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Gründächer – darüber freuen sich Mensch wie Natur

veröffentlicht am 2. Juni 2020

Gründächer – darüber freuen sich Mensch wie Natur

Sie sind sozusagen die grüne Oase in der Betonwüste. Und der Trend setzt sich immer weiter durch. Denn Gründächer sehen nicht nur schön aus, sondern bieten vielfachen Nutzen. Sogar bares Geld lässt sich damit sparen.

Die Bepflanzung von Dächern ist längst keine Seltenheit mehr. Gerade im städtischen Bereich sieht man sie immer öfter. Dabei eignen sich sowohl Flachdächer wie auch geneigte Dächer für eine Bepflanzung mit Moos, Gras, Büschen oder Bäumen. Und eine solche Begrünung bietet durchaus zahlreiche positive Effekte. Das haben auch bereits viele Kommunen erkannt und machen die Begrünung von Flachdächern oder flach geneigten Dächern bereits im Bebauungsplan zur Auflage. Denn sie erhalten nicht nur die Insektenvielfalt, sondern verbessern die Luftqualität und unterstützen das Regenwasser-Management. Außerdem tragen Gründächer dazu bei, die Energiekosten für Ihre Bewohner zu senken. Wer sich also dazu entscheidet, sein Dach zu begrünen, der profitiert gleich in vielfacher Hinsicht.

 

Voraussetzungen für Gründächer

Die Begrünung einer Dachfläche hat immer Auswirkungen auf die Tragfähigkeit und die Statik des Daches. Egal ob es flach oder geneigt ist. Es empfiehlt sich daher in jeden Fall, bei der Planung und Durchführung auf die Kompetenz und die Erfahrung von Experten zu vertrauen. Ein erfahrener Dachdecker sowie eine Gartenbaufirma sind dabei meist die ideale Kombination. Bei einem Neubau gestaltet sich die Planung zwar häufig etwas einfacher als bei der Bepflanzung eines Bestandsobjekts, ist aber trotzdem ein durchaus komplexes Thema. Art und Umfang der Begrünung ist bei einem Neubau nahezu unbegrenzt, denn die gewünschte Bepflanzung wird hier gleich in die Tragfähigkeit von Mauerwerk und Decke mit einkalkuliert. Bei einem bestehenden Gebäude hingegen gibt meist die Bausubstanz vor, was möglich ist. Denn neben der Statik sind vor allem auch die Fragen nach dem Durchwurzelungsschutz, dem Aufbau der einzelnen Schichten sowie der Dachentwässerung zu klären.

 

Arten der Begrünung

Intensivbegrünung

Die Intensivbegrünung, häufig auch Dachgarten genannt, ist die pflegeintensivste, aufwändigste und somit auch kostenintensivste Art der Gründächer. Dafür sind bei dieser Art der Gestaltung sowie der Bepflanzung aber nahezu keine Grenzen gesetzt. Alles was gefällt ist erlaubt. Je vielfältiger desto besser. Eine bunte Kombination aus Stauden, Sträuchern, Rasenfläche und teilweise sogar Bäumen zeichnen die Intensivbegrünung aus. Grundsätzlich wird eine intensive Begrünung aber nur auf flachen bis maximal sehr leicht geneigten Dächern eingesetzt. Sie sollen zudem ungehindert zugänglich sein, über eine Absturzsicherung verfügen und eine Möglichkeit für die Zusatzbewässerung bieten. Dafür werden diese Dächer aber auch sehr vielfältig und aktiv genutzt. Denn sie kombinieren Grünflächen mit Sitzmöglichkeiten, Gehwegen, Gemüsebeeten, Spielplätzen und teilweise sogar kleinen Teichen. Das macht aber auch einen dementsprechend umfangreicheren Schichtaufbau sowie intensive Pflege und Bewässerung notwendig. Die Aufbauhöhe beginnt bei 25 cm und kann schnell bis zu 100 cm betragen. Dementsprechend ist die statisch zu berücksichtigende Last bei mindestens 3,0 kN/m², das entspricht ca. 300 kg/m².

