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Die letzte Steuererklärung

veröffentlicht am 1. Oktober 2020

Die letzte Steuererklärung

Jeder Bürger muss Steuern zahlen, sogar über den Tod hinaus. Die Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung wird zur Aufgabe der Erben, weil ihr der Verstorbene nicht mehr nachkommen kann. Zum Nachlass der Erben kommt also noch eine Steuererstattung oder eine Nachzahlung dazu. Eine Steuererklärung ist unter anderem dann verpflichtend, wenn der Verstorbene im Jahr des Todes Einnahmen hatte.

 

Freiwil­lig lohnt sich

Eine freiwil­lige Abgabe der Steuererklärung für den Verstorbenen kann sich für die Erben lohnen. Entscheidend ist, ob bereits während des Jahres Lohn­steuer einbehalten wurde. Mit einer Erstattung können Erben in aller Regel dann rechnen, wenn der Verstorbene unmittel­bar aus dem Arbeits­leben ausgeschieden ist. Denn dann fiel der monatliche Lohn­steuer­abzug zu hoch aus.

 

Geld für die Erben

Eine Steuererstattung für den Verstorbenen, beziehungsweise für den Erben, zählt zum Nachlass – genau, wie mögliche Steuerschulden. Sie steht den Erben zu und muss unter den Berechtigten nach der Erbquote aufgeteilt werden. Erstattungen aus dem Todes­jahr wirken sich nicht auf die Erbschaft­ssteuer aus, nur solche aus früheren Jahren.

Steuerklärung

 

In folgenden Fällen ist damit zu rechnen, Geld vom Finanzamt zu erhalten:

 

Der oder die Verstorbene
  • war im Senioren- oder Pflegeheim und musste Zuzahlungen leisten.
  • hat im Kalenderjahr Rechnungen von Handwerkern oder Dienstleistern bezahlt, die seine tarifliche Steuer um 20 Prozent der Lohnkosten senken.
  • hatte einen Grad der Behinderung, mit dem ein Freibetrag geltend gemacht werden kann.
  • tätigte höhere Spendenzahlungen oder Zahlungen an politische Parteien.

 

Witwen-Splitting

War der oder die Verstorbene verheiratet, muss der noch lebende Ehepartner für das Todes­jahr eine letzte gemein­same Steuererklärung abgeben. Zur Abmil­derung einer höheren steuerlichen und finanziellen Belastung kann der Hinterbliebene für das Todes­jahr die Zusammen­ver­anlagung wählen, falls dies noch nicht geschehen ist. Die Steuer wird dann nach dem Splitting-Tarif berechnet. Das ist dann güns­tiger, zum Beispiel durch die doppelte Berück­sichtigung des Grund­frei­betrags. Für das Jahr 2020 bleiben dann beispielsweise 17.000 Euro steuerfrei statt nur 8.500 Euro.

Wichtig:

  • Dieses sogenannte Witwensplitting gibt es allerdings nur, wenn das Paar zum Todes­zeit­punkt noch verheiratet war, beide unbe­schränkt steuer­pflichtig waren und nicht dauernd getrennt lebten.
  • Gibt es mehrere Erben, treten diese gemein­sam an die Stelle des Verstorbenen. Sie müssen daher alle dem Witwen­-Splitting zustimmen. Ab dem zweiten Kalender­jahr, das auf das Todes­jahr folgt, wird der über­lebende Ehepartner auto­matisch in Steuerklasse I einge­stuft.

 

Automatischer Steuerklassen­wechsel

Hinterbliebene werden im Jahr des Todes des Ehepart­ners und im folgenden auto­matisch in die Steuerklasse III einge­ordnet. Das gilt ab dem ersten des auf den Todes­tag folgenden Monats. Die Meldeämter über­mitteln diese Daten auto­matisch. Besteht die Steuerklasse III bereits, wird sie beibehalten. Durch den Tod entfallen die Voraus­setzungen für die Steuerklassen III/V oder IV/IV, das ist der sogenannte „Plus-Faktor“.

 

Unterschiedliche Fristen

Für die Einkommensteuererklärung gelten unterschiedliche Abgabefristen.

Beispiel: Bei einer sogenannten Pflichtveranlagung, endet die Frist bei Todesfällen aus dem Jahr 2020 am 2. August 2021. Hinterbliebene, die Steuerberater oder Lohnsteuerhilfevereine mit dem Einreichen der Unterlagen beauftragen, haben bis zum 28. Februar 2022 Zeit.

Für freiwillige Erklärungen gilt die allgemeine Festsetzungsfrist. Bei verspäteter Abgabe einer Pflichterklärung erhebt die Finanzbehörde Zuschläge.

 

Aufschub beantragen

Die Erben können beim Finanz­amt eine Frist­verlängerung beantragen. Das ist sinn­voll, wenn die Erbfolge noch nicht geklärt ist. Ein Aufschub muss allerdings gut begründet sein.

Beispiel: Längere Krankheit, Auslands­auf­enthalt, Verzögerungen bei der Beschaffung von Unterlagen, Reisebeschränkungen wegen COVID 19.

Der Antrag muss schriftlich und vor Ablauf der Frist gestellt werden. Bei einer Erbengemeinschaft genügt es, wenn ein Mitglied gegenüber dem Finanzamt handlungsfähig ist.

 

Nötige Dokumente beschaffen

Die Wohnung des Verstorbenen zu räumen ist oft zeitintensiv. Aber Achtsamkeit zahlt sich hierbei oftmals aus. Das heißt, Ordner und Papiere sollten einzeln gesichtet und sortiert werden, damit keine Belege verloren gehen. Außerdem ist es ratsam Arzt- oder Altersheimrechnungen zu sammeln die noch ins Haus flattert.

Steuerklärung

Fehlen Belege, Quittungen und Nachweise, um die Steuern abzurechnen, kann die Rechtsnachfolge durch einen Erbschein belegt werden. Damit können die Erben bei Kranken- und Rentenkassen, bei Banken, Versicherungen und sogar beim ehemaligen Arbeitgeber um Auskunft über Zahlungsverkehr, Betriebsrente, Jahresgehalt und das Vermögen des Verstorbenen bitten.

 

Wohin mit der Erklärung?

Auch nach dem Tot ist weiterhin das bisherige Finanzamt zuständig. Der Steuerfall des Verstorbenen somit also nicht an das Finanz­amt der Erben. Diese reichen die Steuererklärung vielmehr bei dem bisher zuständigen Wohn­sitz­finanz­amt des Verstorbenen ein.

 

Hilfe vom Amt

Das Finanz­amt darf berechtigten Personen gegen Vorlage des Erbscheins Kopien der letzten Steuer­bescheide des Verstorbenen geben. Damit können sich die Erben einen Über­blick über die steuerliche Situation des Verstorbenen verschaffen. Das geht aber nur, wenn der Verstorbene bis zum Tod seine Erklärungen allein abge­geben hat. War er oder sie mit seinem Ehepartner zusammen ver­anlagt, müssen Witwe oder Witwer der Heraus­gabe zustimmen. Ansonsten würde das Finanz­amt das Steuer­geheimnis verletzen.

Haben sich die Erben schon zu Lebzeiten um die Steuern des Verstorbenen gekümmert, können alle dem Finanz­amt gemeldeten Daten auch über das Elster-Portal der Finanz­verwaltung abge­rufen werden. Voraus­setzung ist, dass bereits vor dem Tod die Berechtigung vorlag, Belege für den Verstorbenen abzu­rufen.

 

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Quelle: ntv.de, dpa, Elster.de,  Bundeszentralamt für Steuern, finanzamt.bayern.de

Bilder: pixabay.de

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