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Eltern haften für Ihre Kinder

veröffentlicht am 7. Januar 2020

Eltern haften für Ihre Kinder

So steht es auf zahlreichen Schildern vor Baustellen oder Grundstücken. Aber müssen Eltern grundsätzlich immer für die Schäden Ihrer Kinder haften? Die Antwort darauf ist oft nicht so einfach…

 

Ab welchem Alter haften Kinder für Schäden?

Kinder sind bis zu ihrem vollendeten siebten Lebensjahr nicht deliktsfähig und somit nicht für einen entstandenen Schaden haftbar (§828 BGB). Im Straßenverkehr gilt das sogar bis zum Alter von 10 Jahren, außer das Kind hat den Schaden vorsätzlich herbeigeführt.

Beispiel: Ein Junge verkratzt mit seinem Fahrradlenker im Vorbeifahren das Auto des Nachbarn. Haben die Eltern dem Kind ein verkehrsgerechtes Verhalten beigebracht, mit ihm das Fahrradfahren eingeübt und ihn dabei ausreichend beaufsichtigt bleibt der Nachbar auf seinem Schaden sitzen.

Kind lernt Fahrradfahren

Kinder zwischen sieben und achtzehn Jahren sind entsprechend der Rechtsprechung bedingt deliktsfähig. Sie können somit unter Umständen für Ihr Handeln haftbar gemacht werden. Entscheidend ist dabei die Einsichtsfähigkeit des Kindes, sprich ob das Kind die Gefahr erkennen und die Folgen daraus absehen konnte. Hat ein Gericht ein Kind zum Schadenersatz verpflichtet müssen allerdings nicht automatisch die Eltern zahlen. Denn in solchen Fällen kann das Kind bis zu 30 Jahre für den Schaden herangezogen werden, also bis es sein eigenes Geld verdient.

Beispiel: Ein Neunjähriger setzt mit einem kleinen Stroh-Feuer eine gesamte Scheune in Brand. → Entscheidet der Richter, dass der Junge alt genug war, um die Situation und die daraus entstehenden Folgen einzuschätzen haftet der Junge, nicht aber seine Eltern, für den Schaden.

 

Wann haften Eltern für Ihre Kinder?

Grundsätzlich sind Eltern nur dann zum Ersatz des Schadens Ihrer Kinder verpflichtet, wenn sie ihre Aufsichtspflicht verletzt haben (§832 BGB). Wie streng Eltern ihre Aufsichtspflicht ausüben müssen, hängt allerdings von unterschiedlichen Faktoren ab und ist ganz individuell, genauso wie jedes Kind. Maßgeblich sind das Alter, die Eigenart und der Charakter des Kindes sowie die jeweilige konkrete Situation. Ein Kind muss also nicht auf Schritt und Tritt von seinen Eltern beobachtet und überwacht werden. Das wäre nicht nur für die Eltern nahezu unmöglich, es würde zudem die persönliche Entwicklung des Kindes massiv beeinträchtigen. Je nach Alter und Charakter des Kindes kann also ein Kontrollblick alle 15 bis 30 Minuten durchaus ausreichen, um der Aufsichtspflicht nachzukommen. Bei Kindern über sieben Jahre sind diese Kontrollen sogar überflüssig, solange sich die Eltern einen groben Überblick über das Tun ihrer Kinder verschaffen.

Beispiele:

Ein sechsjähriges Kind spielt vor dem Haus mit Steinen und verkratzt damit die parkenden Autos. Nach 45 Minuten werfen die Eltern einen Kontrollblick aus dem Fenster und entdecken den Schaden. → Verletzung der Aufsichtspflicht, da eine Kontrolle bei Vorschulkindern alle 15 bis 30 Minuten notwendig ist.

Ein Kleinkind verstopft bei seinem nächtlichen Toilettengang durch zu viel Papier den Abfluss. Durch die entstandene Überschwemmung tropfte es aus der Decke der darunter gelegenen Wohnung. → Keine Verletzung der Aufsichtspflicht, da die Eltern geschlafen haben.

Kind auf Schwimmreifen in geflutetem Zimmer

 

Wie verhält es sich mit der Aufsichtspflicht im Internet?

Auch – oder vielleicht gerade – weil Tablets und Smartphones mittlerweile zum täglichen Leben gehören und der Internetzugang zu jeder Tages- und Nachtzeit möglich ist, sollten Klein- und Grundschulkinder grundsätzlich nicht unbeaufsichtigt im Netz surfen. Sind Ihre Kinder dann älter und dürfen eigenständig im Netz surfen, sollte Sie um Ihrer Aufsichtspflicht nachzukommen vorab ein ernstes Gespräch mit ihnen über die Regeln der Internetnutzung führen. Und um die Belehrung im Schadensfall auch vor Gericht beweisen zu können sollten Sie die Regeln zur Weitergabe von persönlichen Daten, dem Posten von Bildern sowie dem Herunterladen von Musik und Filmen von Tauschbörsen möglichst schriftlich festhalten. Außerdem sollten Sie exakte Nutzungszeiten vorgeben und gegebenenfalls mit Ihrem Kind vereinbaren, dass Sie gelegentlich ein Auge auf die Internetseiten oder die sozialen Medien und Chats werfen dürfen.

Sollten allerdings konkrete Anhaltspunkte für die illegale Nutzung des Internetanschlusses bestehen, müssen Sie Ihr Kind bzw. den Computer sogar überprüfen und im schlimmsten Fall den Internetzugang verbieten.

Anders verhält es sich dagegen beim Online-Shopping. Ohne die Zustimmung der Eltern darf ein Kind nicht im Internet einkaufen. Verweigern die Eltern nachträglich Ihre Zustimmung, muss der Händler die Ware zurücknehmen und den Kaufpreis wieder zurückerstatten.

 

Und wenn wirklich einmal etwas passiert?

Haben Sie Ihre Aufsichtspflicht verletzt, müssen Sie für den Schaden, den Ihr Kind verursacht hat, aufkommen. Mit einer privaten Haftpflichtversicherung können Sie sich allerdings gegen die finanziellen Folgen absichern. Am Besten schließen Sie dabei die Klausel für „Schäden von deliktunfähigen Kindern unter sieben Jahren“ mit ein. Das schützt nicht nur Ihren Geldbeutel, sondern auch die gute Beziehung zu Ihren Nachbarn. Sollte Ihr Kind doch einmal einen Kratzer in dessen Auto hinterlassen.

Und als kleinen Tipp: Achten Sie bei Ihrer Versicherung darauf, dass der sogenannte Schadensersatzausfall eingeschlossen ist. Denn dieser schützt Sie vor Schäden, wenn fremde Kinder oder deren Eltern einen Schaden nicht bezahlen können oder keine eigene Versicherung haben.

 

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Quelle: oerag.de, finanztip.de, pixabay.com, 123rf.com

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