Gemüseanbau auf Gründächern
Einfache Intensivbegrünung

Diese Art der Begrünung ist eine weniger aufwendige und damit kostengünstigere Variante der Intensivbegrünung. Die Bepflanzung der Dächer besteht hauptsächlich aus bodenbedeckenden Sträuchern und Stauden in Kombination mit Rasenflächen. Nichts desto trotz bietet sie eine Vielzahl an Gestaltungs- und Kombinationsmöglichkeiten. Allerdings auch immer unter dem Gesichtspunkt, dass die Pflanzen mit relativ geringen Pflegeaufwand und wenig zusätzlicher Bewässerung auskommen.  Die Aufbauhöhe beträgt 15 bis 25 cm und das Aufbaugewicht zwischen 1,5 und 3,0 kN/m².

Extensivbegrünung

Diese Art der Dachbegrünung ist ungenutzten Naturflächen sehr ähnlich. Denn die Bepflanzung besteht in der Regel aus Kräutern, Gras, Moos und verschiedene Sedum-Arten. Sie sind relativ robust und anspruchslos, können sich selbst erhalten und auch ohne fremde Hilfe vermehren. Außerdem kommen sie mit relativ wenig zusätzlicher Pflege, Wartung und Bewässerung aus. So ist die Extensivbegrünung auch für Flachdächer von Garagen und Carports oder für geneigte Dächer, gegebenenfalls mit einer entsprechenden Rutsch- und Schubsicherung, möglich. Diese Flächen werden in der Regel nicht aktiv genutzt, sondern sind hauptsächlich als ökologischer Ausgleich zur Bebauung gedacht. Die Aufbauhöhe liegt meistens zwischen 6 und 15 cm und das Aufbaugewicht zwischen 0,5 und 1,5 kN/m².

verschiedene Sedum-Arten

 

Der Aufbau einer Dachbegrünung

Unabhängig von der Art der Begrünung erfolgt der grundlegende Aufbau immer auf die gleiche Weise. Je nachdem, ob intensive oder extensive Dachbegrünung, unterscheidet sich lediglich die Dicke der unterschiedlichen Schichten.

Die unterste Schicht bildet der Dachaufbau mit Wärmedämmung, Dampfsperre und der entsprechenden Abdichtung. Darauf folgt die Wurzelschutzfolie. Sie verhindert, dass die Wurzeln der künftigen Bepflanzung die Abdichtung angreifen und so Wasser eindringt. Wichtig ist allerdings, über dem Dachablauf jeweils ein Loch in die zusätzlichen Aufbauschichten der Dachbegrünung zu schneiden, damit das Wasser auch in Zukunft ungehindert abfließen kann. Anschließend folgen eine Speicherschutzmatte sowie eine Drainageschicht, bei der die Noppen nach oben zeigen sollten. Als nächste Schicht folgt das Filtervlies. Es verhindert, dass die darunterliegende Drainageschicht durch Substratteilchen verstopft. Auch der Kontrollschacht wird bei diesem Schritt auf den Dachablauf gesetzt und mit Kies angefüllt. Als letzte Schicht folgt das Substrat und abschließend die jeweilige Bepflanzung.

 

Der positive Einfluss von Gründächern auf…

…die Menschen.

Gründächer filtern Schmutz und Staub aus der Luft und verbessern damit vor allem in Großstädten die Luftqualität. Zudem funktionieren sie wie eine Schalldämmung im Haus. Sie können die Lärmbelastung für die Bewohner um bis zu 8dB im Haus verbessern und somit deutlich mindern. Außerdem senkt das Verdunsten des Regenwassers nachweislich die Temperatur in den darunter liegenden Räumen. Je nach Art der Bepflanzung ist es so möglich, die Spitzentemperaturen um bis zu 5 Grad zu senken. Gerade im Sommer kann das einen durchaus großen Beitrag zum persönlichen Wohlbefinden beitragen. Zudem eröffnen Gründächer für Menschen ohne Balkon und Garten ganz neue Möglichkeiten. Denn durch die Begrünung der Dachfläche entsteht eine Art „Ersatz-Garten“. Der steigert nicht nur die Lebensqualität der Bewohner, sondern macht den oftmals teuren Wohnraum gleich doppelt nutzbar.

… die Natur.

