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Steuern und Co – was sich 2020 ändert

Veröffentlicht am 7. Januar 2020

Steuern und Co – was sich 2020 ändert
Wer bekommt im neuen Jahr mehr Geld und wer zahlt mehr? Der Wechsel ins Jahr 2020 bringt zahlreiche gesetzliche Änderungen, die sich auch auf Ihr Portemonnaie auswirken können. So steigt etwa der gesetzliche Mindestlohn, sowie die Bußgelder für Verkehrssünder. Die Bahnfahrer können sich voraussichtlich über niedrige Ticket-Preise freuen.

 

Hier gibt’s Veränderungen:

 

Sozialversicherung

Die Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Renten- und Arbeitslosenversicherung steigt auf monatlich 6900 Euro in den westlichen Bundesländern und 6450 Euro im Osten. In der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung steigt sie auf 4687,50 Euro. Die Versicherungspflichtgrenze wird auf 5212,50 Euro angehoben. Erst wer mehr verdient, kann die gesetzliche Krankenkasse verlassen und darf komplett in die Privatversicherung wechseln. Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung sinkt um 0,1 Prozentpunkt auf 2,4 Prozent.

Wer auf Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld II angewiesen ist, bekommt ab Januar 2020 mehr Geld. Alleinstehende Erwachsene erhalten dann 432 Euro im Monat – acht Euro mehr als bisher. Die Regelsätze für Kinder und Jugendliche steigen ebenfalls. Empfänger von Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe sowie Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung erhalten 1,88 Prozent mehr Geld. Neben den Leistungen für die Erwachsenen steigen auch die Sätze für ältere Kinder und Jugendliche. Sie erhöhen sich um jeweils sechs Euro auf 308 und 328 Euro. Für Kinder bis zu sechs Jahren erhöht sich der Satz um fünf Euro auf dann 250 Euro. Die Kinderfreibeträge steigen um 192 Euro auf 5172 Euro je Kind.

Auf ein Jobticket, das Mitarbeiter aus dem Gehalt finanzieren, fallen nur noch 25 Prozent Steuern an. Es bleibt sozialversicherungsfrei. Arbeitnehmer können trotzdem die 30 Cent Entfernungspauschale für den Arbeitsweg absetzen. Zahlt ein Arbeitgeber das Jobticket zusätzlich zum Gehalt, ist es nach wie vor steuerfrei.

Steigender Mindestlohn – Berufsbildung

Ab dem 1. Januar 2020 steigt der Mindestlohn von aktuell 9,19 Euro pro Stunde auf 9,35 Euro. Neben dem gesetzlichen Mindestlohn gibt es etliche Branchen-Mindestlöhne die ebenfalls steigen, unter anderem im Elektro- und Malerhandwerk, bei Geld- und Wertdiensten und in der Pflege. Auch Auszubildende sind erstmalig in dieser Regelung inbegriffen. So müssen sie ab Januar 2020 mindestens 515 Euro monatlich verdienen. Bis 2023 wird dieser Betrag schrittweise auf 620 Euro angehoben. Aber aufgepasst: Wer schon mitten in der Ausbildung steckt, profitiert nicht von der Neuerung. 

Außerdem sollen volljährige Auszubildende an Berufsschultagen künftig vom Betrieb freigestellt werden, wenn der Unterricht mindestens 3 Stunden und 45 Minuten dauert. Bislang galt diese Regelung nur für minderjährige Auszubildende. Berufliche Abschlüsse sollen international verständliche Zusatzbezeichnungen erhalten. Der Meister soll den Zusatz „Bachelor Professional“ erhalten, ein Betriebswirt im Handwerk die Bezeichnung „Master Professional“, ein Geselle soll sich „Geprüfter Berufsspezialist“ nennen dürfen.

Steuervergünstigungen für Berufstätige und Ehrenamtliche

Berufstätige, die auswärts unterwegs sind, können höhere Verpflegungskosten steuerlich geltend machen. Bei mehr als acht Abwesenheiten soll die Pauschale von 12 auf 14 Euro steigen, bei 24 Stunden auf 28 Euro, für die An- und Abreisetage bei mehrtägigen Reisen auf 14 Euro. Berufskraftfahrer und andere Arbeitnehmer, die mehrtägig unterwegs sind und dabei in ihrem Auto übernachten, können eine Pauschale von acht Euro pro Tag geltend machen.

