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Achtung – Zeckenalarm!

Veröffentlicht am 1. Februar 2019

Die Zecke hat Bayern fest im Griff. Auch der Landkreis Freising gilt als FSME-Risikogebiet. Wie genau Sie sich vor Zeckenstichen schützen können, welche Gefahren von Zecken ausgehen und wie Sie sich gegen die Folgen absichern können, erfahren Sie hier.

 

Nach der langen Kälte und dem anhaltenden Schneefall wird es endlich wieder etwas wärmer. Der Schnee taut und die Eisschicht auf Wald- und Feldstraßen schmilzt dahin. Jetzt kann auch auf den Wegen entlang der Isar wieder gefahrlos gelaufen oder spazieren gegangen werden. Aber nicht nur wir Menschen freuen uns über die wärmeren Temperaturen, sondern auch zahlreiche Tiere. Unter anderem die Zecke. Fallen sie bei Temperaturen unter sieben Grad unter feuchten Laubdecken noch in eine Art Winterstarre, tauen sie bei wärmerem Wetter wieder auf und machen sich auf die Suche nach einem Wirt. Im Fall eines besonders milden Winters sind sie sogar beinahe das ganze Jahr über aktiv.

Aber nicht nur Deutschland ist davon betroffen, Zecken gibt es weltweit. Sie ernähren sich vom Blut anderer und hängen dafür bis zu fünfzehn Tage an ihrem Opfer. Mit Blut vollgesaugt können sie dann bis zu zehn Jahre davon zehren. Ein Zeckenstich und der damit verbundene Blutverlust ist nicht viel schlimmer als ein Mückenstich. Manche Zecke tragen allerdings Krankheitserreger in sich.

 

KrankheitenZecke krabelt über die Hand eines Menschen

Zecken können diverse Erreger in sich haben und dadurch verschiedene Krankheiten übertragen. Manche davon gehen direkt beim Stich auf den Menschen über, andere erst nach zwölf Stunden Blutsaugen. Hier finden Sie die beiden häufigsten Krankheiten kurz erklärt:

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Der Landkreis Freising gehört laut Robert Koch-Institut, der zentralen Überwachungs- und Forschungseinrichtung bei Infektionskrankheiten, zum FSME-Risikogebiet. Laut Definition wird eine Stadt oder ein Landkreis zum Risikogebiet, wenn in einer Fünfjahresperiode eine bestimmte Anzahl an FSME-Erkrankungen auftreten und damit die Gefahr der Übertragung besonders hoch ist. Bei der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) handelt es sich um eine Form der Hirnhautentzündung, die das zentrale Nervensystem des Menschen angreifen kann. Die Viren sitzen in der Speicheldrüse der Zecke und können damit bereits beim Stich der Zecke übertragen werden. In diesen Fällen schützt also das frühzeitige Entfernen der Zecken nicht vor der Übertragung. Einmal infiziert gibt es keine Medikamente, die gegen das Virus helfen. Es können lediglich die Symptome, wie Schmerzen und Fieber, gelindert werden. Aber nicht jede FSME-Infektion führt zwangsläufig zum gleichen Krankheitsverlauf. Warum einige Menschen schwer erkranken oder sogar sterben und andere nur leicht oder gar nicht erkranken, konnten Wissenschaftler bisher nicht gänzlich erforschen.

Borreliose

Für die ebenfalls durch Zecken übertragene Lyme-Borreliose sind dagegen keine Risikogebiete definiert. Die durch das im Darm der Zecke sitzende Bakterium „Borrelia burgdorferi“ übertragene Krankheit, weißt von Mensch zu Mensch ganz unterschiedliche Symptome auf. Das macht die Diagnose für Ärzte besonders schwierig. Das charakteristischste Borreliose-Symptom ist jedoch die Wanderröte. Dabei handelt es sich um eine ringförmige Hautrötung, die einige Tage bis Wochen nach dem Zeckenstich um die Einstichstelle auftritt. Aber auch allgemeine Abgeschlagenheit, Fieber oder Kopfschmerzen können Anzeichen einer Erkrankung sein. Die am häufigsten von Zecken übertragene Infektionskrankheit kann meist gut mit Antibiotika behandelt werden.

