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Weihnachten ohne Weihnachtsbaum?

Veröffentlicht am 2. Dezember 2019

Weihnachten ohne Weihnachtsbaum?

Schon vor vielen Jahrhunderten war es in der dunklen Jahreszeit üblich, sich Symbole des Lebens in die Zimmer zu holen. Dazu zählen neben Wacholder und Misteln auch die immergrünen Nadelbäume – sie stehen für ewiges Leben, Ausdauer und Überleben. Somit liegt die Bedeutung des Christbaumes nahe, doch der Weihnachtsbaum ist keine christliche Erfindung.

 

Die Germanen haben beispielsweise Tannenzweige zur Wintersonnenwende an öffentlichen Orten und vor ihren Häusern platziert. In nördlichen Gebieten wurden besagte Zweige ins Haus gehängt, um böse Geister fernzuhalten. Im Mittelalter wurden sogar ganze Bäume geschmückt, wenn Festlichkeiten anstanden – zum Beispiel der Maibaum. Die Christen nahmen diesen heidnischen Brauch in ihre religiöse Symbolik auf und schufen daraus den Weihnachtsbaum.

 

Los ging‘s im 14. Jahrhundert

 

Der erste historisch beschriebene Weihnachtsbaum der Geschichte wurde wahrscheinlich 1419 auf einem öffentlichen Platz in Freiburg von der Bäckerschaft der Stadt aufgestellt. Er soll mit Lebkuchen, Äpfeln, Früchten und Nüssen geschmückt gewesen sein. Eine weitere Beschreibung liefert eine Mainzer Chronik aus dem Jahr 1527 vom Weihnachtsbaum in Stockstadt am Main.

Weitere Belege auf einen dekorierten Tannenbaum stammen aus der Zunftchronik des städtischen Handwerks in Bremen aus dem Jahr 1597. Von den Zünften ist die Sitte im Laufe der Zeit auf städtische Familien übergegangen. So sollen zu Beginn des 17. Jahrhunderts verzierte Christbäume in Straßburg im Elsass die Wohnstuben der Menschen geziert haben.

Sicher ist, dass es seit 1621 im Südtiroler Kloster Neustift Weihnachtsbrauch ist, zur Weihnachtszeit zwei Tannenbäume rechts und links der Krippe aufzustellen. Aber bereits 1509 stellte der Künstler Lucas Cranach der Ältere einen Kupferstich her, der eine geschmückte Tanne mit Sternen und Lichtern präsentierte.

Richtig populär wurde der Christbaum aber erst ab dem 18. Jahrhundert. Damals verbreitete sich der Brauch zunächst bei hohen Beamten und wohlhabenden Bürgern in den Städten, da Tannenbäume zu dieser Zeit in Mitteleuropa noch knapp und daher sehr kostspielig waren.

 

Die Geschichte nimmt ihren Lauf

Im 19. Jahrhundert wurden vermehrt Tannen und Fichtenwälder angelegt, um die hohe Nachfrage zu decken. Der geschmückte Weihnachtsbaum wurde nach und nach zum festlichen Inventar in bürgerlichen Wohnzimmern in der Stadt und auf dem Lande.

Spätestens seit dieser Zeit bringen christliche Menschen oder Menschen aus christlichen Regionen den Weihnachtsbaum in die ganze Welt. 1832 stellte ein deutschstämmiger Harvard-Professor einen Weihnachtsbaum in seinem Wohnhaus auf und brachte damit den Brauch nach Nordamerika.

Im Jahre 1891 wurde erstmals ein Weihnachtsbaum am Weißen Haus aufgestellt, dem Amtssitz des damaligen amerikanischen Präsidenten Benjamin Harrison. Heute ist das Schmücken des Christbaumes im Weißen Haus ein weltweit gefeiertes Ereignis zu jedem Weihnachtsfest.

Weitere überaus bekannte Weihnachtsbäume sind:

  • Der New Yorker Weihnachtsbaum am Rockefeller Center
  • Der schwimmende Weihnachtsbaum in Rio de Janeiro
  • Der imposant geschmückte Weihnachtsbaum in der Galerie La Fayette in Paris
  • Der Weihnachtsbaum am Dortmunder Hansaplatz
  • Und der kegelförmige Weihnachtsbaum am Puerta Sol in Madrid

 

Schmucker Schmuck und Licht

 

Mit der zunehmenden Beliebtheit entwickelte sich zum Weihnachtsbaum-Brauch auch eine eigene Kultur des Baumschmucks sowie der Weihnachtsbaumbeleuchtung. Wann aber das Schmücken des Weihnachtsbaumes tatsächlich begann, ist trotz der genannten Jahre schwer zu datieren.