Beziehen Eltern oder Kinder Sozialhilfe oder Hilfe zur Pflege, werden unterhaltspflichtige Angehörige ab 2020 erst ab einem Jahresbruttoeinkommen von mehr als 100.000 Euro (je unterhaltsverpflichteter Person) vom Staat finanziell herangezogen. Das regelt das neue Angehörigen-Entlastungsgesetz. Außerdem werden unterhaltsverpflichtete Eltern entlastet, deren volljährige Kinder Eingliederungshilfe beziehen. Sie müssen künftig keinen Beitrag mehr zu den Leistungen für ihre Kinder aufbringen.

Steigende Renten

Die Rentner in Deutschland dürfen sich freuen: Zum 1. Juli 2020 wird ein Rentenplus von 3,92 Prozent in Ostdeutschland sowie von 3,15 Prozent in Westdeutschland erwartet. Zusätzlich beschloss das Bundesgesundheitsministerium, die Betriebsrentner künftig zu entlasten. So gilt für etwa vier Millionen Betriebsrentner ein Freibetrag von zunächst 159,25 Euro bei der Krankenversicherung. Erst wenn die Betriebsrente höher ist, fallen Krankenkassenbeiträge an. Ein Beispiel: Wer etwa eine Betriebsrente von 169 Euro bezieht, muss lediglich auf die 10 Euro über dem Freibetrag Beiträge entrichten. Bislang lag die Freigrenze bei 155 Euro. Wer mehr Betriebsrente bezog, musste den vollen Beitragssatz in die gesetzliche Krankenkasse einzahlen.

Wichtig zu wissen: Der neue Freibetrag gilt bereits ab Januar 2020. Die technische Umsetzung wird aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Die Abläufe bei den Krankenkassen und auch den Versicherern müssen erst noch umgestellt werden. Betriebsrentner sollten sich also darauf einstellen, dass die Entlastung erst mit Verzögerung greift, dann aber natürlich auch rückwirkend.

Laut Bundesregierung sollen rund vier Millionen Betriebsrentner von der Neuerung profitieren. Durch diese Änderung wird die Altersvorsorge mit Betriebsrenten attraktiver. Erst zum Jahresbeginn 2019 hat der Staat die betriebliche Altersversorgung durch neue Fördermaßnahmen verbessert. Dazu zählen etwa verpflichtende Zuschüsse des Arbeitgebers bei der Entgeltumwandlung sowie eine stärkere Förderung von Geringverdienern.

Umsatzsteuersenkung

Bye-bye, Tampon-Steuer! Bislang berechnet der deutsche Staat 19 Prozent Mehrwertsteuer für den Kauf einer Packung Damenhygieneartikel. Zum Vergleich: Kaviar, Trüffel und andere Luxusartikel werden derweil nur mit dem ermäßigten Satz von sieben Prozent besteuert. Eine von über 80.000 Menschen unterschriebene Petition rief nun die Regierung zum Handeln auf. Mit Erfolg: Ab 2020 gilt für Hygieneprodukte wie Tampons und Damenbinden der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent. Auch bei elektronischen Büchern und Zeitschriften sowie bei E-Autos wird künftig der verminderte Steuersatz fällig.

Wohngeld

Die Bundesregierung entlastet Haushalte mit geringem Einkommen stärker bei den Wohnkosten. Die erhöhten Beträge orientieren sich an der allgemeinen Entwicklung der Mieten und der Einkommen. Gleichzeitig haben mehr Menschen Anspruch auf Wohngeld.

Maßnahmen für den Umweltschutz

Eine neue Regelung setzt die Autohersteller unter Druck. Denn ab dem 1. Januar dürfen neuzugelassene Autos nicht mehr als 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen. Im Zuge des Klimapaketes sollen auf der anderen Seite Dienstwagen mit Elektro- oder Hybridantrieb und Fahrräder für den Arbeitsweg steuerlich noch stärker begünstigt werden. Auch Elektro-Lieferfahrzeuge und elektrisch betriebene Lastenfahrräder sollen gefördert werden. Die Kaufprämie für E-Autos soll ebenfalls bis 2025 verlängert werden.

Energetische Gebäudesanierungen sollen nach dem Willen der Bundesregierung ab dem 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2029 unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich gefördert werden. Der Bundesrat hat dem Gesetz allerdings noch nicht zugestimmt.

Eine Nummer für alle Ärzte

Monatelanges Warten auf einen Arzttermin soll ab 2020 ein Ende haben. Über die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigung bekamen Patienten schon bisher Hilfe bei der Suche nach einem Facharzt. Zum Jahreswechsel wird das Angebot jetzt ausgeweitet und bundesweit vereinheitlicht: Ab Januar können Patienten rund um die Uhr an sieben Tagen der Woche unter der Nummer 116117 einen Arzttermin anfordern. Dabei sollen sie nicht länger als vier Wochen warten – ganz egal, ob es um einen Fach-, Haus- oder Kinderarzt geht. Auch in Akutfällen, wie beispielsweise am Wochenende oder an Feiertagen, sollen die Servicestellen weiterhelfen.

