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Die vegetarische Versuchung

veröffentlicht am 2. Juni 2020

Die vegetarische Versuchung

Die vegetarische Ernährung wird immer beliebter. Gerade in den westlichen Industrienationen erlebt die fleischlose Küche in den letzten Jahren einen deutlichen Aufschwung. Denn richtig zubereitet sind die Gerichte ausgewogen, gesund und vor allem schmackhaft – und sogar für den Grill geeignet.

 

Ursprung, Verbreitung und Beweggründe des Vegetarismus

Das Wort Vegetarismus leitet sich aus dem lateinischen Begriff „vegetare“ ab, was so viel bedeutet wie leben, wachsen oder grünen. Dementsprechend richtet sich die Art der Ernährung sowie die Lebensweise von Vegetariern auch nach diesen Wörtern. Sie verzichten grundsätzlich auf Fleisch, Fisch und Geflügel. Denn kein Tier soll für ihre Ernährung sterben. Stattdessen ernähren sich Vegetarier von Obst, Gemüse, Getreide, Hülsenfrüchten, Nüssen und Milchprodukten.

Gerade in den vergangenen Jahren haben sich in den westlichen Ländern immer mehr Menschen für die fleischfreie Lebensweise entschieden. Alleine in Deutschland sind im Jahr 2019 Schätzungen zufolge rund 6,1 Millionen Menschen Vegetarier. Aber auch in Italien, Österreich und Irland und sogar in Australien und den USA nimmt der Anteil stetig zu. Die Beweggründe für Vegetarier sind dabei sehr vielfältig. Sie reichen von ethischen über religiöse bis hin zu gesundheitlichen Aspekten. Zudem verzichten viele aufgrund der Skandale um tierische Produkte und Futtermittelverunreinigungen sowie grundsätzlich für mehr Tierwohl darauf, Fleisch zu essen. Und auch das gesteigerte Bewusstsein für die Umwelt ist bei manchen verantwortlich dafür, sich künftig vegetarisch zu ernähren.

 

Formen der vegetarischen Ernährung

Nicht alle Vegetarier ernähren sich gleich. Es gibt durchaus Unterschiede in den einzelnen Ausprägungen. Was jedoch alle gemeinsam haben ist der Verzicht auf Fleisch. Je nachdem auf welche anderen tierischen Produkte zusätzlich verzichtet wird, unterscheidet man die folgenden, bekanntesten Varianten:

 

Vorteile und Nachteile von fleischlosem Essen

Vorteile

Die vegetarische Ernährung hat durchaus Vorteile für die Gesundheit. Denn in der Regel beschäftigen sich Vegetarier überdurchschnittlich viel mit dem Thema Ernährung. Sie leben meist sehr gesundheitsbewusst und viele treiben zusätzlich regelmäßig Sport um ihren Körper fit zu halten. Durch ihre Ernährungs- und Lebensweise sind sie Studien zufolge grundsätzlich weniger gefährdet für Bluthochdruck, Rheuma, Gicht und Diabetes. Zudem senkt der geringe Anteil an Cholesterin in pflanzlichen Fetten das Risiko für Arteriosklerose und Herz-Kreislauferkrankungen. Außerdem sind Vegetarier weniger gefährdet für Osteoporose, Nieren-bzw. Gallensteine und sogar Schlaganfälle.

Eine fleischlose Ernährung ist zudem gut für die Umwelt. Denn mehr als 14% aller Treibhausgasemissionen gehen auf die Fleischproduktion sowie die damit verbundene Tierhaltung zurück. Dementsprechend tragen alle Vegetarier einen Teil zur Reduzierung des Treibhauseffekts und damit zum Klimaschutz bei. Zudem wird 40 % der weltweiten Getreideernte als Tierfutter statt für den menschlichen Verzehr verwendet. Würde die Nachfrage nach Fleisch also grundsätzlich sinken, könnten mehr Menschen mit dem Getreide versorgt werden. Das wäre ein guter Schritt im Kampf gegen den Hunger in der Welt. Um diese positiven Effekte aber nicht gleich wieder zunichte zu machen sollten auch Vegetarier hauptsächlich regionale und saisonale Produkte verwenden. Denn vor allem exotische Lebensmittel, die einen entsprechend langen Transportweg haben, wirken sich wieder negativ auf unsere Umwelt aus.

Dadurch, dass Vegetarier kein Fleisch zu sich nehmen, tragen sie zudem aktiv zu mehr Tierwohl bei. Denn jede(r) Deutsche isst laut Angaben des Vegetarierbunds Deutschland im Laufe seines Lebens durchschnittlich etwa vier Rinder, vier Schafe, zwölf Gänse, 37 Enten, 46 Truthähne, 46 Schweine und 945 Hühner. Wird weniger Fleisch gegessen, sinkt als logische Konsequenz die Zahl der benötigten Schlachttiere und macht damit die Massentierhaltung irgendwann nahezu überflüssig. 

