässigkeit, beispielsweise einem verschütteten Kaffee über der Tastatur, übernimmt der Arbeitgeber die Kosten für ein Ersatzgerät oder die Reparatur. Anders verhält es sich hingegen bei grober Fahrlässigkeit. Wer sein Arbeitsgerät beispielsweise in der Badewanne versenkt oder auf dem Balkon von der Sonne braten lässt muss in der Regel für den Ersatz selbst aufkommen.

Kaffee über Laptoptastatur verschüttet

 

Egal ob Homeoffice oder mobiler Arbeitsplatz – langfristig gesehen wird diese Art des Arbeitens zur klassischen Variante vor Ort im Unternehmen dazu gehören. Denn in vielen Firmen werden die Möglichkeiten je nach Tätigkeitsfeld und Firmenphilosophie individuell angepasst.

 

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Quellen: Stiftung Warentest, test.de, dieversicherer.de, stock.adobe.com

 

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