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Über Tradition und Trend des Fastens

Veröffentlicht am 9. März 2020

Über Tradition und Trend des Fastens

In viele Religionen, Ländern und Regionen ist Fasten ein großes Thema. Die Ausprägungen sind jedoch sehr unterschiedlich, genau wie die Dauer der Fastenzeit. Dabei hat Fasten bereits eine jahrhundertelange Tradition und liegt auch heutzutage noch voll im Trend.

 

Was bedeutet Fasten?

Grundsätzlich bedeutet Fasten, auf etwas zu verzichten. Welche Lebensmittel, Genussmittel oder Konsumgüter das sind, ist durchaus unterschiedlich. Manche beschränken sich beispielsweise in der Fastenzeit auf eine Hauptmahlzeit und füllen den Rest des Tages dann nur noch mit ausreichendem trinken. Andere verzichten in der Fastenzeit auf Fleisch, Süßigkeiten oder Alkohol. Wieder andere nehmen die Fastenzeit als Anlass, um mit dem Rauchen aufzuhören. Es gibt auch diejenigen, die sich nicht beim Essen einschränken, sondern die Zeit am Fernseher, dem Handy oder dem Computer begrenzen. Und für manche ist Fasten beim Thema „Shoppen“ angesagt.

Eines haben allerdings alle Arten des Verzichts gemeinsam und das ist der tiefere Sinn fürs Fasten. Der bewusste Verzicht auf etwas lieb gewonnenes oder auf für uns ganz selbstverständliche Alltagsdinge soll unseren Blick auf uns, auf die Umwelt und unsere Mitmenschen wieder schärfen. Es soll uns bewusst machen, wie gut es uns geht, damit wir alles wieder mehr zu schätzen wissen. Außerdem ist die Fastenzeit perfekt dafür geeignet, um zu entschleunigen. Wieder mehr auf den eigenen Körper und seine Bedürfnisse zu hören und sich bewusst auch einmal fürs Nichtstun zu entscheiden, das sollten wir uns in dieser Zeit zu Herzen nehmen.

Infografik: So fasten die Deutschen 2019 | Statista

Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Woher kommt der christliche Brauch vor Ostern zu fasten?

Im christlichen Glauben verzichten Gläubige während der Fastenzeit als äußeres Zeichen der Buße und Besinnung auf bestimmte Dinge. 40 Tage, von Aschermittwoch bis Ostern, entsagen sie den unterschiedlichsten Genüssen. Die Fasten- bzw. Passionszeit soll an das vierzigtägige Fasten Jesu in der Wüste erinnern, bevor dieser sein öffentliches Wirken begann. Zudem ist der bewusste Verzicht eine Vorbereitung auf das Osterfest und die Auferstehung von Jesus Christus. Die Sonntage zählen allerdings nicht zur Fastenzeit, sodass sie offiziell von Aschermittwoch bis Gründonnerstag dauert. Der darauf folgende Karfreitag sowie der Karsamstag sind ebenfalls Fastentage. Das Datum der Fastenzeit ist jedoch jedes Jahr unterschiedlich. Sie richtet sich nach dem Ostersonntag, der traditionell immer auf den Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond fällt.

Fastenmahlzeit

 

Ein Blick in anderen Religionen

Islam

Im Islam wird im Ramadan gefastet, dem neunten Monat des islamischen Mondjahres. Während dieser 29 bzw. 30 Tage dürfen Muslime zwischen Sonnenaufgang und -untergang nichts essen, trinken oder rauchen. Das Ende der Fastenzeit wird dann mit dem dreitägigen Fest des Fastenbrechens gefeiert, auch bekannt als Zuckerfest. Für Muslime gehört das Fasten zu den fünf Säulen des Islam und ist dementsprechend ein sehr wichtiges Gebot. Denn der Ramadan erinnert an die Zeit, als der Erzengel Gabriel dem Propheten Mohammed den Koran offenbarte. Die Fastenzeit gilt damit als die heilige Zeit, in der Gott zu den Menschen spricht. Es sollen Körper und Seele des Gläubigen gereinigt werden. Außerdem ist die Gemeinschaft während des Fastenmonats besonders wichtig. Die Zeit der Entbehrung soll die Solidarität und das Mitgefühl für die Armen, Schwachen und Hungernden stärken und die Gläubigen zur Hilfe für diese Menschen bewegen.

Beten zum Ramadan
Judentum

Im Judentum dagegen gibt es verschiedene Fastenzeiten. Zu den wichtigsten und strengsten Fasten- und Feiertagen zählt der Versöhnungstag Jom Kippur. Gläubige Juden fasten an Jom Kippur 25 Stunden lang, sprich essen und trinken eine ganze Nacht und den darauffolgenden Tag nichts. Während dieser Zeit sind viele den ganzen Tag in der Synagoge, besuchen die Gottesdienste und beten dort.

