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Altersarmut bei Frauen

Veröffentlicht am 1. Februar 2019

Zwischen Frauen und Männern klafft oftmals eine finanzielle Lücke – im Berufsleben wie im Ruhestand. Zusätzlich vorzusorgen ist daher gerade für Frauen umso wichtiger.

 

Zwar hat sich das Bild der Frau in den letzten Jahrzehnten deutlich gewandelt, aber nicht unbedingt immer zu ihrem Vorteil. Denn die Anforderungen, die mit dem neuen Idealbild der Frau verbunden sind zu erfüllen, ist dadurch nicht einfacher geworden. Die moderne Frau von heute muss ein wahres Multitalent sein. Liebende Ehefrau, fürsorgliche Mutter, perfekt organisierte Hausfrau, sensible und witzige Freundin, gute Köchin und stets auf das Wohlergehen aller anderen bedacht. Zudem sollte sie erfolgreich im Beruf, emanzipiert, sportlich, gutaussehend sowie ehrenamtlich engagiert sein. Viele Frauen stehen genau vor dieser Herausforderung. Obendrein haben sie oft die Angst, nicht allem gerecht zu werden. Und dabei opfern sie nicht nur einen Großteil ihrer Zeit, sondern vor allem auch einen gewaltigen Teil ihrer Rente.

 

Fakten zum Equal Pay Day und zur Gender Pay Gap

Wie bereits 2018 markiert auch in diesem Jahr der 18. März den Equal Pay Day. Dieser Tag verdeutlicht den immer noch herrschenden geschlechtsspezifischen Entgeltunterschied zwischen Frauen und Männern. Laut Statistischem Bundesamt beträgt der allgemeine Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern, der sogenannte unbereinigte Gender Pay Gap, im Jahr 2017 unverändert 21 %. Demnach lag der durchschnittliche Bruttostundenverdienst von Frauen bei 16,59 Euro und der von Männern bei 21,00 Euro. Umgerechnet bedeutet das, dass Frauen insgesamt 77 Tage quasi umsonst arbeiten, während ihre männlichen Kollegen ganz regulär bezahlt werden. Ein Teil dieser Lohnlücke ist dabei auf strukturelle Unterschiede zurückzuführen. So erlernen Frauen häufiger schlechter bezahlte Berufe und fehlen gerade in den so wichtigen MINT-Berufen*. Zudem besetzen sie weniger Führungspositionen und arbeiten familienbedingt häufiger in Teilzeit oder als geringfügig Beschäftigte. Um auf dieses Ungleichgewicht aufmerksam zu machen, entstand im Jahr 1988 in den USA die Idee zum Equal Pay Day. In Deutschland griff der Business and Professional Women (BPW) Germany e.V. diese Idee 2007 auf und startete die bundesweite Einführung des Equal Pay Day. Mittlerweile findet dieser Tag in 32 Ländern weltweit statt.

 

Mehr Transparenz beim Entgelt

Mit dem neuen Entgelttransparenzgesetz haben Sie außerdem das Recht, mehr über Ihr Gehalt zu erfahren. Ziel dieses Gesetzes ist es, das Entgeltgleichheitsgebot – weibliche und männliche Beschäftigte erhalten gleiches Entgelt für gleiche oder gleichwertige Arbeit – in der Praxis zu stärken und besser durchzusetzen. Seit 2018 können Beschäftigte mithilfe des individuellen Auskunftsanspruchs erfahren, nach welchen Kriterien und Verfahren Ihr Entgelt sowie das der Vergleichstätigkeit festgelegt wurde. Sogar die Höhe des Vergleichsentgelts können Sie erfragen. Einen Auskunftsanspruch haben all diejenigen, die in Betrieben und Dienststellen mit mehr als 200 Beschäftigten arbeiten. Nähere Informationen sowie Musterformulare finden Sie auf der Seite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

 

Das Problem dabei: Weniger Gehalt bedeutet im Regelfall auch weniger Rente.  Denn durch die Kindererziehung fehlen Frauen häufig wichtige Beiträge und vor allem auch Beitragsjahre für eine ausreichende Rente. Zudem verlassen sich Frauen in Sachen Finanzen immer noch viel zu oft auf ihre Männer und denken ihre eigene fehlende Rente werde schon durch die des Mannes ausgeglichen.