Günstigere Bahntickets

Das Bundeskabinett hat beschlossen, den Mehrwertsteuersatz für Fernverkehrs-Tickets von 19 auf 7 Prozent zu senken. Die Bahn reagiert, indem sie die beschlossene Mehrwertsteuer-Senkung im Fernverkehr eins zu eins an die Kunden weitergibt. Die Zugtickets sind somit ab 1. Januar 2020 günstiger.

Fliegen wird teurer

Zum 1. April 2020 müssen sich Flugpassagiere auf steigende Preise einstellen. Die Bundesregierung will in Sachen Klimaschutz Flugtickets stärker besteuern. Insgesamt steigen die Steuern um 40 Prozent, wodurch je nach Streckenlänge drei bis 18 Euro pro Flug mehr fällig werden. Für Urlauber, die bereits vor dem besagten Stichtag gebucht haben, ändern sich die Preise nicht. Das Klimapaket sieht außerdem vor, sogenannte Dumping-Preise im Billigflug-Segment zu unterbinden. Flugtickets für ein paar Euro gehören damit der Vergangenheit an: Der Preis für den Flug allein darf nicht mehr unter dem für Steuern, Zuschläge, Entgelte und Gebühren zusammen liegen.

Höhere Bußgelder für Verkehrssünder

Rücksichtsloses Autofahren wird teuer – und zwar deutlich. Parken auf Geh- und Radwegen sowie das Halten in zweiter Reihe ist künftig doppelt so teuer wie bisher. Wer einen Radfahrer behindert, muss mit 80 Euro Bußgeld und einem Punkt in Flensburg rechnen. Noch teurer wird es für Autofahrer, die entweder selbst durch die Rettungsgasse fahren oder diese erst gar nicht bilden. Mögliche Konsequenzen: Für diese Fälle sind Geldbußen zwischen 200 und 320 Euro sowie ein Monat Fahrverbot und zwei Punkte in Flensburg vorgesehen.

Strompreise

Verbraucher müssen im kommenden Jahr mit deutlich höheren Strompreisen rechnen: Rund jeder zweite Stromanbieter hat Preiserhöhungen zum Jahreswechsel angekündigt. Den Preisanstieg begründen die Anbieter mit der steigenden Umlage durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG-Umlage) und höherer Stromnetzgebühren. Der Strompreis für private Verbraucher in Deutschland steigt damit auf ein Rekordhoch. Bei einem Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 4.000 Kilowattstunden betragen laut Vergleichsportal die Mehrkosten rund 70 Euro pro Jahr.

Masern-Impfpflicht

Kein Kitaplatz ohne Masernschutz: Ab März 2020 ist in Deutschland bei Kindern in Kitas, Schulen, anderen Gemeinschaftseinrichtungen, bei der Tagespflege und in Flüchtlingsunterkünften eine Schutzimpfung gegen Masern Pflicht. Kinder, die bereits in der Einrichtung sind, müssen die Impfung bis zum 31. Juli 2021 nachweisen. Auch das Personal und medizinische Mitarbeiter müssen gegen die hochansteckende Krankheit geimpft sein. Bei Nichteinhalten droht ein Bußgeld von bis zu 2.500 Euro und ein Ausschluss des Kindes von der Kita.

 

Für Sie, für 2020 auf alle Fälle das Allerbeste, Glück, Erfolg und Gesundheit.

Und, wie Sie bei all Ihren finanziellen Entscheidungen auch im neuen Jahr gut beraten sind, erfahren Sie hier.

 

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Quelle: Sparkassen-Finanzportal, Handelsblatt, Deutscher Sparkassenverlag, merkur.de, pixabay.com, flickr.com

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Kommentare


Marietta Pichlmaier schreibt am 05.03.2020 um 17:30 Uhr:

Sehr geehrter Herr Graf,
vielen Dank für Ihre Nachricht. Sehr gerne geben Ihnen unsere Wertpapierspezialisten detaillierte Auskunft. Unter der Nummer 08161 560 können Sie einen Termin vereinbaren, oder Sie schreiben eine E-Mail an: kundenmitteilung@sparkasse-freising.de.

Mit den besten Grüßen
Ihr Redakteur-Team


Paul Graf schreibt am 25.02.2020 um 17:30 Uhr:

Steuerliche Behandlung von Verlusten (Kurswert-Verluste), Verrechnungstöpfe Aktien und übrige (Dividenden Zinsen) möglichst Beispiele.