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Selbstversorger

veröffentlicht am 3. August 2020

Selbstversorger

Sich ausschließlich von dem zu ernähren, was man selbst anbaut oder züchtet – das stellen sich viele unter einem Selbstversorger vor. Hinter dem Begriff verbirgt sich allerdings deutlich mehr. Denn schon ein kleiner Garten, der Balkon oder sogar ein Fensterbrett reichen aus, um die ersten Schritte in Richtung Selbstversorgung zu starten.

 

Das Prinzip des Selbstversorgers

Ein Leben als absoluter Selbstversorger ist durchaus eine Herausforderung. Denn es bedeutet Obst und Gemüse komplett selbst anzubauen, die eigenen Nutztiere zu halten und im Idealfall auch noch völlig autark von externer Strom- und Wasserversorgung zu leben. Wer sich mit dem Thema Selbstversorgung jedoch näher auseinandersetzt, wird schnell feststellen, dass dieses Prinzip nichts Neues ist und sich bereits seit Jahrhunderten bewährt hat. Selbst für unsere Großeltern war es noch völlig normal, Obst und Gemüse selbst anzubauen, Lebensmittel regional und saisonabhängig einzukaufen und für Eier, Milch und Fleisch die eigenen Nutztiere zu halten. Bei der fortschreitenden Industrialisierung und Globalisierung unserer Welt ist dieses altbewährte Prinzip allerdings schon fast zur Seltenheit geworden. Es besteht aber durchaus wieder Hoffnung für das Konzept der Selbstversorger. Denn gerade junge Menschen beschäftigen sich heute wieder mehr mit den Themen Gartenarbeit, Tierhaltung und der ganzheitlichen Verwertung von Lebensmitteln.

 

Anbau von Obst und Gemüse

Nutzgarten

Das Allerwichtigste für einen ertragreichen und langlebigen Nutzgarten ist eine gute Planung. Denn damit lässt sich die Gartenfläche optimal ausnutzen und die gewünschte Menge und Vielfalt an Obst und Gemüse anbauen und ernten. Zudem gibt es von vielen Sorten mittlerweile bereits früh, mittel oder spät reifende Arten. Mit der richtigen Planung lässt sich so der Garten nahezu über das gesamte Jahr nutzen. Was dann jedoch letztendlich in den jeweiligen Beeten wächst, richtet sich selbstverständlich hauptsächlich nach dem Geschmack und den Vorlieben des jeweiligen Gärtners. Allerdings gibt es durchaus den ein oder anderen Klassiker, der in keinem Garten fehlen sollte. Dazu zählen unter anderem Zucchini, Gurken, Tomaten, Karotten, Kopfsalat, Pflücksalate, Bohnen und Zwiebeln. Auch eine gewisse Auswahl an Kräutern sollte in keinem Garten fehlen. Denn Schnittlauch, Salbei, Basilikum, Thymian und Rosmarin sorgen nicht nur für die richtige Würze in der Küche, sondern haben oftmals auch eine heilende Wirkung.

Balkon

Die meisten Gemüsesorten, Kräuter oder Blumen sind aber nicht zwingend auf einen Garten angewiesen. Sie wachsen auch hervorragend in Pflanzkübeln, am Geländer, in selbst gebauten Töpfen oder dem Hochbeet auf dem Balkon. Um dabei den doch relativ begrenzten Platz optimal auszunutzen, ist es auch hier durchaus sinnvoll, vorab eine maßstabsgetreue Skizze des Balkons anzulegen und die Bepflanzung entsprechend genau zu planen. Durchaus dankbare, ertragreiche Nutzpflanzen für den Balkon sind beispielsweise Erdbeeren, Tomaten, Gurken, Pflücksalate, Petersilie, Basilikum oder Rosmarin. Als blühende Ergänzung eignen sich dazu noch Tagetes, Ringelblumen oder Lavendel. Denn sie sehen nicht nur gut aus, sondern verbreiten auch einen angenehmen Duft und wehren Krankheitserreger und Schädlinge von den Nutzpflanzen ab.

Kräuter im Pflanztopf auf dem Balkon
Alternative Möglichkeiten

Wer keinen eigenen Garten oder Balkon besitzt, muss trotzdem nicht zwangsläufig auf selbst angebautes Gemüse und Obst verzichten. Denn urbane Gemeinschaftsgärten, geteilte Gärten oder solidarische Landwirtschaft eröffnen mittlerweile ganz neue Möglichkeiten. So lassen sich die ersten Schritte in Richtung Selbstversorger auch ganz ohne eigene Anbauflächen starten. Und ein kleiner Kräutergarten oder das Ziehen von verschiedenen Sprossen oder von Kresse gelingt sogar auf dem Fensterbrett.

 

Wildkräuter und -pflanzen ernten

Wer hingegen kein eigenes Obst und Gemüse anbauen kann oder will, der muss trotzdem nicht auf frische Zutaten verzichten. Denn auch auf den Wiesen und in den Wäldern gibt es eine Vielzahl essbarer Blüten, Kräuter, Wurzeln oder Früchte. Aber nicht nur auf dem Land gibt es zahlreiche essbare Pflanzen, sondern auch im städtischen Umfeld. So kann sich jeder, der sich etwas mit dem Thema Wildkräuter und -pflanzen beschäftigt, seinen Speiseplan damit deutlich aufwerten. Wenn es allerdings um das Thema Heilkräuter oder Pilze geht, sollte man sich vorab lieber etwas ausführlicher informieren. Viele Kommunen bieten mittlerweile sogar öffentliche Streuobstwiesen bzw. Probierwiesen an. Das dort wachsende Obst können dann alle Bürger abernten und verzehren.