Hinduismus und Buddhismus

Im Hinduismus hingegen gibt es keine festen Fastenzeiten oder -rituale. Jeder Hindu kann selbst entscheiden, wie lange, auf welche Weise und auf was er verzichtet. Fasten dient auch hier dazu, Buße zu tun, die eigene Seele zu reinigen, eine bestimmte Gottheit zu ehren oder um den Segen für jemanden zu erbitten. Ähnlich ist es auch im Buddhismus. Denn hier war bereits Buddha gegen Völlerei aber auch gegen Hunger. Viele Buddhisten, insbesondere Nonnen und Mönche, essen beispielsweise nur kleine Portionen und nur bis Mittag, um sich während der Meditationen besonders gut konzentrieren zu können. Einige Buddhisten essen in Vorbereitung auf eine längere Meditationszeit sogar gar nichts, trinken aber dafür sehr viel. Durch diese Kur sollen Körper und Geist für die Meditation und das Gebet gereinigt werden.

Buddhisten bei der Meditation

 

 

Ist Fasten denn überhaupt gesund für uns?

Fasten gehört seit jeher zur Natur des Menschen und ist ein evolutionsbiologisch überaus sinnvolles Prinzip. Denn grundsätzlich funktioniert unser Körper immer noch wie damals in der Steinzeit. Lief gerade kein Tier vor den Speer oder reichten die gesammelten Vorräte nicht für den Winter, musste gehungert werden. An diesen Wechsel von Nahrungsüberfluss und Mangel ist unser Körper sozusagen gewöhnt. So bleiben wir auch in Fastenzeiten und trotz des Verzichts auf bestimmte Lebensmittel weiterhin leistungsfähig, dafür verantwortlich ist unter anderem das „Fasten-High“. Es setzt meist nach drei Tagen ein und verursacht ein Gefühl von Euphorie, Leistungsfähigkeit und eine gehörige Portion Stolz auf sich selbst.

Und damit nicht genug. Fasten stößt soweit bekannt sogar heilsame Prozesse im Körper an und wirkt somit verjüngend und regenerierend. Denn werden Zellen nicht mit neuer Nahrung versorgt, setzt der menschliche Körper einen Prozess namens Autophagie in Gang. Dabei startet er einen Recycling- und Reinigungsprozess, bei dem er sich die benötige Energie aus den eigenen defekten Molekülen, deformierten Proteinen und kaputten Zellteilen holt. Er verdaut sich sozusagen selbst, gewinnt so neue Energie und bekämpft ganz nebenbei noch Bakterien und Viren. Durch diesen Selbstreinigungsprozess verwertet er sozusagen die Zellen, die unter anderem maßgeblich verantwortlich für verschiedene Leiden und Krankheiten sind. Dazu gibt es bereits verschiedene medizinische Forschungen, unter anderem in der Krebstherapie, die den positiven gesundheitlichen Effekten des Fastens auf den Körper und die Psyche untersuchen.

Und ganz nebenbei schmilzt durch das Fasten meist auch das ein oder andere überflüssige Kilo…

Fasten und Gesundheit

 

 

Probieren Sie es doch einfach mal aus

Unabhängig von dem religiösen Hintergrund liegt Fasten wieder voll im Trend. Tun auch Sie sich und Ihrem Körper etwas Gutes. Vielleicht ist das Fasten ja auch etwas für Sie. Wann und wie Sie das gestalten, dafür gibt es diverse Möglichkeiten. Dabei ist es allerdings wichtig, sich nicht einfach Hals über Kopf in die erstbeste Fastenkur zu stürzen, sondern sich vorab genau über die Vorgehensweise und vor allem die Wirkung auf den eigenen Körper zu informieren. Am besten holen Sie sich dazu fachkundige Unterstützung durch einen Arzt oder einen Ernährungsberater. Sehr wichtig ist es, auf den eigenen Körper und die durch die Fastenkur ausgelösten Reaktionen zu achten, um gegebenenfalls darauf zu reagieren.

Mittlerweile gibt es zum Thema Fasten sogar diverse Seminare und Workshops sowie in verschiedenen Hotels, Kloster oder Kliniken ganze Fastentherapien und -aufenthalte. Pflegen Sie nicht nur jetzt Körper und Geist sondern sorgen Sie rechtzeitig für Ihre Gesundheit vor, denn es gibt nichts Wichtigeres als die eigene Gesundheit!

 

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Quelle: 7jahrelaenger.de, statista.com, pixabay.de, gratisography.com, 123rf.de, unicum.de, religionen-entdecken.de, geo.de, focus.de

 

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