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Du bist, wie Du isst? Tischmanieren!

Veröffentlicht am 2. Mai 2019

Du bist, wie Du isst? Tischmanieren!

Wer setzt sich wann zuerst hin? Was mache ich mit der Serviette und meinen Knöpfen am Jacket? Wo fasse ich das Glas an? Wann darf man eigentlich anfangen zu essen? Tischmanieren sind zum guten Benehmen bei Tisch unerlässlich – für Gastgeber und Gäste.

Die korrekte Einhaltung der Tischmanieren gelingt dann am besten, wenn Sie berücksichtigen, dass gute Tischmanieren nicht ein Mittel der Selbstdarstellung sind, sondern den gemeinsamen Verzehr von Speisen für alle Beteiligten zu einem Vergnügen machen sollen. Das Essen soll nicht durch störende Geräusche oder unschöne Anblicke beeinträchtigt werden.

 

Auf und nieder immer wieder

Beim Hinsetzen können Sie alle Knöpfe am Sakko öffnen. Ausnahme: Zweireiher – der bleibt immer zu. Wenn Sie aufstehen, um jemanden zu begrüßen, schließen Sie die Knöpfe Ihres Sakkos wieder. Das gilt auch für Blazer bei den Damen. Anschließend, zum Hinsetzen, wieder öffnen! Je nach Personenmenge am Tisch, dem Geschlecht, der Verträglichkeit des Essens und sonstiger Gründe kann natürlich ein reger Verkehr am Tisch stattfinden, was dann doch recht anstrengend und wahrscheinlich auch nervig werden könnte. Vom kalten Essen mal ganz abgesehen. Aber, sollte es tatsächlich dazu kommen: Augen auf und durch – Sie schaffen das!

 

Sitten und Geräusche

Im westlichen Kulturkreis ist das Schmatzen, Rülpsen und Schlürfen verpönt; ebenso das Reden mit vollem Mund – anders in China: Hier gehört es dazu.

In unseren Gefilden empfiehlt es sich also keine allzu großen Portionen in den Mund zu stopfen, um auf eine Frage ohne große Verzögerung antworten zu können. Ihre Körperhaltung ist aufrecht und gerade. Das Besteck wird zum Mund und nicht der Mund zum Besteck geführt. Das kann unter anderem auch verhindern, dass die Köpfe zirka 20 cm über dem Tisch zusammenstoßen.

Ihre Hände legen Sie bis zum Handgelenk auf den Tisch. Mehr Arm, etwa bis zum Ellenbogen, hat auf dem Tisch nichts verloren; auch dann nicht, wenn zwischen den Gängen eine Pause eintritt. In angelsächsischen und skandinavischen Ländern liegt die Linke Hand übrigens auf dem Schoß. Auf dem eigenen!

Selbstverständlich setzen Sie sich nur mit gewaschenen Händen, gekämmten Haaren und sauberer Bekleidung an den Tisch. Und im günstigsten Fall verlassen Sie den Tisch auch wieder so. Das schadet natürlich im familiären Alltagsleben auch nicht.

 

Der Kampf mit Messer, Gabel & Co.

Sie umkrallen das Besteck nicht wie ein schweres Werkzeug oder eine Waffe, sondern umfassen es gekonnt und sicher am unteren Ende des Griffes. Vermeiden Sie Geräusche, die bei der Berührung von Metall mit Porzellan entstehen könnten. Einmal in Gebrauch genommen, darf das Besteck das Tischtuch nicht mehr berühren.

blutige Händen halten Messe und Gabel

Sie nutzen Ihr Besteck nur zur Portionierung der Speise und um diese dann vom Teller in den Mund zu führen. Sie benutzen es nicht, um einem Konversationsbeitrag mehr Nachdruck zu verleihen.  Dadurch vermeiden Sie unter anderem auch, dass sich Fisch und Beilagen auf der Stirn Ihres Gegenübers „Servus“ sagen. Also kein „Rumgefuchtel“ oder Ähnliches!