Wildkräuter

 

Herausforderung Nutztierhaltung

Die eigenen Nutztiere zu halten, für Viele gehört das zum echten Leben als Selbstversorger dazu. So einfach und problemlos wie sich das oft anhört ist Nutztierhaltung allerdings bei Weitem nicht. Vielmehr ist es einer der kompliziertesten und komplexesten Schritte in Richtung Selbstversorgung. Denn für viele Tiere herrschen klare rechtliche Rahmenbedingungen, an die sich jeder halten muss. Je nach Größe und Vielfalt der Tiere stellen sie selbstverständlich unterschiedliche Anforderungen an Ihre Haltung, Unterkunft und Pflege. Für welche Tiere man sich dann im Einzelnen entscheidet, sollte daher reichlich überlegt und gut geplant sein. Schweine, Schafe, Ziegen, Gänse und Honigbienen sind da nur eine kleine Auswahl an möglichen Nutztieren für einen echten Selbstversorger.

Keins davon ist allerdings so beliebt und gleichzeitig so nützlich wie das Huhn. Denn sie eignen sich nicht nur als Eierlieferant, sondern haben weitaus mehr Nutzen für ihre Besitzer und deren Gärten. Sie liefern wertvollen Bio-Dünger, kompostieren anfallende Speisereste, lockern den Boden auf und fressen mit Vorliebe Gartenschädlinge wie Schnecken, Käfer und Insekten. Zudem sind Hühner recht anspruchslos in der Haltung. Sie brauchen nicht viel mehr als frisches Wasser, ausreichend Futter sowie morgens aus dem Stall gelassen und abends wieder hinein gescheucht zu werden. Sie erfordern also nicht viel Aufmerksamkeit, dafür aber täglich. Das heißt, ist man selbst einmal verhindert, sollte man sich definitiv um einen zuverlässigen Ersatz-Hühnerhüter kümmern. Denn ansonsten machen im Zweifelsfall Füchse und Mader nachts leichte Beute. Neben dem Stall sollten Hühner nach Möglichkeit auch über ein entsprechendes Freigehege verfügen. Dort können sie dann nach Herzenslust scharren, nach Futter suchen und ausgiebige Sandbäder nehmen. Wie bei allen Tieren empfiehlt es sich auch vor der Anschaffung von Hühnern Kontakt mit einem erfahrenen Züchter auszunehmen. Er kann wertvolle Tipps zum Kauf, der artgerechten Haltung sowie zur Pflege der Tiere geben.

Hahn und Hühner

Nachhaltige Verarbeitung und Lagerung von Lebensmitteln

Gerade wer sein Obst und Gemüse selbst anbaut und Fleisch und Milch von den eigenen Tieren bezieht weiß wie viel Arbeit, Zeit und Mühe in den Produkten steckt. Aus diesem Grund verwenden Selbstversorger meist nicht nur die makellosen und besten Teile der Lebensmittel. Vielmehr sind sie darauf gedacht, die gesamte Ernte oder das komplette Tier zu verwerten. Und ist der komplette Verzehr nicht sofort möglich, wird der Rest entsprechend eingekocht, gelagert oder eingefroren.

Aus dem Grün von Radieschen oder den Blättern der verschiedenen Kohlsorten lassen sich beispielsweise hervorragende Salate oder Smoothies machen. Und auch krumm gewachsene Karotten, eine zu groß geratene Zucchini oder bereits etwas schrumpelige Kartoffeln werden nicht entsorgt. Denn hier herrschen, anders als in den meisten Supermärkten, keine strengen Größen- und Formvorschriften. So finden auch die nicht ganz perfekten Lebensmittel bei Selbstversorgern ihren Weg auf den Tisch. Das Gleiche gilt für die Verwertung von Tieren, ganz nach dem „From Nose to Tail“ Prinzip. So lässt sich beispielsweise aus dem Ochsenschwanz eine hervorragende Suppe zubereiten. Die Lunge wird richtig zubereitet zum „Sauren Lüngerl“ – einer bayerischen Spezialität und auch der Saumagen „Pfälzer Art“ ist eine echte Delikatesse und steht sogar auf den Speisekarten vieler Spitzenrestaurants.

Und damit es Selbstversorgern auch im Winter an nichts mangelt, gilt es bereits im Sommer für die kalte Jahreszeit vorzusorgen. Das klappt mit der rechtzeitigen Aussaat von Wintergemüse, wie Pastinaken oder Rosenkohl und dem Anlegen von Vorräten. Denn eingekochtes Obst und Gemüse oder gefrorene Vorräte eignen sich hervorragend, um den Speiseplan auch im Winter abwechslungsreich und ausgewogen zu gestalten.

 

Im Einklang mit der Natur

Viele Selbstversorger nutzen die Arbeit im Garten oder mit den Tieren auch bewusst zur Entschleunigung. Denn gerade Zeit in und mit der Natur zu verbringen, hilft vielen den Trubel und Stress des Alltags hinter sich zu lassen. Für manche hat die Gartenarbeit sogar etwas Meditatives und Beruhigendes. Und auch die Herkunft und Qualität der Lebensmittel gewinnt immer mehr an Bedeutung. Denn gerade aufgrund der jüngsten Lebensmittelskandale wollen immer mehr Verbraucher genau wissen, wo die einzelnen Produkte angebaut und wie die Tiere gehalten werden. Stammen Gemüse, Obst und tierische Produkte dann ganz oder zumindest teilweise vom eigenen Grundstück, klärt sich diese Frage künftig ganz automatisch. Und wer nicht nur beim Thema Ernährung und Tierhaltung auf Nachhaltigkeit setzen möchten kann das jetzt auch bei der Geldanlage tun.

 

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Quellen: pixabay.de, wohnglueck.de, gartenjournal.net, selbstversorger.de, smarticular.net, Deutscher Sparkassenverlag, Fundi Kipusa

 

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