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Gleichberechtigung – Wunsch oder Wirklichkeit?

Veröffentlicht am 9. März 2020

Gleichberechtigung – Wunsch oder Wirklichkeit?

Frauen und Männer sind in vieler Hinsicht mittlerweile gleichgestellt. Es gibt aber nach wie vor auch einige Bereiche, in denen Männer immer noch bessergestellt sind als Frauen. Auf diese Unterschiede machen Frauen seit mittlerweile über 100 Jahren aufmerksam und kämpfen unermüdlich für mehr Gleichberechtigung. Stellvertretend dafür vor allem am 8. März, dem Weltfrauentag.

 

Der Kampf der Frau für Gleichberechtigung

Bereits im späten 19. bzw. frühen 20. Jahrhundert demonstrierten Frauen in vielen Ländern für mehr Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen. Sie forderten unter anderem einen festen Tag, an dem sich Frauen gezielt für höhere Löhne, bessere Arbeitsbedingungen, das Frauenwahlrecht und gegen Diskriminierung einsetzen. Auf Initiative der deutschen Sozialistin Clara Zetkin fand daraufhin am 19. März 1911 in Deutschland, Dänemark, Österreich, der Schweiz und in den USA der erste internationale Frauentag statt. Millionen von Frauen beteiligten sich daran und forderten unter anderem das Wahl- und Stimmrecht, höhere Löhne, ausreichenden Mutter- und Kinderschutz sowie bessere Arbeitsbedingungen für Frauen. Bereits ein Jahr später schlossen sich Frankreich, die Niederlande und Schweden den Demonstrationen an. 1913 folgte dann Russland. Dass sich der 8. März schließlich als festes Datum für den Weltfrauentag etablierte geht aller Wahrscheinlichkeit nach auf die Demonstrationen und den Streik russischer Textilarbeiterinnen zurück. Diese begannen am 8. März 1917 (nach dem julianischen Kalender in Russland der 23. Februar) und waren der Auslöser für die „Februarrevolution“ in Russland. Zu Ehren dieser Frauen wurde bei der großen internationalen Frauenkonferenz im Jahr 1921 der 8. März als festes Datum eingeführt und ist es bis heute geblieben.

Gleichberechtigung von Mann und Frau
Die Gleichstellung von Mann und Frau – nach wie vor ein Streitthema

Dass Frauen und Männer noch nicht überall gleichberechtigt sind, zeigt sich vor allem im Beruf. Darum werden am Weltfrauentag vor allem Forderungen nach gleichen Chancen im Beruf, gleichem Lohn für gleiche Arbeit, mehr Frauen in Führungspositionen und der Politik sowie nach einer höheren Rente für Frauen laut. Das untermauert auch der aktuelle Bericht der Hilfsorganisation Oxfam. So verdienen Frauen weltweit durchschnittlich 23 Prozent weniger als Männer und nur 21 Prozent aller Ministerposten sind von Frauen besetzt. Dabei arbeiten Frauen aber im globalen Durchschnitt mehr Stunden pro Tag als Männer. Sie werden allerdings in der Regel für deutlich weniger Stunden bezahlt als Männer. Durchschnittlich 7 Stunden und 28 Minuten arbeiten Frauen pro Tag, werden allerdings nur für drei Stunden und 3 Minuten bezahlt. Männer hingegen arbeiten nur 6 Stunden und 44 Minuten, werden aber für 5 Stunden und 21 Minuten, also deutlich mehr Stunden, bezahlt. Die Hauptursache dafür ist, dass Hausarbeit, Kindererziehung und die Pflege von Angehörigen weltweit zu knapp drei Viertel von Frauen geleistet wird. Diese sogenannten „Care“-Aufgaben tragen dazu bei, dass unsere Gesellschaft funktionieren kann, werden aber in den meisten Fällen nicht bezahlt. 

Infografik: Frauen arbeiten länger unbezahlt | Statista

Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Dieses Ungleichgewicht im Beruf führt zwangsläufig auch zu einer Diskrepanz in der Rente. Denn wer weniger verdient, zahlt weniger in die gesetzliche Rente ein und hat zudem weniger Geld zur Verfügung um privat vorzusorgen. Das führt dazu, dass Frauen in Deutschland durchschnittlich um 53 Prozent weniger Rente erhalten als Männer. Um diese Lücke, die sogenannte Gender Pension Gap, zu schließen, dürfen sich Frauen allerdings nicht auf andere verlassen, sondern müssen selbst tätig werden. Das gilt sowohl für Lohn- und Gehaltsverhandlungen mit dem Chef, als auch für die gemeinschaftliche Teilung von Betreuungs- und Pflegezeiten zwischen Mann und Frau bis hin zur rechtzeitigen und vor allem ausreichenden privaten Altersvorsorge.

 

Männer und Frauen sind aber doch unterschiedlich

Gewisse Abweichungen zwischen Männern und Frauen lassen sich nicht abstreiten. Denn die ein oder andere Situation kommt garantiert vielen von uns irgendwie bekannt vor. Über die meisten der folgenden Unterschiede lässt sich aber mit der nötigen Portion Gelassenheit, etwas Verständnis für das andere Geschlecht sowie einer kleinen Prise Humor garniert mit einem Lächeln hinwegsehen…

  • Der Urlaubskoffer bzw. der Kleiderschrank von Frauen ist in der Regel nicht nur größer, sondern meist auch voller als der von Männern.
  • Die Schlange vor der Frauentoilette ist bei Veranstaltungen um ein vielfaches länger als die bei Männern.
  • Beim Grillen legen Männer großen Wert auf Fleisch, Frauen hingegen eher auf Gemüse und Beilagen. Im Schnitt essen Männer sogar doppelt so viel Fleisch als Frauen.
  • Eine Erkältung ist bei Männern grundsätzlich deutlich schlimmer als bei Frauen, Stichwort Männergrippe.
  • Männer kaufen nur das ein, was auf ihrem Zettel steht. Frauen hingegen scannen während des Einkaufs auch den Rest des Sortiments.
  • Männer sind nicht wirklich multitaskingfähig, Frauen schon.
  • Frauen reden mehr als Männer. Neuesten Erkenntnissen zufolge jedoch nicht so viel mehr als vielleicht gedacht – es sind nur 600 Wörter pro Tag.

 

Trotz allem sind sich Männer und Frauen doch oft ähnlicher als vermutet. Auch verschiedene Forschungen belegen, in ihrem Denken, Fühlen und Verhalten trennt die Geschlechter oft weniger als angenommen. Damit das in Zukunft auch auf das Gehalt und die Rente zutrifft, dafür kämpfen Frauen auf der ganzen Welt. Vor allem am 8. März, dem internationalen Frauentag.

 

Lesen Sie zu diesem Thema auch den Beitrag „Altersarmut bei Frauen„. 

 

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Quellen: statista.com, frauen.verdi.de, dgb.de, dia-vorsorge.de

 

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