 

Statistische ErhebungenVollgesaugte Zecke

Um weitere Erkenntnisse zum Vorkommen der Erkrankungen zu gewinnen, hat Bayern 2013 eine Meldepflicht für behandelnde Ärzte eingeführt. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit sammelt diese Zahlen und wertet sie anschließend hinsichtlich besonders betroffener Regionen sowie dem Zeitpunkt der Infektion aus. So wurden 2017 in Oberbayern 45 Fälle von FSME und 797 Fälle von Lyme-Borreliose verzeichnet. (Link: https://www.lgl.bayern.de/gesundheit/infektionsschutz/infektionsepidemiologie/aktuelle_meldezahlen/index.htm)

 

Schutz vor Zecken

Am Besten, Sie rüsten sich für den nächsten Spaziergang mit heller Kleidung, langen Ärmeln und Hosenbeinen sowie dem Einsprühen mit Zeckenschutzmitteln aus. Wieder zu Hause angekommen sollten Sie sich und Ihre Kinder auf jeden Fall immer gründlich nach Zecken absuchen. Der bevorzugte Lebensraum der Zecke ist knie- bis hüfthohes Gras oder kleine Büsche, wobei sie maximal bis zu 1,50 Meter hochklettern können. Sie fallen demnach nicht, wie weitläufig verbreitet, von Bäumen.  Sie warten auf ein Opfern und greifen dann blitzschnell nach deren Haut oder Kleidung. Dabei reicht eine Berührung von einem Sekundenbruchteil schon aus. Auf der Suche nach einer geeigneten Einstichstelle krabbeln Zecken dann über Ihren ganzen Körper. Besonders bevorzugen sie dabei dünne und warme Hautstellen, wie Kniekehlen, Bauch und Brustbereich, Achselhöhlen oder den Haaransatz.

 

Impfungen

Mittlerweile gibt es einen FSME-Impfstoff. Nach Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) sollten sich allen Bewohnern von Risikogebieten impfen lassen. Für einen mehrjährigen Impfschutz sind drei Impfungen in bestimmten Abständen notwendig. Eine Auffrischung ist dann alle drei bis fünf Jahre notwendig. Die Kosten der Impfung werden für Bewohner von Risikogebieten in den meisten Fällen durch die gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Gegen Lyme-Borreliose gibt es allerdings bisher keinen Impfstoff.

 

Zecken entfernen

Entfernen Sie Zecken grundsätzlich so schnell wie möglich. Denn je länger der Saugvorgang dauert, umso länger kann die Zecke Krankheitserreger übertragen.

  • Nehmen Sie die Zecke möglichst hautnah mit einer Pinzette, einer Zeckenkarte oder einem Zeckenlasso. Verzichten Sie dabei in jedem Fall auf Hausmittel wie Alkohol, Benzin, Nagellackentferner oder Öl und vermeiden Sie das Quetschen der Zecke.
  • Ziehen Sie die Zecke senkrecht aus der Haut und entsorgen Sie diese anschließend.
  • Desinfizieren Sie die Stichstelle mit Alkohol oder einer jodhaltigen Salbe und behalten Sie diese in den nächsten Tagen und Wochen im Auge. Treten Hautrötungen oder Schwellungen auf, suchen Sie auf jeden Fall einen Arzt auf.

 

Gefahr durch Haustiere Frau mit Hund im Wald

Erhöhte Gefahr kann auch von Ihrem Haustier ausgehen. Denn gerade sie sind täglich im hohen Gras, zwischen Büschen und Sträuchern oder im Unterholz unterwegs. Zecken nutzen Hunde und Katzen oft als Zwischenstopp, um unbemerkt in Wohnungen und Häuser zu gelangen und dort vom Tier auf den Menschen überzugehen. Ratsam ist es daher, sein Haustier mit sogenannten Spot-On-Präparaten im Genickfell zu beträufeln oder dem Tier ein Zeckenhalsband anzulegen. Nach jedem Spaziergang sollten Sie also nicht nur sich, sondern vor allem auch Ihren vierbeinigen Begleiter auf Zecken absuchen.

 

Absicherung der Langzeitschäden

Akute Symptome der durch Zecken übertragenen Krankheiten lassen sich meist gut behandeln oder sogar heilen. Langzeitschäden, wie Schluckbeschwerden oder Lähmungserscheinungen, können allerdings trotz Behandlung auftreten. Damit zu den gesundheitlichen Schwierigkeiten nicht auch noch finanzielle Probleme kommen, sind die Folgen eines Zeckenstichs bereits in Ihrer Unfallversicherung eingeschlossen.

 

Lassen Sie sich aus Angst vor Zecken aber nicht Ihre Verbundenheit und Liebe zur Natur zerstören. Mit dem nötigen Zeckenschutz können Sie auch weiterhin durch Wiesen und Wälder streifen, Ihre Zelte im Freien aufschlagen, ein Picknick im Grünen machen oder Ihren Lieblingsbeschäftigungen draußen nachgehen.

 

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Quelle: zecken.de, lgl.bayern.de, pexels.com, pixabay.com

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