Wenn Sie Ihr Besteck gerade nicht benutzen, legen Sie es gekreuzt auf den Teller; dabei zeigt dann der Gabelrücken nach oben. Dies signalisiert, dass Sie mit dem Essen noch nicht fertig sind und nur eine Pause machen. Sind Sie mit dem Essen fertig, legen Sie das Besteck parallel zueinander auf den Teller. Der Gabelrücken weist nun nach unten. Das Messer zeigt dabei  mit der Schneide zur Gabel.

 

Fingerfood
Frau isst Windbeutel von den Fingern

Mit den Händen werden nur noch sehr wenige Speisen gegessen. Meist erleichtert das zu Hilfe nehmen der Hände auch nur eine bestimmte Vorbereitungsstufe. Brot und Brötchen werden beispielsweise niemals geschnitten, sondern in mundgerechte Stücke gebrochen. Werden ganze Artischocken als Vorspeise serviert, so lösen Sie die Blätter einzeln mit den Fingern und ziehen dann den unteren weichen Teil des Blattes durch die Vorderzähne. Sind alle Blätter entfernt, erscheint der Artischockenboden, von dem Sie das Heu mit dem Besteck entfernen. Der gereinigte Artischockenboden wird dann mit der Gabel  – nicht mit den Fingern! – zerteilt und gegessen. Hühnerbeine gehören übrigens nicht zu „Fingerfood“ – Sie verwenden hier Messer und Gabel.

Eine kleine Hilfe, ob ein „Fingergericht“ angeboten wird, geben zum Beispiel Fingerschalen mit warmen Wasser und einem Stück Zitrone.

Serviette

Sie wird auf den Schoss gelegt, sobald man Platz genommen hat. Im Hemdkragen oder in der Knopfleiste des Hemdes hat die Serviette nichts zu suchen. Dies könnte den Verdacht zulassen, dass der Betreffende nicht in der Lage ist, sein Essen unfallfrei vom Teller in den Mund zu befördern.

Außerdem ist die Serviette ein Mundtuch. Sie wird nicht als Taschentuch, Brillentuch, Wischtuch oder Ähnliches benutzt. Bevor Sie zum Weinglas greifen, verwenden Sie die Serviette um die Lippen abzutupfen, damit Sie an dessen Rand keine Fett- oder Essensreste hinterlassen.

Nach Beendigung des Essens legen Sie die Serviette lose und nicht zerknüllt links neben den Teller. Dies gilt auch für Papierservietten. Achten Sie darauf, dass die Serviette eine möglichst sauber gebliebene Seite aufweist. Sie sollte jedoch nicht – Recycling in allen Ehren – zu sorgfältig gefaltet werden, damit nicht der Verdacht entsteht, dass sie am nächsten Tag weiter benutzt werden soll.

 

Hoch die Tassen!

Die Unsitte, wie man sie zum Beispiel aus vielen Filmen „des Westens“ und von anderen Gelegenheiten kennt, bei der ein Weinglas mit allen Fingern im oberen Bereich umschlossen wird, sollte man sich nicht aneignen. Das Weinglas wird vielmehr am Stiel angefasst, um den Inhalt nicht unnötig zu erwärmen und weil es so beim Anstoßen einen angenehmen Klang ergibt. Allerdings wird heute in weltläufigen Kreisen vielfach auf die Sitte des Anstoßens, des Zuprostens und Ähnlichem verzichtet. Vielmehr beginnt jeder nach Belieben mit dem Trinken, wobei es nicht darum gehen kann, kaum, dass man Platz genommen hat, das erste Glas hinunterzustürzen. Auch schluckt man den mit Essen gefüllten Mund leer, bevor man zu trinken beginnt.

