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Herausforderung Pflege – Wissenswertes für Angehörige

Veröffentlicht am 3. Februar 2020

Herausforderung Pflege – Wissenswertes für Angehörige

Sie haben uns zur Welt gebracht, sich liebevoll um uns gekümmert und sind immer für uns da: unsere Eltern. Mittlerweile sind sie oft schon Großeltern und umsorgen die Enkel mit der gleichen Hingabe wie damals die eigenen Kinder. Für die Familie sind sie häufig der Retter in der Not. Und ungern macht man sich Gedanken darüber, wie schnell und abrupt sich das doch alles ändern kann. Denn in vielen Familien kommt der Tag, an dem Oma und Opa bzw. Mama und Papa auf Hilfe und Pflege angewiesen sind.

 

Pflege im Heim oder zuhause?

Rund 3,4 Millionen Deutsche waren Ende 2017 laut Statistischem Bundesamt im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes pflegebedürftig. Rund 19 Prozent mehr als bei der letzten Erhebung Ende 2015. Nur 24 % aller Pflegebedürftigen wurden dabei vollstationär im Heim versorgt, die restlichen 76 % dagegen zuhause. In 51,7 % dieser Fälle übernahmen Angehörige die Pflege des Pflegebedürftigen vollständig. Bei nur knapp halb so vielen Fällen (24,3 %) wurden die Angehörigen von einem ambulanten Pflegedienst unterstützt oder dieser übernahm die Aufgabe komplett. Den Trend, im Pflegefall in den eigenen vier Wänden bleiben zu wollen, bestätigt auch die folgende Umfrage:

Infografik: Ältere wollen zuhause gepflegt werden | Statista

Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

 

Wie wird der Pflegegrad festgestellt?

Um einen Pflegegrad zu erhalten, muss ein Antrag bei der Pflegekasse gestellt werden. Diese beauftragt anschließend den Medizinischen Dienst oder einen unabhängigen Gutachter, um den Grad der Pflegebedürftigkeit zu ermitteln. Dabei wird untersucht, wie sehr die jeweilige Person in ihrer Selbstständigkeit und ihren Fähigkeiten beeinträchtigt ist, sowohl körperlich wie auch geistig oder psychisch. Das wird anhand der folgenden sechs Lebensbereiche gemessen:

1. Mobilität z. B. selbstständig aus dem Bett aufstehen, Treppensteigen

2. Geistige und kommunikative Fähigkeiten z. B. zeitliche und räumliche Orientierung, erkennen von Sachverhalten und Risiken, Beteiligung an einem Gespräch

3. Verhaltensweisen und psychische Problemlagen z. B. nächtliche Unruhe, Ängste oder Aggressionen gegenüber Angehörigen oder dem Pflegepersonal

4. Selbstversorgung z. B. waschen, an- und auskleiden, essen und trinken

5. Selbstständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen sowie deren Bewältigung z. B. Medikamente dosieren und einnehmen, Verbandswechsel, Umgang mit dem Rollator oder der Prothese

6. Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte z. B. sich im Alltag beschäftigen, ruhen und schlafen, Kontaktpflege zu Personen außerhalb des direkten Umfeldes

Für jeden Bereich wird der entsprechende Grad der Selbstständigkeit ermittelt. Das erfolgt mit Hilfe eines Punktesystems zwischen 0 und 3, wobei 3 die schwerste Beeinträchtigung darstellt. Diese Ergebnisse werden anschließend mit unterschiedlicher Gewichtung zu einem Gesamtwert zusammengeführt. Dieser steht dann für den jeweiligen Pflegegrad. Von geringen Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten bei Pflegegrad 1 bis hin zu schwersten Beeinträchtigungen, die mit besonderen Anforderungen an die Pflege einhergehen, bei Pflegegrad 5.