Durch die Bepflanzung der Dächer gewinnen Natur und Tierwelt einen Teil der überbauten Fläche für sich zurück. Gerade Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und diverse Käferarten finden dort einen neuen Lebensraum. Er dient ihnen nicht nur als Rückzugsort und Schutz, sondern auch als wichtige Nahrungsquelle. Auch diverse Vogelarten nutzen die neu geschaffenen Grünflächen als Nistplatz und um sich von den dort lebenden Insekten zu ernähren. Außerdem speichern die Pflanzen einen Großteil des Regenwassers. Das lassen sie wieder verdunsten und geben die Feuchtigkeit so langsam wieder an die Umwelt ab. Das sorgt dafür, dass die Luft kontinuierlich befeuchtet und gekühlt wird. Außerdem fließt das überschüssige Wasser durch die Bepflanzung langsamer ab und entlastet so die Kanalisation sowie Flüsse, Seen und Stauflächen.

Schmetterling und Biene auf Blüten

…die Bausubstanz.

Durch die Begrünung ist das bepflanzte Dach noch besser vor äußeren Einflüssen geschützt. Denn die Pflanzen schirmen es gegen extreme Temperaturen, UV-Strahlung und direkten Niederschlag ab. Sie dienen sozusagen als natürliches Schutzschild. So lässt sich die Lebensdauer des Daches deutlich verlängern. Das Frauenhofer-Institut für Bauphysik schätzt die Lebensdauer eines Gründaches beispielsweise auf etwa 40 Jahre und damit etwa doppelt so lange als ein unbegrüntes Kiesdach. Eine Dachsanierung wird somit seltener notwendig.

…die Betriebskosten.

Im Winter bieten Gründächer zusätzliche Isolierung und fungieren somit als natürliche Wärmedämmung. Im Sommer hingegen dienen sie als Hitzeschutz und arbeiten sozusagen wie eine natürliche Raumkühlung. Damit unterstützen sie ihre Bewohner über das gesamte Jahr hinweg Kosten zu sparen. Egal ob für die Heizung oder für die Klimaanlage. Zudem kann sich durch ein Gründach die Abwassergebühr reduzieren. Denn teilweise geben Gemeinden für die Begrünung von Dachflächen einen Abschlag auf die Niederschlagswassergebühr, einem Teil der gesplitteten Abwassergebühr. Das ist jedoch nicht einheitlich geregelt und daher regional durchaus unterschiedlich.

Kosten und Finanzierung der Begrünung

Die Kosten für eine Begrünung sind durchaus sehr unterschiedlich. Eine extensive Dachbegrünung ist bereits für 20 – 40 Euro pro m² zu haben. Bei der intensiven Begrünung hingegen variieren die Kosten sehr stark. Je nach Art und Umfang der Begrünung ist sie jedoch mindestens doppelt so teuer wie eine Extensivbegrünung und liegt somit bei 50 bis 100 Euro pro m². Oder anders ausgedrückt: Da sie einem herkömmlichen Garten ziemlich ähnlich ist, orientieren sich die Kostenschätzungen ungefähr an denen einer vergleichbar großen Gartenanlage. Wer sich für die Dachbegrünung entscheidet, kann bei der Finanzierung aber unter Umständen sogar einen Zuschuss oder einen günstigen Kredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) nutzen.

Dass Gründächer Mensch und Natur vielfachen Nutzen bringen, ist mittlerweile auch wissenschaftlich erwiesen. Daher fördern viele Städte und Bundesländer die Begrünung durch finanzielle Zuschüsse. Die Fördergelder liegen dabei meist zwischen 10 und 20 Euro pro m². Andernorts orientieren sich die Zuschüsse an den Herstellungskosten und schwanken zwischen 25 und bis zu 100 %. Andere Gemeinden, Städte und Landkreise bieten statt einer direkten eine indirekte Förderung für den Ausbau von Gründächern, beispielsweise durch geringere Abwassergebühren. Am besten informieren Sie sich direkt bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung, welche Förderungen es dort gibt.

 

Wer sich für eine Dachbegrünung entscheidet, tut dies allerdings meist nicht nur aus finanziellen Gesichtspunkten. Viel wichtiger ist den Gestaltern der Gründächer neuen Lebensraum für Mensch, Pflanzen und Tiere zu schaffen und so einen kleinen Teil zum ökologischen Gleichgewicht beizutragen.

 

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Quelle: baunetzwissen.de, gebaeudegruen.info, doerken.de, mein-schoener-garten.de

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