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Bis(s) zum echten Genuss

veröffentlicht am 1. September 2020

Bis(s) zum echten Genuss

Täglich erreichen uns neue Erkenntnisse und Informationen zur richtigen Ernährung, an die wir uns halten sollen. Wer sich „bewusst“ und „gesund“ ernähren möchte, trifft seine Essensentscheidung darum meist mit dem Kopf. Aber ist das der richtige Weg? Oder ist es nicht viel wichtiger, dass man bewusst auf die Signale seines Körpers hört? Also, anstatt zum Beispiel seine Mahlzeiten nach festgelegten Uhrzeiten und Regeln zu gestalten, isst man dann, wenn der Körper sagt: “Bitte jetzt essen.“

 

Der Hungerhaushalt und die menschliche Sensorik

 

„Die sensorischen Qualitäten unterstützen den Menschen darin, zu sich zu nehmen, was er braucht und was ihm bekommt“, erklärt Prof. Hans Hauner, Direktor des Else Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin der Technischen Universität München.

Stellen Sie sich also vor, Sie machen einen Spaziergang durch die Natur und sehen am Waldrand einen Busch mit roten Beeren. Wenn Sie die Beeren nicht kennen, können Sie auf den ersten Blick nicht erkennen, ob diese giftig sind oder nicht. Angenommen die Beeren sind rot wie eine rote Ampel – dann heißt das erst einmal: STOPP! – aber Erdbeeren oder Johannisbeeren sind ja auch rot – und sie gelten als lecker und gesund.

Essen

Wenn Sie sich nun eine dieser roten Beeren auf die Zunge legen und anfangen zu kauen, werden Sie vielleicht feststellen, dass die Beere süß, bitter oder sauer schmeckt. Es kann sein, dass Ihr Gustatorisches System – also Ihre Geschmackssinne – Sie dazu bringt, die Beere auszuspucken. Das kann ein Hinweis darauf sein, dass sie giftig ist – oder, dass Sie Ihnen einfach nicht schmeckt.

In Zeiten der industriellen Lebensmittelherstellung habe der Mensch aber leider oft verlernt, seine sensorischen Fähigkeiten in Bezug auf seinen Hungerhaushalt zu nutzen, sagt Hauner. Und er geht noch einen Schritt weiter: „Etwas überspitzt gesagt: In den Industriestaaten muss der Mensch heute vor der allgegenwärtigen Verfügbarkeit von Essen geschützt werden.“

 

Aber was bedeutet eigentlich Sensorik? Und was kann sie?

Das Wort „Sensor“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet fühlen, wahrnehmen, empfinden. Entsprechend versteht man unter „Sensorik“ das Wissen rund um die Wahrnehmung und Verarbeitung von Reizen von innerhalb und von außerhalb des Körpers.

Bis(s) zum echten Genuss

Bei der Sensorik geht es um unsere Sinne und unser Gehirn, und deren Arbeit. Also darum, dass wir die Welt und unseren Körper wahrnehmen und reagieren können, kurz: dass unser Körper funktioniert und wir uns in unserer Welt zurechtfinden – all das verdanken wir im Wesentlichen unseren Sinnen. Welche Sinne uns zur Verfügung stehen, wie sie aufgebaut sind, wie sie funktionieren und, wie wir auf die empfangenen Reize regieren – all das sind Fragen, die uns die Sensorik erklärt.

 

Verhaltensmuster und Erinnerungen

Laut Professor Hauner beeinflussen auch alte Verhaltensmuster unsere Gewohnheiten. Viele Kinder mögen zum Beispiel besonders gern Süßes, weil das süße Mundgefühl Sicherheit und sichere Energiezufuhr bedeutet. Anmerkung der Redaktion: Und Erwachsene ebenso! 🙂

Bis(s) zum echten Genuss

Das steckt also in uns drin, denn Experte Hauner weiß: Bei Menschen, die in der Zeit vor der neolithischen Revolution gelebt haben, also bevor die Menschen sesshaft wurden und begannen, Ackerbau und Viehzucht zu betreiben, sei das nicht unähnlich gewesen. „Das menschliche Genom entwickelt sich extrem langsam und diese Wahrnehmung ist immer noch in uns drin und steuert unsere Auswahl.“

 

Was haben unsere Eltern für uns gekocht?

Was habe ich immer gerne im Urlaub gegessen? Oder bei Oma? Gern gegessene Gerichte und auch das „schöne“ Geschirr am entsprechenden Ort dazu, behält man häufig angenehm in Erinnerung. „Solche und ähnliche Erinnerungen spielen oftmals eine Rolle bei der Entstehung unserer täglich wechselnden Lunch-Karte“, erklärt Cäcilia Baldszus, Geschäftsführerin und Chefköchin des Restaurants Baldon in Berlin.

Es sei wichtig, dass die Gäste wissen, was sie essen, führt die Köchin aus. „Wir möchten ihnen eine Vorstellung davon vermitteln, wie das, was sie essen, aussieht. Deswegen landen bei uns die ganzen Sachen auf dem Teller: der ganze Fisch, die ganze Artischocke.“ So sei man näher dran an dem, was man zu sich nimmt. Baldszus ist davon überzeugt, dass diese Zubereitungs- und Darreichungsform sich positiv auf das Geschmacksempfinden auswirkt.