Dennoch kann man davon ausgehen: Je später die Stunde und je lustiger die Gesellschaft, um so lauter der „Dong“, wenn sich die Gläser zum nächsten Schluck in der Mitte des Tisches treffen. Ich meine: Auch das muss einfach mal sein. Dennoch sollten Sie natürlich jeder Zeit Herr Ihres Alkoholkonsumes sein, damit es nicht zum möglicherweise peinlichen Synapsen-Fasching kommt.

 

Der passende Wein
diverse Weine

Als Faustregel für die Auswahl des Weines mag gelten, dass zu hellem Fleisch und Fisch Weißwein und zu dunklem Fleisch und Wild Rotwein getrunken wird. Jedoch ist diese Regel nicht unumstößlich und letztlich sollte jeder den Wein trinken, der ihm zusagt und bekommt. Werden zu unterschiedlichen Gängen unterschiedliche Weine angeboten, ist es angebracht, diese dann nicht mehr durcheinander zu trinken.

 

Um Brotes Willen

Brot jeglicher Art wird unter gar keinen Umständen geschnitten. Es wird mit den Händen in mundgerechte Stücke gebrochen und zwar immer einzeln und nicht auf Vorrat. Das Messer dient ausschließlich dem Zwecke, das Brotstück mit dem dafür vorgesehenen Belag, zum Beispiel Butter, Käse etc., zu versehen. Brot ist ein zwar bescheidener, aber eben doch Bestandteil der Speisen und daher nicht dafür vorgesehen, mit ihm zu spielen oder gar Kügelchen daraus zu formen, die dann – versehentlich oder nicht – auf dem Tisch oder Boden landen oder unter Umständen sogar in den Kleidungsstücken der Tischnachbarn verschwinden.

Brotkorb am Esstisch

 

Anbieten und Servieren

Für das Ritual des Anbietens und Servierens der einzelnen Gänge und Getränke besteht die Regel, dass alle Speisen von der linken Seite angeboten, beziehungsweise genommen werden. Suppen bilden hier die Ausnahme. Dabei ist es egal, ob es sich um leere Teller für den nächsten Gang oder um fertig angerichtete individuelle Teller handelt. Das gilt für auch Platten und Schüsseln, die angeboten oder in familiärer Weise um den Tisch weitergereicht werden. In allen Fällen gilt, dass wer links von sich eine Schüssel stehen hat, daraus nehmen darf.

Man sollte im letzteren Fall daher die fragliche Speise nicht von irgendeiner entfernten Stelle des Tisches auf den eigenen Teller transportieren, sondern sie links von seinem Teller platzieren und sich zum Nehmen des Servierbestecks bedienen. Sie verwenden also nicht das eigene Besteck und legen sich auch nicht quer auf und über den Tisch.

Weine und sonstige Getränke werden von der rechten Seite angeboten und eingeschenkt. Ist kein Personal vorhanden, übernimmt der Hausherr diese Aufgabe. Vollendeter Weise, indem er sich erhebt und die Damen zuerst bedient.

Ebenfalls von der rechten Seite werden die benutzen Teller abgeräumt. Dies erfolgt möglichst „absolut geräuschlos“. Wann dies geschieht, entscheidet die Hausfrau. Es ist seitens des Gastes schlechter Stil, nachdem man mit dem Gang fertig ist, den eigenen Teller von sich weg in Richtung Tischmitte zu schieben. Damit könnte man gewollt oder ungewollt signalisieren, dass es nun weitergehen könne. Und diesen nachschuborientierten Druckaufbau gegenüber Ihrem Gastgeber wollen Sie selbstverständlich vermeiden.

 

Auf das Futter, fertig, los

Mit dem Essen darf erst begonnen werden, wenn die Hausfrau selbst damit begonnen hat. Diese ihrerseits beginnt erst damit, wenn alle Gäste versorgt sind. Es liegt auf der Hand, dass es bei einer größeren Anzahl von Gästen leicht dazu kommen kann, dass dann der Ehrengast, oder wem immer zuerst serviert wurde, sein köstliches Essen halb erkaltet antrifft. Aus diesem Grund ist es ratsam, die Teller und Schüsseln so gut wie möglich vorzuwärmen. Also: Warm ja, unbedingt sogar, aber eben nicht heiß. Denn spitze Schreie aufgrund kurzfristig entstandener Brandblasen sollten zwingend verhindert werden.

