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Gegen den Chef vor Gericht

Veröffentlicht am 3. Februar 2020

Gegen den Chef vor Gericht

Einen Rechtsstreit mit dem Arbeitgeber schließen die meisten Angestellten, zumindest in der Theorie, aus. In der Praxis kann sich das aber ganz schnell ändern. Und das, ganz ohne Ihre Schuld. Dabei kann ein Arbeits-Rechtsstreit das Leben von einem Moment auf den anderen komplett verändern und sogar existenzbedrohend sein.

 

Risiken des Berufslebens

Jeder Arbeitnehmer ist finanziell von seinem Arbeitgeber abhängig. Denn mit dem gezahlten Gehalt sichert er das Einkommen und damit in gewisser Weise die Existenz seiner Angestellten. Eine ungerechtfertigte Kündigung, ein Aufhebungsvertrag oder ein nicht anerkannter Wegeunfall kann daher schnell zu einem ernsten Thema werden. Zu den Risiken des täglichen Berufslebens zählen auch Mobbing am Arbeitsplatz oder die Anschuldigung einer angeblichen Straftat, wie eines Diebstahls. Außerdem kann ein beruflich bedingter Bußgeldbescheid, beispielsweise wegen vermeintlich nicht eingehaltener Vorschriften, zu massiven beruflichen Problemen bis hin zur Entlassung führen. Und diese Ereignisse sind leider durchaus keine Seltenheit.

 

Betriebsbedingte Kündigung – was nun?

Immer öfter droht derzeit gerade bei größeren Unternehmen massiver Stellenabbau. In den meisten Fällen wird dabei zunächst mit Freiwilligenprogrammen und natürlicher Fluktuation versucht, die Mitarbeiterzahl zu verringern. Reicht das nicht aus, werden betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen. Doch daran sind hohe Anforderungen gestellt. Zunächst muss eine Interessensabwägung durchgeführt werden, bei der das Interesse des Arbeitgebers an der Beendigung des Arbeitsverhältnisses gegenüber dem Interesse des Mitarbeiters an der Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses überwiegen muss. Anschließend ist eine Sozialauswahl erforderlich, bei der unter anderem die Dauer der Betriebszugehörigkeit, das Lebensalter und die Unterhaltspflichten des Arbeitnehmers zu berücksichtigen sind. Trifft Sie eine solche Kündigung, sollten Sie auf jeden Fall prüfen, ob es sich tatsächlich um einen anerkannten betriebsbedingten Kündigungsgrund handelt. Erkundigen Sie sich am besten bei einem Rechtsanwalt, idealerweise einem für Arbeitsrecht, ob der angegebene Kündigungsgrund gerechtfertigt ist.

 

Arbeits-Rechtsstreit: ein paar durchaus kuriose, aber wahre Fälle

Chef nicht gegrüßt – Kündigung?

Im ersten Fall kündigte ein Unternehmen seinem Außendienstmitarbeiter nach mehr als zehn Jahren Betriebszugehörigkeit. Denn der Arbeitnehmer hatte seinen Chef zwei Mal bei privaten Waldspaziergängen nicht gegrüßt. Der Fall landet vor Gericht.  Das Landesgericht Köln hat die Verweigerung des Grußes nicht als Kündigungsgrund anerkannt, denn es stelle keine große Beleidigung des Chefs dar. (Az. 9(7) Sa 657/05)

Stromdiebstahl von 1,8 Cent – Kündigung?

Im zweiten Fall kündigte ein Unternehmen seinem über neunzehn Jahre beschäftigten Mitarbeiter, weil dieser den Akku seines Elektrorollers an der Firmensteckdose aufgeladen hatte. Dabei entstanden Stromkosten von etwa 1,8 Cent. Der Arbeitgeber begründete die Kündigung mit dem Begehen eines Vermögensdeliktes. Das Landesarbeitsgericht Hamm urteilte, dass dem Arbeitnehmer zu unrecht gekündigt wurde. Eine Abmahnung wäre angemessen gewesen. (Az. 16 Sa 260/10)

Hammer beim Richtsspruch

Verabschiedung vom Hund – Arbeitsunfall?

Im dritten Fall verließ ein Versicherungsvertreter morgens sein Haus. Auf dem Weg zum Auto pfiff er nach seinem Hund um sich zu verabschieden. Der Hund kam so schnell angelaufen, dass er ihn versehentlich umstieß. Beim Sturz zog sich der Mann eine Knieverletzung zu. Die Berufsgenossenschaft lehnte die Anerkennung des Arbeitsunfalls ab, da die Verabschiedung von seinem Hund nicht zum versicherten Arbeitsweg gehöre. Das Landessozialgericht Sachsen-Anhalt dagegen urteilte, dass die Verabschiedung vom Hund eine unerhebliche und geringfügige Unterbrechung des Arbeitsweges sei und somit ein Arbeitsunfall vorliege. (Az. L 6 U 12/12)

Zu langsam gearbeitet – Kündigung?

Der vierte Fall handelt von einer Architektin, die ein Baugutachten nach 96 Arbeitstagen noch nicht erstellt hatte. Ihr Vorgesetzter hatte dafür ursprünglich 40 Tage veranschlagt. Im Verlauf des Arbeitsprozesses wurde Sie mehrfach abgemahnt und schließlich gekündigt. Das Arbeitsgericht Frankfurt bestätigte die Kündigung. In der Begründung hieß es, wenn ein Arbeitnehmer mehr als doppelt so lang für eine Aufgabe benötige als vergleichbare Arbeitnehmer sei eine leistungsbedingte Kündigung gerechtfertigt. (Az. 2 Ca 254/04)

 

Wer übernimmt die Kosten bei einem Arbeits-Rechtsstreit?

Bei einem Arbeits-Rechtsstreit muss der Arbeitnehmer die Kosten bis zur ersten Instanz immer selbst tragen, auch wenn er den Rechtsstreit letztendlich gewinnt. Das eigene Recht kann also unter Umständen eine Menge Geld kosten. Welche möglichen Kosten bei einem Rechtsstreit auf Sie zukommen, können Sie mit dem Prozesskostenrechner schon im Voraus kalkulieren.

Möchten Sie diese Kosten dagegen nicht selbst tragen, sichern Sie sich am besten mit einem entsprechend Berufsrechtsschutz ab. Denn er sichert Arbeitnehmer in arbeitsrechtlichen Streitfällen ab und übernimmt Anwalts- oder Gerichtskosten sowie die Aufwendungen für einen Sachverständigen oder einen Zeugen. Zudem umfasst er eine telefonische Rechtsberatung, in Notsituationen sogar rund um die Uhr. So können Sie sich zunächst einmal eine Orientierung im Paragraphen- und Gesetzesdschungel verschaffen. Zusätzlich inbegriffen ist die Vermittlung eines professionellen Konfliktlösers, falls Sie sich doch lieber im Vorfeld einigen wollen anstatt zu streiten. Für welche Möglichkeit Sie sich auch entscheiden, der Berufsrechtsschutz hilft Ihnen, Ihr Recht einzufordern.

 

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Quellen: oerag.de, dieversicherer.de, kostenlose-urteile.de, pixabay.com

 

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