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Außergewöhnliche Berufe: Spieleerfinder

veröffentlicht am 30. Juni 2020

Außergewöhnliche Berufe: Spieleerfinder

Neue Welten erschaffen, Figuren erfinden und dabei die Regeln komplett selbst bestimmen – das klingt für Sie eher nach einem Traum als nach einem Beruf. Weit gefehlt. Diesen Traumberuf gibt es tatsächlich und jedes Jahr versuchen tausende Hobby-Entwickler den Sprung zum hauptberuflichen Spieleerfinder.

 

Was macht ein Spieleerfinder?

Wie der Name schon sagt, entwickelt ein Spieleerfinder neue Spiele. Das ist allerdings bei Weitem nicht so einfach, wie es klingt. Vielmehr ist ein neues Spiel zu entwerfen, das es so oder so ähnlich noch nicht gibt, richtig harte Arbeit. Denn es bedarf nicht nur einer guten Idee, sondern auch einer entsprechend perfekten Ausarbeitung und Umsetzung. Angefangen bei den Spielfiguren, über die Regeln bis hin zur Verpackung und der Werbung, der Spieleerfinder muss an alles denken. Oft rätselt und probiert er monatelang an einer Idee, bis schlussendlich ein Prototyp fertig ist. Anschließend muss dann einen Spieleverlag von der Entwicklung überzeugt werden. Denn nur mit deren Hilfe gelangt das Spiel später in die Geschäfte. Bis es jedoch so weit ist, vergehen vom ersten Prototypen bis zum verkaufsfertigen Spiel nicht selten bis zu zwei oder drei Jahre.

 

Wie wird man Spieleerfinder?

Grundsätzlich kann jeder mit einer guten Idee zum Spieleerfinder werden. Denn Einstiegshürden oder Voraussetzungen gibt es so weit keine. Wichtig ist eine überzeugende und kreative Spieleidee. Der fertige Prototyp wird dann oft in einen Karton gepackt und an einen der großen deutschen Spieleverlage, wie Ravensburger, Schmidt Spiele oder Haba geschickt. Oder der Erfinder stellt seine Idee gleich selbst auf einer der großen Spielemessen in Nürnberg, Essen oder Göttingen vor. Anschließend heißt es dann Daumen drücken, dass das eigene Spiel die anspruchsvolle Jury überzeugt. Allerdings bleibt der Traum vom hauptberuflichen Spieleentwickler bei den allermeisten auch ein Traum. Denn nur die wenigsten schaffen es mit der Entwicklung von Spielen Ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Für die meisten bleibt es ein Nebenerwerb. Denn unter den über 400 Mitgliedern der „Spiele-Autoren-Zunft“ in Deutschland sind nur rund 30 hauptberufliche Erfinder.

Dieses Prinzip eröffnet aber nicht nur jedem findigen Tüftler die Möglichkeit sein eigenes Spiel zu entwickeln, sondern es hat vor allem auch für die Spieleverlage Vorteile. Denn sie müssen keine eigenen Entwickler beschäftigen, sondern picken sich die besten Ideen aus den zahllosen Neuerfindungen heraus.

Eine Sammlung von verschiedenen Brettspiele

 

Wie steigert man seine Erfolgsaussichten?

Die beste Chance ein erfolgreicher Spieleerfinder zu werden bietet das vom Spiel des Jahres e.V finanzierte Deutsche Nachwuchs-Spieleautor/innen-Stipendium. Dieses wird jedes Jahr auf dem Spieleautorentreffen in Göttingen verliehen. Eine unabhängige Jury bewertet die dort vorgestellten Prototypen und prämieren anschließend im Rahmen des Spieleautorentreffens den Sieger. Das Stipendium ermöglicht jungen Talenten dann den Einblick in die unterschiedlichen Bereiche der Spieleszene. So soll nicht nur der Blick für die reine Erfindertätigkeit geschärft, sondern vor allem auch das nötige spieltheoretische Wissen vermittelt werden. Die verschiedenen Praktika erstrecken sich dabei auf einen Zeitraum von insgesamt vier Wochen. Um die anfallenden Fahrtkosten und Spesen zu decken, erhält der Stipendiat oder die Stipendiatin zudem eine Fördersumme von 3.000 Euro.