 

„Schmeiß‘ doch mal die Butter rüber“: Vom Umgang mit verschiedenen Speisen

In Deutschland befinden sich üblicherweise alle Zutaten zu einem Gang auf einem Teller – also zum Beispiel Fleisch, Kartoffeln, Gemüse, Soße etc. Dies bedeutet aber nicht, dass diese zu einer amorphen Masse verarbeitet werden dürfen. Auch dann nicht, wenn man es zuhause eigentlich immer so macht, weil es einfach sooo guuut schmeckt. Nein, man zerteilt die Kartoffel mit der Gabel in mundgerechte kleine Stücke und nimmt mit diesen die Soße auf. Auch die anderen Bestandteile werden nicht auf dem Teller vermengt, sondern erst auf der Gabel vereint.

Fleisch wird nicht, wie im angelsächsischen Raum üblich, auf Vorrat geschnitten, sondern nur so viel, wie man mit dem nächsten Bissen essen möchte. Das Fleisch wird dabei flach mit der Gabel gehalten, deren Rücken nach oben weist.

Salat schneiden Sie gar nicht, sondern essen ihn nur mit der Gabel. In schwierigen Fällen können Sie dafür ein Stück Brot zu Hilfe nehmen.

Vor dem Dessert wird der Tisch von Brot, Schüsseln, unbenutztem Besteck und Ähnlichem befreit, um für das abschließende Finale einen sauberen, gepflegten Anblick zu erzielen. Denn das Auge isst ja schließlich mit. Immer!

 

Jetzt ist schluss!

Das Essen ist beendet, wenn die Hausfrau ihre Serviette links neben den Teller legt und sich erhebt. Alle anderen Gäste erheben sich ebenfalls, die Herren zuerst, um den Damen beim Aufstehen durch Abrücken des Stuhles behilflich zu sein. Auch Gäste, die in ein hochinteressantes fesselndes Gespräch vertieft sind, führen dieses nicht sitzend zu Ende. Vielmehr ist das Aufheben der Tafel der Moment, wo man sich auch anderen Gästen zuwenden sollte, mit denen man bisher keine Unterhaltung führen konnte, weil die Tischordnung dies verhinderte. Denn Sie schreien selbstverständlich für Ihre Unterhaltung nicht kreuz und quer über den Tisch, sondern widmen sich Ihren linken oder rechten Tischnachbarn. Mit Ihrem Gegenüber können Sie sich auch unterhalten, wenn die Tiefe der Tafel es so zulässt, dass andere dadurch nicht gestört werden.

Ist die Zahl der Gäste nicht allzu groß, kann man der Gastgeberin unmittelbar nach dem Essen dafür danken. Überschwängliches Lob ist zu vermeiden, die Dankbarkeit sollte also überwiegen, gleichviel, ob das Essen gut oder schlecht war.

 

Frau

Das (eigene) Fazit

Wie immer gilt es viel zu beachten. Und jede Regel und Vorgehensweise hat ihre Berechtigung. Dennoch sollte das Essen meines Erachtens in erster Linie Spaß machen. Und wenn alle in einer angenehmen Art und Weise dazu beitragen, darf die ein oder andere Tisch- und Benimmregel durchaus auch etwas weiter ausgelegt werden. Guten Appetit.

 

Ein Unfall beim Essen? Eigenlich unwahrscheinlich? Sicher! Aber es gibt nichts, was es nicht gibt. Darum heißt es vorbereitet sein. Wie, lesen sie hier.

 

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Quellen: Knigge.de, Lecker.de

Bilder: gratisography, pixabay.de, 123rtf.com

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