Aber Forscher sind sich zumindest sicher, dass es zunächst Äpfel waren, die den grünen Baum schmückten. Sie waren Symbol für das Leben mit Hinweis auf Adam und Eva. Alsbald gesellten sich zu den Äpfeln Nüsse und damals wertvolle Lebkuchen dazu. Dies wurde dann der erste traditionelle Weihnachtsschmuck.

 

Die erste Glaskugel

Die heutige Form des Weihnachtsbaumes wird auf die Mitte des 19. Jahrhunderts datiert. In diesem Zeitraum entstanden auch die ersten Glaskugeln. Der Erzählung nach soll sie ein Glasbläser aus der Glashütte in Lauscha, Thüringen, hergestellt haben. Es heißt, er hatte kein Geld für Äpfel, Nüsse und Lebkuchen und fertigte darum die ersten Weihnachtskugeln aus Glas.

Anfangs wurden die Kugeln mit einer Legierung aus Blei und Zinn verspiegelt. Im Jahr 1870 ersetzte Justus von Liebig diese gesundheitsschädliche Mischung dann durch eine Silberlösung.

Früher wurden die Christbaumkugeln verehrt und gehütet. Von Generation zu Generation gab man die Kugeln in der klassischen roten, goldenen oder silbernen Farbe weiter. Sie waren sehr wertvoll, sodass es sich kaum eine Familie leisten konnte, sich ständig neue Christbaumkugel-Sätze zu kaufen.

Der Lauf der Zeit veränderte diese Tradition. Die Kugeln wurden preiswerter, ausgefallener und waren und sind auch nicht mehr aus Glas. Kunststoffkugeln werden industriell im Spritzgussverfahren gefertigt. Leider hat sich damit dieser schöne Brauch zu einer für die heutige Zeit typischen Austausch- und Wegwerfgewohnheit gewandelt.

In Thüringen ist das bis heute anders. Dort werden die Christbaumkugeln nach wie vor nach alter Tradition aufwendig mundgeblasen und mit der Silbernitrat-Lösung verspiegelt. So entsteht ein zeitlos schönes Familienerbstück.

 

Die Weihnachtsbaumbeleuchtung

Ursprünglich wurde in der Adventszeit ein Licht ins Fenster gestellt – dieses sollte Christen untereinander erkennbar machen.

Lichter am Weihnachtsbaum gehören wohl ab dem 17. Jahrhundert zum Christbaumschmuck. Den ersten Weihnachtsbaum mit Kerzen schmückte angeblich die Herzogin Dorothea Sibylle von Schlesien im Jahr 1611. Schriftlich festgehalten ist der Lichterschmuck in Deutschland im Jahre 1708. Die Adelige Liselotte von der Pfalz erwähnte damals diesen Brauch als Kindheitserinnerung in einem Brief. Aus dieser Phase stammt auch eine der ersten literarischen Erwähnungen des Weihnachtsbaums. In seinem Roman “Die Leiden des jungen Werther” aus dem Jahr 1774 begeistert Johann Wolfgang von Goethe seine Protagonisten an einem Sonntag vor Weihnachten mit einem „aufgeputzten Baum“; geschmückt mit Wachslichtern, Zuckerwerk und Äpfeln.

Der Legende nach war es Martin Luther, der bei einem vorweihnachtlichen Waldspaziergang die Idee vom hell erleuchteten Weihnachtsbaum hatte. Anfangs waren es überwiegend evangelische Christen, welche diese Idee zu der ihrigen machten. Bei Katholiken war der Christbaum noch lange Zeit unbeleuchtet.

Wie fast jedes Kind weiß, ergeben ein trockener Weihnachtsbaum und Kerzen mit offener Flamme eine gefährliche Mischung, die zu ungewollten Reaktionen mit zum Teil fatalen Folgen führen kann. Somit war die Erfindung der Glühbirne von Edison eine willkommene Bereicherung. Er beleuchtete seinen eigenen Weihnachtsbaum 1880 erstmals mit einer elektrischen und somit (fast) brandsicheren Weihnachtsbaumbeleuchtung.

Heutzutage schmücken selbstverständlich stromsparende Lichterketten mit LED Leuchtmitteln den modernen Christbaum. Die verschiedensten Formen und Varianten können erworben werden. Farblich bietet der Handel fast alles, was das Herz begehrt: von der weißen Lichterkette über bunte Bänder bis hin zu farbwechselnder Lämpchen.

Bei all der Technik geht im ersten Moment der christliche Hintergrund etwas verloren. Aber die Freude am Licht in der dunklen Jahreszeit und die damit verbundene Aussicht auf etwas Wärme im kalten Winter machen die Weihnachtsbaumbeleuchtung weiterhin zur unverzichtbaren Weihnachtsdekoration.

