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Räudige Retouren

Veröffentlicht am 1. Juli 2019

Räudige Retouren

Der Onlinehandel verzeichnet von Jahr zu Jahr steigende Zahlen, denn die Bestellung im Internet ist einfach, bequem und schnell. Was die Meisten jedoch nicht wissen, viele Retouren werden automatisch vernichtet, obwohl sie weder geöffnet, noch getragen oder beschädigt sind.

 

Egal ob Kleidung, Elektroartikel, Kosmetika oder Hygieneartikel – mittlerweile gibt es beinahe alles im Internet. Für viele Deutsche ersetzen diverse Onlinehändler sogar den stationären Vertrieb bereits nahezu komplett. Denn mit einem Klick sind die Artikel im Warenkorb und mit einem weiteren bestellt. Der Betrag wird dann automatisch vom Konto oder der Kreditkarte abgebucht und die Ware bis vor die Haustüre geliefert. Und das Praktischste daran, das Meiste können sie portofrei und ohne weitere Angabe von Gründen wieder zurückschicken. Doch damit soll nun bald Schluss sein! Die Grünen, mit Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt an der Spitze, wollen Onlinehändlern verbieten neuwertige Produkte zu vernichten. Die Waren sollen künftig gespendet oder zumindest recycelt werden.

 

Wie viel und warum wird vernichtet?

Nach einer Studie des EHI Ratil Instituts vom Herbst 2017 geben über die Hälfte der Online-Händler an, zumindest einen Teil der Retouren zu vernichten.

Infografik: Was passiert mit den Retouren? | Statista

Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Der häufigste Grund dafür: Die Kosten für das Sichten und Kontrollieren der Ware übersteigt oft den eigentlichen Warenwert. Damit wird einwandfreie Ware einfach vernichtet, denn das ist schlichtweg billiger. Ein weiteres Problem, das gerade viele kleinere Händler betrifft, sind die hohen Lagerkosten. Sie lagern ihre Waren bei den großen Anbietern ein und bezahlen dort für jeden Tag bares Geld. Verkauft sich ein Artikel schlecht, ist die Vernichtung der Ware oft günstiger, als dafür weiterhin hohe Lagergebühren zu bezahlen.

 

Würde ein Wegwerf-Verbot für Retouren helfen?

Der Vorreiter im Bereich „Verschwenden verboten“ ist Frankreich. Ein Verbot zur Vernichtung von Lebensmitteln besteht dort bereits seit mehr als drei Jahren. Nun plant die französische Regierung dieses Verbot auch auf andere Bereiche auszuweiten. Einige Politiker sowie diverse Umweltorganisationen fordern ein solches Gesetz auch in Deutschland.  Ein Wegwerf-Verbot in Deutschland würde das grundsätzliche Retourenproblem aber wahrscheinlich nicht lösen können. Denn gerade die großen, weltweit agierenden Unternehmen könnten in einem solchen Fall die Entsorgung einfach ins Ausland verlagern.

 

Welche Alternativen zur Vernichtung gibt es noch?

Eine Alternative zur Vernichtung der Ware wäre diese zu verschenken, beispielsweise an Sozialkaufhäuser, Tafeln oder andere gemeinnützige Organisationen, die sie dann an Bedürftige weitergeben. Karin Göring-Eckardt, Fraktionschefin der Grünen, regte zudem an, Unternehmen für verschenkte Produkte die Mehrwertsteuer zu erlassen. Die Steuerentlastungen würden das Verschenken deutlich attraktiver machen. Wo das aufgrund von Hygienevorschriften oder aus anderen Gründen nicht möglich ist, könnte die Ware zumindest recycelt werden. Aber nicht nur ein Gesetzeserlass bzw. eine Änderung im Bereich der Unternehmer wäre denkbar, sondern auch für die Verbraucher. Beispielsweise eine Änderung des Widerrufsrechts. Derzeit werden die verschiedensten Überlegungen und Möglichkeiten diskutiert und geprüft. Auf welche Variante sich die deutsche Regierung am Ende verständigt ist allerdings derzeit noch nicht geklärt. In einem sind sich allerdings einig: Es muss etwas passieren!

 

Retouren vermeiden – Verbraucher sind gefragt

Aber auch wir Verbraucher können etwas beitragen, damit Retouren und die damit verbundene Problematik erst gar nicht entstehen. Vor jeder Bestellung können wir uns bewusst machen: Was bestelle ich? Wie viel? Welche Größe? Von welchem Anbieter? Und vor allem von welcher Qualität? Dadurch würde sich die große Anzahl der Rücksendungen verringern und sich das Problem der schieren Menge an Retouren automatisch in Luft auflösen. Hier ist der stationäre Handel im Vorteil. Denn dort können Klamotten probiert, die Qualität und das Aussehen von Elektroartikeln direkt überprüft, die Ware mit dem Smartphone bezahlt und direkt mit nach Hause benommen werden. Ganz ohne Versandkosten und -verpackung.

 

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Quelle: zeit.de, sueddeutsche.de, statista.com, Titelbild: © nemez210769 – stock.adobe.com

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