 

Die gesetzliche Rente reicht nicht aus

Die Standardrente in den alten Bundesländern beträgt laut Deutscher Rentenversicherung derzeit 1.441,35 Euro brutto. Diese erhält jedoch nur, wer 45 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt und stets ein Entgelt in Höhe des Durchschnittsentgelts aller Versicherten (37.873 Euro) bezogen hat. Gerade die notwendigen 45 Beitragsjahre erreichen in Deutschland jedoch immer weniger. Zu den beiden häufigsten Gründen zählt die Vielzahl an Studenten, die oft erst mit 24 Jahren ins Berufsleben einsteigen, sowie die häufig durch Frauen genommene berufliche Auszeit aufgrund von Schwangerschaft und Kindererziehung. Derzeit liegt die Durchschnittsrente in den alten Bundesländern bei 1.095 Euro für Männer und 622 Euro für Frauen. Im Durchschnitt erhalten Frauen damit über 40 % weniger gesetzliche Rente als Männer.

 

Aktive Familienplanung – auch finanziell
Älterne Frau mit ihren zwei Erwachsenen Töchtern

Das traditionelle Familienbild, vom Mann als Alleinernährer und der Frau, die sich zu Hause um Haushalt und Kinder kümmert, ist mittlerweile vielerorts überholt. Denn die Notwendigkeit, Kinder und Altersvorsorge zu vereinbaren, ist bereits bei vielen Frauen angekommen und durchaus präsent. Gerade in der heutigen, schnelllebigen Zeit sind Trennungen oder eine Scheidung keine Seltenheit mehr und auch tragische Schicksalsschläge, sei es durch Krankheit oder Tod, treten durchaus auf. Frauen sollen sich in Sachen Altersvorsorge daher nicht auf ihre Männer verlassen! Mehr an sich selbst zu denken und auch so zu handeln fällt vielen aber nach wie vor schwer. Gerade in Sachen Altersvorsorge ist das aber unbedingt notwendig. Seien Sie in Ihrer Beziehung oder Ehe ruhig etwas weniger romantisch und dafür etwas mehr pragmatisch. Sprechen Sie mit Ihrem Partner ganz offen über das Thema Geld. Denn zu einer vorausschauenden Familienplanung gehört nicht nur die finanzielle Zukunft Ihres Kindes zu planen, sondern vor allem auch die finanzielle Zukunft beider Elternteile zu sichern. Besprechen Sie daher am Besten bereits im Vorfeld wer sich künftig wie, wann und wie lange um den Nachwuchs kümmert. Besteht bereits eine private Altersvorsorge, sollten sie diese in Zeiten der Kindererziehung auf keinen Fall kündigen, auch wenn Sie zu dieser Zeit nichts oder nicht viel verdienen. Informieren Sie sich stattdessen über die Alternativen. Oft ist es möglich, die Beiträge zu reduzieren oder den Vertrag für einen gewissen Zeitraum beitragsfrei zu stellen. Oder bitten Sie alternativ Ihren Partner, die Beiträge für Sie zu übernehmen.

 

Die drei Säulen der Altersvorsorge

Gerade die aktuelle Veränderung in der Bevölkerungsstruktur wird das Rentensystem in Deutschland in Zukunft vor große Herausforderungen stellen. Neben der gesetzlichen Rentenversicherung sollten Sie Ihre finanzielle Unabhängigkeit fürs Alter daher unbedingt zusätzlich auf die beiden Säulen der betrieblichen und privaten Altersvorsorge stützen. Die betriebliche Altersversorgung ist dank des neuen Betriebsrentenstärkungsgesetzes jetzt sogar noch attraktiver. Mit am wichtigsten für eine finanzielle Unabhängigkeit ist und bleibt aber die dritte Säule – die private Altersvorsorge. Frühzeitig begonnen können Sie bereits mit geringen Beiträgen eine stattliche zusätzliche Rente aufbauen.

 

Mehr gesunder Egoismus

Denken Sie deshalb auch rechtzeitig an sich selbst! Denn die Zeit und Energie mit der Sie sich hingebungsvoll Ihrer Familie widmen und alles dafür geben, nebenbei auch noch Haus, Beruf und Freizeit in Einklang zu bringen, zahlt sich oft zumindest finanziell leider nicht aus. Arbeiten Sie vielleicht sogar in Teilzeit oder als geringfügig Beschäftigte, fällt Ihre Rente entsprechend noch kleiner aus. Sorgen Sie deshalb am Besten bereits frühzeitig für später vor. Nur so erhalten Sie sich auch im Alter Ihre finanzielle Unabhängigkeit und können Ihre Rente in vollen Zügen genießen.

Unabhängige ältere Dame beim Walken

 

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* Unter der Abkürzung MINT-Berufe versteht man Tätigkeiten in den Bereichen Mathematik, Informatik, Natur- und Ingenieurwissenschaften und Technik.

Quellen: equalpayday.de, bmfsfj.de, dieversicherer.de, deutsche-rentenversicherung.de, stock.adobe.com, sparkassenverlag.de

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