Nachteile

Kein Fleisch zu essen bringt eine Vielzahl an Vorteilen mit sich. Es gibt aber durchaus auch Nachteile. Einer davon sind mögliche Mangelerscheinungen durch zu einseitige Ernährung. Wer nicht auf ausreichend Abwechslung auf dem Speiseplan achtet, läuft leichter Gefahr an einem Eisen- Zink oder Kalziummangel zu leiden. Zudem leiden Vegetarier häufiger an einem Vitamin B12 Mangel als Fleischesser. Denn dieses kommt hauptsächlich in tierischen Produkten vor. Teilweise müssen Vegetarier in solchen Fällen auf Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen, um den vorherrschenden Mangel entsprechend auszugleichen.

Da sich viele Vegetarier überwiegend von Obst und Gemüse ernähren, kann das teilweise auch zu vermindertem Körpergewicht führen. Denn wer gesund leben und auf seine Ernährung achten möchte, sollte auch in der vegetarischen Ernährung auf eine ausreichende Kalorienzufuhr achten. Wer zu Untergewicht neigt, sollte daher auch  zwischendurch ruhig auf eine Handvoll Nüsse zurückgreifen.

Da Vegetarier sich viel von Rohkost und unverarbeiteten Lebensmittel ernähren, ist bei ihnen die Gefahr einer Lebensmittelunverträglichkeit tendenziell höher als bei Fleischessern. Denn kochen oder braten macht viele Allergene unwirksam und die Lebensmittel so allgemein besser verträglich.

 

Tipps für eine ausgewogene Ernährung

Wer sich ein wenig mit vegetarischem Essen beschäftigt wird feststellen, dass es entgegen allen Klischees, überhaupt nicht langweilig. Und da sich mittlerweile immer mehr Menschen vegetarisch ernähren, haben bereits nahezu alle Super-, Bio- oder Drogeriemärkte eine Vielzahl an vegetarischen Produkte in ihr Sortiment aufgenommen. Von verschiedenen Brotaufstrichen über fertige Salate bis hin zu Gemüsebratlingen oder Fleischersatzprodukten. Die Auswahl kann sich durchaus sehen lassen. So ist es für viele Vegetarier deutlich einfacher geworden, das gleiche Gericht – selbstverständlich mit kleinen Unterschieden – für sich und einen „Fleischesser“ zu kochen. Denn auf Fleisch zu verzichten heißt nicht automatisch, dass man und nur noch Salat essen kann. Vegetarier sollten allerdings darauf achten, dass ihre Mahlzeiten alle wichtigen Nährstoffe und Vitamine enthalten. Der Schlüssel zu einer ausgewogen und abwechslungsreichen Ernährung liegt dabei im Zusammenspiel der einzelnen Lebensmittel. So nehmen Vegetarier auch ohne Fleisch genügend Proteine, Eiweiß und Mineralien zu sich:

  • Hülsenfrüchte, Magerquark, Nüsse und Tofu sind hervorragende Eiweißlieferanten
  • Getreide, Kartoffeln und Eier enthalten viel Calcium
  • Mais, Spinat, Käse und Hülsenfrüchte liefern viel Zink
  • Viel Vitamin D beinhalten Pilze und Milch, Vitamin B12 ist in Eiern, Frischkäse und Emmentaler und Vitamin A in grünem Blattgemüse, Karotten und Orangen enthalten
  • Tofu, Leinöl, Walnüsse und Linsen liefern Omega-3-Fettsäuren
  • Eisen- und Jodlieferanten sind Hülsenfrüchte und Weizenkleie

 

Alternativen für den Grill

Gerade beim Grillen müssen sich Vegetarier oft die ein oder andere durchaus spitzfindige Fragen alla „Na, was kommt denn bei dir auf den Rost, wenn du kein Fleisch isst?!“ anhören. Dabei gibt es gerade fürs grillen unzählige fleischlose Alternativen. Ob Gemüsespieße, Grillkäse, gefüllte Champignons oder Maiskolben bis hin zu Obst und Desserts, die Auswahl ist nahezu unerschöpflich. Wer sich ein paar Anregungen holen möchte, findet hier eine große Auswahl an Rezepten zum einfachen nachkochen bzw. -grillen. Bei der Vielzahl an Geschmacks- und Kombinationsmöglichkeiten könnte sogar mancher Fleischesser neidisch werden…

Und gerade für den Grill erfreuen sich auch immer mehr Fleischersatzprodukte wachsender Beliebtheit. In den vergangenen Jahren haben sich zahlreiche Firmen in der ganzen Welt auf die Herstellung von pflanzlichem „Fleisch“ spezialisiert. Mittlerweile gibt es für nahezu jeden Geschmack und jede Gelegenheit eine vegetarische Alternative. Ob Bratwurst, Burgerpattie, Schnitzel oder Aufschnitt, für all das gibt es bereits eine fleischlose Variante. Und der Umsatz an Soja-, Seitan- und Lupinenprodukten wird sich Prognosen zufolge in den nächsten Jahren noch einmal deutlich steigern.

Infografik: Pflanzliches

Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

 

Wer sich also über die vegetarische Ernährung ein wenig informiert und auf ausreichend ausgewogene Lebensmittel achtet, für den kann fleischlos zu leben durchaus eine Alternative sein.

 

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Quellen: pixabay.de, tk.de, gesundheitswissen.de, statista.com

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