 

Pflegeheimkosten und die Lücken der Pflegeversicherung

Im Durchschnitt kostet ein Pflegeheimplatz in Deutschland derzeit etwa 3.000 Euro. Bei anerkannt Pflegebedürftigen übernimmt die Pflegekasse einen bestimmten Anteil davon. Abhängig vom Pflegegrad beträgt dieser bei vollstationärer Pflege derzeit zwischen 125 und 2.005 Euro. Die darüber hinaus gehenden Kosten müssen allerdings der Pflegebedürftige oder seine Angehörigen selbst tragen. Seit Inkrafttreten des Pflegestärkungsgesetzes II am 1. Januar 2017 gilt für alle Heimbewohner der Pflegegrade 2 bis 5 ein einrichtungseinheitlicher Eigenanteil. Dieser wird zwischen Pflegekasse und Pflegeheim festgelegt und kann durchaus zwischen einzelnen Einrichtungen und Regionen deutlich variieren. Im Bundesdurchschnitt liegt er jedoch bei rund 540 Euro. Zu den monatlichen Kosten für die Pflege kommen noch die Kosten für Unterkunft und Verpflegung, Investitionskosten sowie eine Ausbildungsumlage (falls das Pflegeheim Azubis beschäftigt) hinzu. Falls der Pflegebedürftige darüber hinaus Zusatzleistungen in Anspruch nimmt, kommen diese ebenfalls noch hinzu.

Zuletzt war die Eigenbeteiligung von Pflegebedürftigen im Bundesdurchschnitt noch einmal um 115 Euro auf insgesamt 1.930 Euro gestiegen. Spitzenreiter in Sachen Eigenanteil ist dabei nach wie vor Nordrhein-Westfalen mit 2.406 Euro. Am günstigsten ist ein Heimplatz derzeit in Mecklenburg-Vorpommern, mit knapp 1.346 Euro Eigenbeteiligung. In Bayern müssen Pflegebedürftige momentan durchschnittlich 1.943 Euro selbst bezahlen. Eine finanzielle Absicherung macht daher durchaus Sinn. Mehr als drei Millionen Deutsche haben bereits für den Fall der Pflegebedürftigkeit vorgesorgt.

 

Finanzielle Entlastung der Angehörigen

Bisher mussten sich Kinder an den Pflegekosten für ihre Eltern finanziell beteiligen, wenn sie als Alleinstehende mehr als 21.600 Euro netto im Jahr verdienten. Mit dem neuen Angehörigen-Entlastungsgesetz, dem der Bundesrat Ende November 2019 zugestimmt hat, steigt die Grenze des Jahresbruttoeinkommens nun auf 100.000 Euro. Das gilt aber nicht nur für die Kinder von Pflegebedürftigen, sondern auch für die Eltern von erwachsenen Kindern, die beispielsweise aufgrund einer Behinderung pflegebedürftig sind. Die Grenze gilt dabei immer pro Unterhaltspflichtigem, sprich pro Sohn, Tochter oder Elternteil. Das Einkommen der Ehepartner wird nicht mit eingerechnet.

Die Pflegebedürftigen selbst kann das neue Gesetz allerdings leider nicht vor der finanziellen Armut bewahren. Denn Pflege ist in den meisten Fällen durchaus teuer. Kann ein Pflegebedürftiger nicht mehr selbst für seine Pflegekosten aufkommen, springt das Sozialamt ein. Mit dem „Unterhaltsrückgriff“ kann die Behörde allerdings versuchen, sich zumindest einen Teil der Kosten von den Kindern zurückzuholen, sofern diese die Einkommensgrenzen überschreiten. Andernfalls muss künftig die Kommune, als Träger der Sozialhilfe, für die Pflegekosten aufkommen.

 

Die Pflege eines Angehörigen stellt viele vor eine echte emotionale und vor allem auch organisatorische Herausforderung. Ob die Fahrt zu Arztterminen, die Organisation eines mobilen Pflegedienstes, das Bestellen von Essen auf Rädern, ein pflegegerechter Umbau der Wohnung oder des Hauses, das Beantragen des Pflegegrades oder die Suche nach einem geeigneten Pflegeheimplatz. All das muss ich kürzester Zeit entschieden und beauftragt werden. Stehen Sie plötzlich vor dieser Herausforderung, wenden Sie sich am Besten an die unabhängige Pflegefachberatung des Landkreises Freising. Dort erhalten Sie nicht nur alle wichtigen Informationen, sondern werden auch bei der Bewältigung dieser neuen Situation unterstützt.

 

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Quelle: statista.com, pkv.de, bundesgesundheitsministerium.de, vdk.de, 123RF.com, LRA Freising

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