 

Was verdient ein Spieleerfinder?

Durchschnittlich erhält der Erfinder eines Spiels etwa drei bis fünf Prozent des Händlerpreises pro verkauftem Exemplar. Der Händlerpreis liegt allerdings deutlich unter dem Ladenpreis. Beträgt der Verkaufspreis eines Spiels beispielsweise 15 Euro, erhält der Erfinder nur etwa 45 Cent daraus. Multipliziert mit den Verkaufszahlen von durchschnittlich 5.000 bis 15.000 Stück ist das Einkommen also eher gering. Erhält ein Spiel hingegen die Auszeichnung „Spiel des Jahres“ kann das den Absatz um bis zum 20fachen steigern. Dementsprechend steigen dann die Einnahmen für den Spieleerfinder und den Verlag. Daher ist es das Ziel jedes Spieleverlags, und selbstverständlich auch jedes Spieleentwicklers, so viele Spiele wie möglich mit dieser Auszeichnung auf den Markt zu bringen.

 

Wie groß ist der Markt?

Trotz des steilen Aufstiegs, den Computer und Spielekonsolen in den letzten Jahren verzeichnen konnten, gehören Gesellschaftsspiele nach wie vor zu den zehn beliebtesten Freizeitaktivitäten in Deutschland. Rund 5,36 Millionen Deutsche spielen laut einer Umfrage des Allensbacher Institutes regelmäßig Gesellschaftsspiele. Und weitere 34 Millionen immerhin ab und zu. Derzeit besonders beliebt sind Quiz- und Wissenspiele. Der unangefochtene Liebling ist allerdings nach wie vor der Klassiker Monopoly. Dementsprechend zählt das US-amerikanische Unternehmen Hasbro, welches Monopoly vertreibt, zu den drei umsatzstärksten Spielwarenherstellern der Welt. Vor ihm liegt nur noch das dänische Unternehmen LEGO und der ebenfalls in den USA ansässigem Konzern Mattel. Dass die Spielwarenindustrie in den letzten Jahren zu einem wichtigen Wirtschaftszweig herangewachsen ist, belegt unter anderem der weltweite Umsatz von 90 Milliarden US-Dollar. Und in Deutschland liegt der Umsatz der rund 640 Spielwarenhersteller immerhin bei rund 3 Milliarden Euro.

Infografik: Die beliebtesten Gesellschaftsspiele der Deutschen | Statista

Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

 

Gibt es für Spiele bestimmte Erfolgsfaktoren?

Welche Spiele bei welcher Zielgruppe besonders beliebt sind, hängt selbstverständlich von den unterschiedlichsten Faktoren ab. Dem Alter, der Gruppengröße, dem Spielzweck, der Spieldauer und vielem mehr. Grundsätzlich lässt sich allerdings sagen, dass sich möglichst unkomplizierte Spiele, die vom Schüler bis zum Opa alle Zielgruppen ansprechen am besten verkaufen. Außerdem erfreuen sich gerade in letzter Zeit Brettspiel mit digitalen Elementen wachsender Beliebtheit. Für alle Spiele gilt allerdings, dass sie über kein allzu dickes Regelwerk verfügen sollten, sodass die Spielregeln in wenigen Minuten gelesen sind und der Spielspaß direkt beginnen kann. Zudem sollten sie kurzweilig sein und keine zu lange Spieldauer haben. Ansonsten verliert der Spieler im Zweifel schnell das Interesse daran. Gerade bei Kinderspiel ist es das besonders wichtig. Außerdem sollten die Kleinen das Spiel gerne und von sich aus spielen. Die größte Auszeichnung für ein Kinderspiel ist es allerdings, wenn die Kids so begeistert davon sind, dass sie es am liebsten gleich zu ihren Freunden oder in den Kindergarten mitnehmen möchten.

 

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Quellen: spiegel.de, statista.com, spiel-des-jahres.de

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