 

Schlaubischlumpf

Im Jahr 1882 fand in den USA der erste mit elektrischem Licht beleuchtete Weihnachtsbaum der Welt Beachtung.

Den ersten Weihnachtskalender gab es 1903. Der Erfindung ist ein Münchner Unternehmer, der einen Kalender mit Klebebildern erfand.

Der Ursprung der Weihnachtspyramide liegt im deutschen Erzgebirge. Dort waren die Bergleute im Winter arbeitslos und vertrieben sich die Zeit mit Schnitzereien. Zur Freude ihrer Kinder – denn so bekamen diese trotz der Armut Weihnachtsgeschenke.

Der Weihnachtsengel verdankt seine Symbolik dem Glauben vieler Menschen an das Wunderbare, das vom Himmel oder aus mystischen Welten zu den Menschen kommt: goldene Flügel, goldgelocktes Haar und meist ein weißes, mit Goldfäden verziertes Engelsgewand verstärken diese Vorstellung. Auch ohne religiösen Bezug ist der Engel Kulturgut vieler Menschen. In zahlreichen Märchen und Kompositionen tauchen die geflügelten, kindlichen Wesen als Traumgestalten oder Wunderverkünder auf.

Seit dem 11. Jahrhundert ist die Krippe symbolträchtiges Element von Weihnachten. Um diese Zeit startete das europäische Weihnachtsbrauchtum mit dem ersten Krippenspiel – wohl zuerst in Frankreich. Die wohl weltweit älteste Krippe befindet sich in der Sixtinischen Kapelle in Rom: ein Altar, der aus dem Jahr 1291 stammt und vom Bildhauer Arnolfo di Cambio geschaffen wurde. Der Altar stellt die Anbetung der Heiligen Drei Könige als bewegliche Alabasterfiguren dar.

In Wohlen in der Schweiz gibt es ein Strohmuseum – dort ist man sich sicher: Strohsterne waren die Dekoration des armen Mannes. Gläsernen oder noch teureren Weihnachtsschmuck konnten sich viele „einfache“ Leute und vor allem Bauern im 19. Jahrhundert nicht leisten. Also griffen diese auf Selbstgebasteltes zurück. Und was lag für die Bauern da näher als Stroh? Ein Material, das ihnen kostenlos zur Verfügung stand und mit dessen Weiterverarbeitung sie sich auskannten.

Die Legende vom Strohstern

Bastelanleitung für Strohsterne

 

Unsterblichkeit und Lebensfähigkeit

Der Weihnachtsbaum galt jeher als eher bürgerliches Symbol. Die katholische Kirche setzte sich lange gegen das unreligiöse Brauchtum zur Wehr. Erst Mitte des 20. Jahrhunderts wurden Christbäume in katholischen Kirchen erlaubt. Papst Johannes Paul II. führte das Brauchtum schließlich im Jahr 1982 im Vatikan ein, als der erste Weihnachtsbaum auf dem Petersplatz in Rom aufgestellt wurde.

Auch Familien ohne religiöse Orientierung genießen heutzutage das Schmücken des Weihnachtsbaums am Vormittag des Heiligabends. Mit dieser Zeremonie endet die frühere Adventszeit des Fastens und der Buße. Die Bescherung bekommt unter dem Glanz und Licht des Weihnachtsbaumes eine besonders festliche Note.

Mit dem Weihnachtsbaum vereint sich der uralte Menschenglaube an Unsterblichkeit und Lebensfähigkeit mit dem christlichen Glauben an Jesus Christus als „Licht der Welt“. Und so werden auch dieses Jahr wieder rund 25 Millionen Weihnachtsbäume in Deutschlands Wohnzimmer die Augen zum Leuchten bringen und die Herzen erwärmen – von Groß bis Klein.

 

Advent und Weihnachten bedeuten für viele leider auch immer mehr oder weniger eine stressige Zeit. Ein kleinen aber feinen Helfer für Ihre Finanzen finden Sie hier

 

Die Redakteure vom Blog wünschen Ihnen eine schöne Adventszeit und viel Freude beim Stellen Ihres Christbaums. Dazu ein besinnliches Weihnachten im Kreise Ihrer Lieben, stressfreie und erholsame Feiertage sowie einen „guten Rutsch“ in 2020. Wir lesen uns im nächsten Jahr.

 

 

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Quellen: meinetanne.de, weihnachtszeit.net, ecowoman.de, weihnachtsstadt.de, menschkomm.kjg.de, berliner-zeitung.de, pixabay.com

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