 

Verdauungssäfte werden nur im Ruhezustand ausgeschüttet

So, bei aller Sensorik, Erinnerung, Hungerhaushalt und Verhaltensmuster – und völlig egal, ob selbst gekocht oder nicht – das Wichtigste beim Essen ist: man sollte entspannt sitzen und sich auf das Essen konzentrieren, denn Verdauungssäfte werden nur im Ruhezustand ausgeschüttet und nicht, wenn wir auf der Flucht sind, erklärt die Ernährungsberaterin und Heilpraktikerin Wiebke Pinger.

Am Computer, mit Blick auf das Smartphone oder im Gehen zu essen, ist also nicht förderlich. Das hat ja auch nicht wirklich etwas mit Genuss zu tun. Und auch im Privaten, also zum Beispiel beim Mittagessen mit der Familie, sollte die Situation am Esstisch entspannt sein. Das Gespräch über die misslungene Mathearbeit und die Diskussion zum Zielort des nächsten Urlaubs verschiebt man besser auf nach dem Essen.

Grundsätzlich kann es aber gut tun, in Gesellschaft zu essen. Denn wissenschaftliche Untersuchungen deuten darauf hin, dass viele ältere, allein lebende Menschen mehr und gesünder essen, wenn sie ihre Mahlzeiten mit anderen gemeinsam einnehmen. Ob in diesem Fall „mehr“ im Einklang mit „hören Sie auf Ihren Hungerhaushalt“ steht, soll bitte jeder für sich selbst beurteilen.

Eine wichtige und oft vergessene Rolle spielt auch, wie schnell das, was wir essen, in unseren Körper gelangt. „Ein Steinzeitmensch hat, wenn er sich von Pflanzen und Beeren ernährt hat, die ganze Zeit gekaut“, erklärt Ernährungsmediziner Hans Hauner.

Natürlich waren die „Lebensmittel“ des Steinzeitmenschen ballaststoffreicher als unsere heutigen. Und bitterer, was aber im Positiven die Magensaftproduktion anregte. Dennoch gilt noch immer: Wenn man gründlich und vor allem mehrmals Kaut, wird die enthaltene Stärke nach und nach freigesetzt und somit auch langsam vom Körper aufgenommen, das heißt, der Blutzuckerspiegel steigt langsam, der Körper freut sich und bleibt länger satt.

 

Für mehr Genuss: Kaue für jeden Zahn einmal – denn die Verdauung beginnt im Mund!

Bis(s) zum echten Genuss

 

Das lässt sich bestimmt üben. Sie zählen Ihre Zähne, schieben sich einen Bissen in den Mund und legen anschließend das Besteck auf den Tisch. Jetzt kauen Sie den Bissen so oft, wie Sie Zähne haben; und erst nach dem Schlucken nehmen Sie das Besteck wieder in die Hand und widmen sich dem nächsten Bissen. Das klingt extrem anstrengend und irgendwie auch unbefriedigend – könnte aber durchaus funktionieren. Wie groß ist Ihr Schweinehund?

 

Nehmen Sie das Leben nicht zu ernst

… und auch nicht das Essen! Wenn wir zu viel darüber nachdenken, was wir essen, geht nicht nur die Freude am Essen verloren, es entsteht auch Stress. Das Stresshormon Cortisol führt dann dazu, dass Fett gespeichert, die Immunfunktion gehemmt wird und das Risiko für chronische Erkrankungen steigt.

Und setzen Sie sich keine Verbote, denn je mehr Sie sich das Stück Kuchen und die Kugel Eis verbieten, desto größer werden die Gelüste danach. Und was passiert, wenn Sie diesen „Monster-Gelüsten“ dann irgendwann nachgeben oder nachgeben müssen, dürfte jedem sofort klar sein. Es wird ein Gelage! Darunter geht dann gar nichts! Und somit ging das Kuchen- und Eisverbot aber so was von nach hinten los …

Viel besser wäre es, wenn Sie versuchen nach Hunger und Appetit zu unterscheiden. Das heißt, sind Sie nicht hungrig, essen Sie auch nichts. Das ist sicherlich auch kein so leichtes Unterfangen, aber doch immer noch sympathischer als die Angelegenheit durch Verbote zu regeln.

Bis(s) zum echten Genuss

Wenn Sie also bewusst, gesund und vor allem mit Genuss essen wollen, picken Sie sich das heraus, was Sie meinen das für Sie am besten ist und hören dabei auf Ihren Körper. Sie versuchen also immer Ihr Essen zu genießen.

Und wie Sie bewusst etwas für Ihre Finanzen tun können, damit Sie auch hier etwas zum genießen haben, lesen Sie hier.

 

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Quellen: krank.de, freundin,de, nwzonline.de, merkur.de

Bilder: gratisography.com, pixabay.com

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